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Weiterhin umstritten: Die Pläne des Bauamts bezüglich der Trassenführung rufen nachwievor Gegner auf den Plan.

Neue Klage?

Kramertunnel:  Bauamt bleibt bei geplanter Trassenführung

Garmisch-Partenkirchen - Mutiges Versprechen:  Noch heuer will Bauamtsleiter Michael Kordon Baurecht für den Kramertunnel erhalten. Nächstes Jahr soll der Vortrieb auf der bisherigen Trasse fortgesetzt werden. Die Gegner sind nicht verstummt.

Es gab Hoffnung. Zumindest für all jene, die die Amtstrasse für die Ortsumfahrung Garmisch entschieden ablehnen. Also jene Streckenführung durch das Kramermassiv, die das Staatliche Bauamt Weilheim geplant und die ein Gericht bestätigt hatte. Die Hoffnung bestand darin, dass das Bauamt noch einmal über die Alternative nachdenkt: die Trasse durch das Areal der US-Streitkräfte in der Breitenau. Und diese Hoffnung wuchs, seit Vertreter der Vereinigten Staaten angekündigt haben, etwa zwei Drittel der Fläche zurückzugeben.

Weiterbau für nächstes Jahr geplant

Doch diese Hoffnungen hat Michael Kordon zerschlagen: In der Sitzung des Marktgemeinderates bekräftigte der Bauamtsleiter, dass die Behörden an der bisherigen Planung festhalten. „Eine Trassendiskussion müssen wir nicht mehr führen“, betonte er. „Wir haben keinen Anlass, daran zu rütteln.“ Zumal die Ankündigungen der USA noch sehr vage seien. Vielmehr sei dem Amt daran gelegen, den Erkundungsstollen und die Fahrröhre voranzutreiben. „Wir wollen heuer das Baurecht regeln und nächstes Jahr weiterbauen“ – vorausgesetzt, es wird nicht durch eine Klage gebremst.

Seit dem Jahr 2013 ruhen die Arbeiten am Erkundungsstollen. Bis dahin haben die Mineure im Süden einen Vortrieb von 2763 Metern, im Norden von 576 Metern bewältigt. Doch eine Strecke von 348 Metern im Berg, die nicht mit dem genehmigten und beauftragten Verfahren überwunden werden kann, ist noch nicht angetastet. Vor der Brust haben die Spezialisten Lockergestein, und von oben drückt Wasser auf den Berg. Das Bauamt will daher das Grundwasser fassen und umleiten – und den Spiegel über der Strecke damit absenken. Die Hang- und die Sonnenbichlquellen, die wertvolle Moore versorgen, sollen „mit Wasser vom Kramer“ gespeist werden, kündigte der Behördenleiter an. Die Entscheidung für das Vorgehen haben die Mitarbeiter intensiv diskutiert – und seit 2013 immer wieder verschoben.

Axel Doering: "Es ist eine unglaubliche Sauerei."

Auch Anfang 2015 ist das notwendige Planfeststellungsverfahren für die Grundwasserabsenkung nicht beantragt – es fehlen noch Flächen, auf denen das Amt einen Umweltschaden ausgleichen könnte, wenn die Quellen nach dem Bau nicht wieder sprudeln. Bei den Arbeiten im Südvortrieb sind bereits 2 von insgesamt 32 „erkundeten und laufend beobachteten Quellen“ trocken gefallen. Dadurch würden laut Kordon 0,36 Hektar Fläche nicht mehr bewässert. Wegen des Umweltschadens hat der Bund Naturschutz (BN) Klage eingereicht(wir berichteten). Der Behördenleiter erwartet den Ausgang des Verfahrens gelassen: „Ich bin sicher, dass unsere Argumentation sattelfest ist.“ Er rechnet damit, dass das Amt den Schaden an anderer Stelle ausgleichen muss. „Das ist alles unglaublich zäh“, schildert der BN-Kreisvorsitzende Axel Doering gegenüber dem Tagblatt. „Es ist eine unglaubliche Sauerei, was da passiert ist“, aber die Behörden reagierten kaum. „Mittelmäßig erschüttert“ zeigte sich in der Gemeinderatssitzung Peppi Braun (Freie Wähler), weil das Planfeststellungsverfahren noch immer nicht eingeleitet worden sei und „wir auch nichts mehr gehört haben“. Es sei um den Tunnel „sehr, sehr still geworden“, befand CSB-Fraktionsvorsitzende Alexandra Roos-Teitscheid, die die Information im Gemeinderat beantragt hatte. „Aber es ist ganz, ganz wichtig, dass der Tunnel im Gespräch bleibt.“

Matthias Holzapfel

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