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Nicht schön, aber notwendig: die provisorische Fluchttreppe vor dem Kongresshaus.

Brandschutz muss ertüchtigt werden

Kongresshaus: Provisorien vor der großen Lösung

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Das Kongresshaus soll saniert werden – so wollen’s die Garmisch-Partenkirchner. Dafür liegt aber noch kein Konzept samt Kostenschätzung vor. Das wird nun nachgeholt.

Garmisch-Partenkirchen – 530 Leute passen in den Richard-Strauss-Saal des Kongresshauses Garmisch-Partenkirchen. Eigentlich. Nachdem allerdings der zweite Fluchtweg fehlt, dürfen ihn derzeit nur maximal 200 nutzen. Probleme mit dem Brandschutz bestehen auch in den Räumen Alp- und Zugspitze. „Deshalb mussten wir für den Aareon-Kongress eine provisorische Fluchttreppe installieren“, erklärte Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer im Bauausschuss. Ohne diese Zwischenlösung hätte die Großveranstaltung nicht stattfinden können. Auch im Festsaal Werdenfels besteht Handlungsbedarf – allerdings in bescheidenem Rahmen. Um einen zweiten Rettungsweg zu garantieren, muss ein Teil der Blumenbeete vor der Fensterfront Richtung Kurpark verschwinden.

Ohne dies Maßnahmenhätte die GaPa Tourismus GmbH ein gewaltiges Problem, „dann würden alle größeren Kongresse wegfallen“, unterstrich Meierhofer. Deshalb hatte die Gemeinde den Architekten Eberhard Steinert mit Lösungsvorschlägen beauftragt. Für den Richard-Strauss-Saal hatte er zwei Varianten parat: Entweder zwei Treppen – eine zum Parkplatz, die zweite in den Kurpark –, die über ein Podest auf Bühnenhöhe zu erreichen sind. „Dafür müsste man ein, zwei Fenster rausnehmen.“ Knapp 100 000 Euro kalkuliert er dafür. Die zweite Möglichkeit sei die Erneuerung der Fassade, der allerdings die großen Fenster aus den 1930er Jahren zum Opfer fallen würden. 336 700 Euro schätzt Steinert, fallen dafür an. „Das wäre aber auch der erste Schritt zur Sanierung des Saals.“

Zunächst müssen die Kosten für die Sanierung ermittelt werden

Damit traf er bei Hannes Biehler (CSU) einen Nerv. Dieser erinnerte mit Nachdruck an das klare Ergebnis des Bürgerentscheids pro Sanierung des Kongresshauses. „Warum sollten wir jetzt ein Provisorium machen, das auch nur wieder Geld kostet?“ Die anderen Bauausschuss-Mitglieder konnte er mit diesem Einwand allerdings nicht überzeugen. „Wir müssen doch erst einmal seriös die Kosten für die Sanierung ermitteln“, betonte Dr. Stephan Thiel (Grün-Unabhängige Fraktion). Er forderte die notwendigen Beschlüsse, um das Kongressgeschäft zu sichern, und sprach sich entschieden dagegen aus, übereilt zu handeln.

Das bestehende Haus mit dem jetzt geltenden Anspruch zu sanieren, wie es Steinert vorgeschlagen hatte, hielt auch Michel Gerber, Geschäftsführer von GaPa Tourismus, für falsch. „Dann hätten wir einen Fixpunkt festgelegt, tatsächlich müssen wir uns aber den aktuellen Gegebenheiten anpassen.“ Auch Meierhofer sprach sich dafür aus, zunächst ein Gesamtkonzept nach den Vorgaben des Bürgerentscheids zu erstellen „und dafür die Kosten zu ermitteln“. In dem Zusammenhang erinnerte Gerber auch daran, „dass ein modernes Haus barrierefrei sein muss. Allein das ist eine Herausforderung“. Mit 9:1-Stimmen sprach sich das Gremium für diese Vorgehensweise aus. Einig waren sich die Mitglieder in der Frage, wo die Treppen stehen sollen: nicht am Parkplatz, sondern beide am Kurpark.

Das Gerüst, mit der der Aareon-Kongress gerettet wurde, bleibt bis auf weiteres als provisorischer Fluchtweg bestehen. Ehe in den Bestand eingegriffen und eine neue Treppe vom ersten Stock in Richtung Foyer Festsaal Werdenfels errichtet wird, „brauchen wir eine Kostenschätzung“, sagte Meierhofer. „Ansonsten können wir das nicht verantworten.“ Dem schlossen die die Kommunalpolitiker einstimmig an.

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