In die Jahre gekommen: die Wirtschaftsküche im Hochparterre des Kongresshauses.
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In die Jahre gekommen: die Wirtschaftsküche im Hochparterre des Kongresshauses.

Routine-Kontrolle entdeckt Mängel

Kongresshaus in Garmisch-Partenkirchen: Mäuse in Gastro-Räumen - Landratsamt zieht Reißleine

  • Andreas Seiler
    VonAndreas Seiler
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Beim Kongresshaus Garmisch-Partenkirchen spitzt sich die Lage zu. Wegen baulicher und hygienischer Mängel reagiert nun das Landratsamt: Teile der Gastronomie dürfen vorerst nicht mehr betrieben werden.

Garmisch-Partenkirchen – Die Marktgemeinde Garmisch-Partenkirchen als Eigentümerin des Kongresshauses gerät mächtig unter Handlungsdruck. Dass der Komplex am Richard-Strauss-Platz nicht mehr zeitgemäß ist und etliche Schwächen aufweist, ist nichts Neues. Es wurde bereits viel Geld investiert, etwa in den Brandschutz, um das Ganze am Laufen zu halten.

Doch jetzt steht ein wesentlicher Bereich auf der Kippe: die gastronomische Bewirtschaftung. Zumindest kann niemand mit hundertprozentiger Sicherheit sagen, ob und wie diese künftig funktionieren soll. Keine gute Ausgangslage, um nach der Corona-Zwangspause das Geschäft mit Kongressen und weiteren Veranstaltungen wieder anzukurbeln.

Kongresshaus in Garmisch-Partenkirchen: Bauliche und hygienische Mängel

Einen Strich durch die Rechnung machte das Landratsamt, genauer gesagt die dort angesiedelte Lebensmittelüberwachung. Bei einer Routine-Kontrolle wurden nämlich, wie Behördensprecher Stephan Scharf auf Tagblatt-Nachfrage erklärt, erhebliche bauliche Mängel festgestellt, die wiederum zu einem Hygieneproblem führten: Schädlingsbefall – ein Ärgernis, das schon einen Kammerjäger auf den Plan rief. Dem Vernehmen nach soll es sich um Mäuse gehandelt haben, die durch die Schächte, Hohlräume und Öffnungen in dem alten Gebäude in die Gastro-Räume gelangten.

Die Kreisbehörde verhängte daraufhin eine so genannte „teilweise Betriebsbeschränkung“. Das heißt: Bestimmte Bereiche dürfen bis auf Weiteres nicht mehr genutzt werden. Bereits im August wurde die große Kuche mitsamt den Lagerräumen im Keller dicht gemacht.

Am 3. Oktober soll nach einer vorübergehenden Duldung der Wirtschaftsbereich am Restaurant mit der Theke, der Essensausgabe und der Spüle im Hochparterre folgen. Für das Landratsamt ist die Sache klar: Die beanstandeten Gebäudeteile müssen saniert werden. „Das ist nicht mehr auf dem Stand der Zeit“, sagt Scharf.

Kongresshaus in Garmisch-Partenkirchen: Pächterfamilie muss Misere ausbaden

Die Misere ausbaden muss die Pächterfamilie Adlwärth, die seit vielen Jahren das Kongresshaus gastronomisch betreut. Die baulichen Defizite seien seit langer Zeit bekannt, doch die Marktgemeinde habe nichts unternommen, ärgert sich Gaby Adlwärth, die zur Geschäftsführung gehört. Sie spricht von einem „Dilemma“, das wirtschaftlichen Schaden bereite.

Bis zu einem gewissen Grad könne man improvisieren, beispielsweise auf die Küche des Pavillon-Restaurants, das ebenfalls zum Unternehmen Adlwärth gehört, ausweichen oder eine Container-Küche aufstellen. Aber ohne den besagten Wirtschaftsbereich sei kein normaler Betrieb möglich. Für Adlwärth steht daher fest: „Wir brauchen eine Übergangslösung.“ Ihrer Ansicht nach sollte die Kommune zumindest soweit sanieren, dass die Mindestanforderungen erfüllt sind. Schließlich werde das Kongresshaus wieder gebucht – etwa für Hochzeiten oder Tagungen.

Gastro-Bereiche in Kongresshaus stillgelegt: „Brauchen eine Übergangslösung“

Im Rathaus ist man indessen mit der Problembewältigung beschäftigt. Wie die Pressestelle ausführt, sondiere man aktuell kurzfristige, provisorische Lösungen. Dazu Zweite Bürgermeistein Claudia Zolk (CSB): „Das ist natürlich eine sehr schwierige Situation für alle Beteiligten.

Wir haben aber allergrößtes Verständnis für die Not unseres langjährigen und absolut zuverlässigen Partners, der Familie Adlwärth.“ Diese lasse man auf keinen Fall im Stich. Auf lange Sicht, heißt es weiter in einer Stellungnahme der Verwaltung, sei es aber natürlich der Anspruch des Marktes, „eine Gesamtlösung zum Thema Kongresshaus zu finden, die auch eine Lösung für das Thema Küche beinhaltet“.

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