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Das Kongresshaus wird noch längere Zeit so aussehen wie heute. 

Umfangreiche Untersuchungen

Kongresshaus: Baubeginn nicht vor 2023?

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Der Zeitplan, den das Garmisch-Partenkirchner Bauamt für die Sanierung und den Teilneubau des Kongresshauses aufgestellt hat, hat die Gemeinderäte aufgeschreckt. Bis die Arbeiten beginnen können, werden wohl noch mehrere Jahre ins Land ziehen.

Garmisch-Partenkirchen – Markus Gehrle-Neff hat getan, was seine Aufgabe ist. Der stellvertretende Leiter des Garmisch-Partenkirchner Bauamts informierte die Gemeinderäte, wie die Verwaltung plant, den Bürgerwillen in Sachen Kongresshaus umzusetzen. Die große Mehrheit hatte sich in einem Bürgerentscheid für den Erhalt, die Sanierung und den Teilneubau eines Foyers ausgesprochen. Dass das Thema bei den Kommunalpolitikern, die fast geschlossen für einen Neubau votiert hatten, emotional noch immer stark besetzt ist, erlebte Gehrle-Neff hautnah. Er war Zielscheibe der Gemeinderäte, die Unverständnis für den zeitlichen Ablauf äußerten. Vor allem seine Einschätzung, dass mit dem Beginn der Sanierung- und Bauarbeiten nicht vor 2023 zu rechnen sei, löste zahlreiche Nachfragen aus.

Gehrle-Neff zufolge müssen erst umfangreichen Untersuchungen durch Spezialisten vorgenommen werden. „Wir können doch nicht bei Adam und Eva anfangen“, sagt Claus Gefrörer (CSU). Die Menschen im Ort würden das nicht verstehen und mutmaßen, „ihr nehmt unsere Entscheidung nicht ernst, ihr wollt etwas anderes“. Ähnlicher Ansicht ist Robert Allmann (SPD): „Alle wollen, dass es rasch geht.“

Eine Möglichkeit, das Ganze zu beschleunigen, deutet sich an. Offenbar ist das Berliner Architektenbüro Henchion und Reuter, das den Wettbewerb 2015 gewonnen hatte und von dem sich der Markt nach Leistungsphase drei wegen zu hoher Kosten – im Gespräch waren 38 Millionen Euro – getrennt hatte, noch nicht gänzlich aus dem Rennen. Gefrörer schwebt vor, den Henchion-und-Reuter-Vorschlag als Ausgangsmodell zu nehmen, um Zeit zu sparen. Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer (SPD) hat mit Klaus Reuter kürzlich telefoniert. „Er ist über den Ablauf informiert“, teilte sie dem Gremium mit. Ob Henchion und Reuter allerdings Interesse an einer neuerlichen Zusammenarbeit haben, ist unklar.

Die neugegründete GaPa-Tourismus GmbH geht mittlerweile davon aus, dass das Gebäude bis 2023 mit Kongressen und Kulturveranstaltungen belegt sowie als Bürgerhaus genutzt werden kann. Kürzlich fand der Aareon-Kongress mit mehr als 1000 Teilnehmern statt. Bei Aareon wollte man wissen, wie es mit dem Haus weitergeht, sagte Tourismus-Geschäftsführer Michael Gerber. 2020 will die Beratungsfirma der Immobilienwirtschaft auf jeden Fall noch einmal kommen. Zur weiteren Zukunft in Garmisch-Partenkirchen sah sich Aareon-Pressesprecherin Karin Veyhle auf Tagblatt-Anfrage nicht in der Lage, „eine Aussage zu treffen“. Für das Kongressgeschäft sieht Gerber während einer Sanierungs- und Bauphase schwarz. Es dürfte zum Erliegen kommen. „Auf Dreck und Lärm haben die Leute keine Lust“, sagt der Mann, der erst seit drei Wochen GaPa-Tourismus führt. Dass sich etwas tun muss, und zwar das Richtige, daran lässt er keinen Zweifel: „Wir brauchen ein Haus, das für die Zukunft wettbewerbsfähig ist.“

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