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Was soll mit dem Kongresshaus passieren? Daran scheiden sich die Geister. Wieder einmal. 

Vorwürfe gegen die Bürgermeisterin

„Steuergelder sinnlos vergeudet“: Kongresshaus-Standort am Eisstadion doch wieder im Rennen?

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Das Kongresshaus erhitzt weiter die Gemüter. Lilian Edenhofer, die neue Chefin der Freien Wähler in Garmisch-Partenkirchen, geht in die Offensive. In einer Pressemitteilung greift sie SPD-Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer und die CSU an.

Garmisch-Partenkirchen – Es rumort in Garmisch-Partenkirchen – bei manchem Bürger, wie bei Heidemarie Trickl, Vorsitzende des Vereins zur kommunalpolitischen Aufklärung, und bei einigen Politikern. Das Grummeln zeigt die unterdrückte Unzufriedenheit, die in Sachen Kongresshaus-Abriss und -Neubau herrscht. Vor allem, weil das Kongressgeschäft während der mehrjährigen Bauzeit völlig zum Erliegen kommen wird, der Markt auf Einnahmen verzichten muss.

Teilt aus: Lilian Edenhofer. 

Das bestätigte Iris Schönach, Abteilungsleiterin Kongresse bei GaPa-Tourismus, im Tourismusausschuss. Bis 2021 werde man Veranstaltungen akquirieren, danach geht wohl bis März 2024 nichts mehr. Schönach sprach von einem Übergangskonzept für Stammkunden. Man plane mit Partnerhäusern, sie nannte als Beispiel Coburg, zu arbeiten, und nach Fertigstellung des neuen Kongresshauses versuchen, das Geschäft wieder in Schwung zu bringen. Dass dies gelingt – mehr als zweifelhaft. „Wer einmal weg ist, kommt so schnell nicht wieder“, meint Schönach. Eine Aussage, die bei Claudia Zolk eine emotionale Eruption freisetzte. „Wir verlieren so viel Geld, wir hätten am Eisstadion bauen sollen“, sagte die Vize-Fraktionsvorsitzende des Christlich-Sozialen Bündnisses. Das CSB hatte für diese Variante vergeblich gekämpft. Im Gemeinderat hatte sich dafür keine Mehrheit gefunden.

Abteilung Attacke

Allerdings scheint in einer politischen Gruppierung ein Prozess im Gange zu sein, der den fast einstimmigen Beschluss, das neue kleinere Kongresshaus ebenfalls am Richard-Strauss-Platz entstehen zu lassen, nicht in Stein gemeißelt sieht. „Ich stimme Claudia Zolk zu“, sagt Lilian Edenhofer. „Das Areal rund ums Eisstadion ist der richtige Platz.“ Das sei ihre persönliche Meinung, die sie nicht mit der Gemeinderatsfraktion abgestimmt hat.

Die neue Chefin der Freien Wähler in Garmisch-Partenkirchen hat die Abteilung Attacke für sich entdeckt. Sie versucht, ihre Gruppierung, die sich durch den Eintritt in die bayerische Landesregierung im Aufwind sieht, auch im Markt wieder mehr ins Bewusstsein der Bürger zu rücken. Per Pressemitteilung wirft sie Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer (SPD) und der CSU Versäumnisse vor. Die Freien Wähler würden sich fragen, warum Meierhofer jetzt erst die Reißleine für das Vorhaben Sanierung des Kongresshauses gezogen hat. Wörtlich heißt es: „Bereits seit 2012 lagen ihr als Ergebnis der Sommerklausur – ebenso wie der CSU – die Ergebnisse von Fachleuten vor, die schon damals dringend von einer Sanierung des Kongresshauses abrieten, weil die Kosten dafür letztendlich denen eines Neubaus gleichkämen.“ Nichtsdestoweniger soll Meierhofer, zu der Zeit noch SPD-Gemeinderätin, vehement darauf gepocht haben, das Haus zu sanieren.

Bürgerbegehren - ein „gangbarer Weg“

Edenhofers nächster Vorwurf: Man habe Steuergeld sinnlos vergeudet. 500 000 Euro seien für diverse Machbarkeitsstudien, Architekten-Wettbewerb und so weiter angefallen. „Man stelle sich vor, wie oft die Gelben Säcke damit hätten 14-tägig abgeholt werden können.“ Ob die Rechnung der Freien Wähler stimmt? Sicher ist: Im Haushaltsplan für 2019, der gerade im Finanzausschuss beraten wird, sind allein 350 000 Euro für die Auflösung des Vertrags mit dem Berliner Planerbüro Henchion und Reuter eingestellt, dessen Entwurf vor zweieinhalb Jahren so überzeugt hatte, dass er den Zuschlag erhielt.

Das Instrument Bürgerbegehren, das Heidemarie Trickl ins Spiel brachte, hält Edenhofer für einen „gangbaren Weg“. Auch das sei ihre private Meinung und bislang nicht die der Freien Wähler. Zurückhaltung in Sachen Kongresshaus hat sich das CSB auferlegt. „Wir planen nichts“, sagt Zolk. Sollte irgendjemand – Bürger oder Politiker – ein Bürgerbegehren initiieren, „dann müssen wir überlegen, wie wir uns positionieren“.

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