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Fleißiger Helfer: Die Mitglieder des Kreisfischereivereins bei der Arbeit am Almhüttenweiher. 

Bauarbeiten am Kramertunnel sind ein Problem

Kramerplateauweg: Teich fällt immer wieder trocken - 700 Fische wurden gerettet

  • Christian Fellner
    vonChristian Fellner
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Zu wenig Wasser im Weiher: Der Teich an der Maximilianshöhe ist wieder trocken gefallen. Jetzt wurde der Fischbestand in den Pflegersee übergesiedelt.

Garmisch-Partenkirchen – Der kleine Weiher an der Maximilianshöhe, unweit der Almhütte gelegen, wird von vielen Wanderern bewundert. Zum einen liegt er idyllisch mit bestem Blick aufs Wetterstein-Massiv, dient als schönes Fotomotiv, zum anderen tummeln sich darin zahlreiche, farbenprächtige Fische, die ein echter Farbtupfer in der Landschaft sind. Das Kleinod am Kramerplateauweg aber hat auch ein Problem – und das ist nicht neu: Immer wieder wird es von akuter Wasserknappheit bedroht, sinkt der Spiegel im Teich auf ein Minimum ab. In diesem bisher sehr trockenen Frühjahr tritt dieses Phänomen gehäuft auf. Am vergangenen Samstag starteten der Tierschutzverein und die Kreisfischer eine konzertierte Aktion, um den Fischbestand im Teich zu retten: Sie fischten das Gewässer elektrisch ab und setzten die Tiere im Pflegersee wieder ein.

Immer wieder erreichten Lödermann und ihre Kolleginnen vom Tierschutzverein zuletzt Anrufe von besorgten Bürgern, die bei ihren Spaziergängen festgestellt hatten, dass der Weiher immer weniger Wasser führe. Zweimal war gar die Feuerwehr schon aktiv geworden, karrte 20 000 Liter Wasser auf die Maximilianshöhe, um das kleine Biotop wieder zu befüllen. Half aber nichts. „Das hielt nicht lange vor“, bedauert Lödermann. Obendrein sei eine solche Wasserbeschaffung neben dem großen Aufwand mit Kosten verbunden und somit auch keine Dauerlösung.

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Das Grundproblem liegt in der Wasserversorgung des Teiches: Er wird aus einer kleinen Quelle an den Kramerhängen gespeist – sonst hat er keinen Zulauf. Früher mussten aus dieser Quelle zudem noch die Wohnhäuser auf der Anhöhe versorgt werden. Die Anwesen sind laut Gemeindeverwaltung nun ans kommunale System angeschlossen. Dennoch reicht die Wassermenge in trockenen Perioden offenbar oftmals nicht aus.

Zwei Koi-Karpfen besonders gefährdet

Ein weiteres Problem stellen laut Lödermann die Bauarbeiten an der Ortsumgehung samt Kramertunnel dar. „Es wird Wasser aus dem Berg gepumpt“, betont sie. „Uns so kann es immer wieder mal zum Trockenfallen des Teiches kommen.“

Vor diesem Hintergrund musste also eine langfristige Lösung her. Lödermann telefonierte viel – und erreichte schließlich Günther Hensel, den Vorsitzenden der Fischer im Landkreis. Da war sie beim Richtigen. „Er sagte gleich seine Hilfe zu.“

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Die lag darin, den Bestand abzufischen und überzusiedeln. Das Landratsamt willigte ein, auch die Bayerischen Staatsforsten als Grundeigentümer segneten die Aktion ab. Am Samstag ging die Rettungsaktion über die Bühne. Toni Tiefenbacher, Thorsten Schipke und Hensel machten sich im Gewässer ans Werk. „Angesichts der Schlammsituation war das gar nicht so einfach“, betont Lödermann. Sie selbst bediente das elektrische Gerät vom Ufer aus. Die kurze Zeit bewusstlosen Fische wurden per Kescher gefangen und von Helfern in eine große Transportwanne verfrachtet. Mehr als 700 Fische konnten auf diese Weise aus dem Teich geholt werden. In Absprache mit den Burgrainer Fischern, die die Rechte am Pflegersee besitzen, wurden sie wieder eingesetzt. Nicht ganz ungefährlich für die Tiere. „Dort gibt es Hechte, aber der See ist groß und bietet zahlreiche Schilfbereiche, in denen sie sich gut schützen können“, betont Lödermann. „Und die wenigen Fische, die wir nicht erwischt haben, kommen jetzt sicher auch mit wenig Wasser über den Sommer.“

Besonders gefährdet waren die beiden großen Koi-Karpfen – quasi die Promis aus dem Almhüttenweiher. „Sie sind sicher 30 Zentimeter lang, bei ihnen ragte die Rückenflosse teilweise schon aus dem Wasser“, sagt Lödermann. Die Prachtexemplare schwimmen künftig erst einmal im Teich des Tierheims an der Schmalenau.

Lödermann zieht ein positives Fazit nach der Aktion: „Das waren drei Stunden schweißtreibende Arbeit“, sagt die Garmisch-Partenkirchnerin. Aber eine Sache freut sie besonders: „Sie hat gezeigt, dass Tierschützer und die Fischer auch mal gemeinsame Sache machen können.“

Appell der Tierschützer

Tessy Lödermann bemängelt, dass immer wieder Fische aus Aquarien oder Gartenteichen in dem kleinen Weiher an der Almhütte ausgesetzt werden, „denn von alleine kommen die vielen bunten Exemplare dort nicht hin“. Dies sollten Bürger in jedem Fall unterlassen. „Diese Fische gehören nicht in einen solchen Weiher.“ Betroffene können sich ans Tierheim wenden und wegen einer Unterbringung nachfragen. Kontakt: 0 88 21/5 59 67

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