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Die Leitungen, um beim Weiterbau des Kramertunnels, die Hangquellmoore zu bewässern, wurden im Bereich des Pflegersees verlegt.

Immer in enger Abstimmung mit den Umweltbehörden

Kramertunnel: Die Hangquellmoore rücken wieder in den Mittelpunkt

  • Manuela Schauer
    vonManuela Schauer
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Es läuft: Das Verteilersystem für die Bewässerung der Hangquellmoore ist in Betrieb. Die nächste Maßnahme steht schon in den Startlöchern.

Garmisch-Partenkirchen – Kontrolle schadet nicht, findet Andreas Wiedemann. Erst am Freitagfrüh schaute er nach dem Verteilersystem für die Bewässerung der Hangquellmoore, das inzwischen in Betrieb ist. „Die Anlage funktioniert gut“, sagt der Bauleiter des Staatlichen Bauamts Weilheim. Bis spätestens morgen soll die elektrische Steuerung samt Schieber vollständig intakt sein.

Ein Programmierer muss noch seine Arbeit verrichten. Denn bei Starkregen wird der Lahnewiesgraben kalkbraun. Durch Schwebstoffe. „Die dürfen nicht in die Hangquellmoore gelangen“, betont Wiedemann. Der Schieber verhindert das. Das Staatliche Bauamt ist dennoch für alle Eventualitäten gerüstet, hat einen Vertrag mit den Gemeindewerken Garmisch-Partenkirchen geschlossen, die einen Stördienst stellen. 24 Stunden, sieben Tage die Woche. Wenn es zu einem Problem kommen sollte, ist dieser innerhalb von 20 Minuten vor Ort und bedient die Steuerung manuell.

Entbuschung der Hangquellmoore

Der Aufwand für die Behörde – erheblich. Jeder Eingriff und Schritt wird mit der Umweltbauberatung abgestimmt. Rund eine Million Euro kostet das System. Eine nötige Investition. 2013 war es im Erkundungsstollen für den Kramertunnel zu einem massiven Wassereintritt gekommen. Die Folge: Baustopp. Um weiterzumachen, muss der Wasserspiegel vorübergehend abgesenkt werden. Ohne Gegenmaßnahme würden die Hangquellmoore verschwinden. Drei Quellen sind in der Vergangenheit bereits ausgetrocknet.

Nachdem nun der Auftrag für den Bau des Tunnels vergeben ist, werden parallel die Ausgleichsmaßnahmen umgesetzt, um den Eingriff in die Natur zu kompensieren. Dafür zieht man Flächen heran, die einen ökologischen Wert besitzen, aber wegen der Nutzungsaufgabe langsam diesen Wert verlieren. So verhält es sich laut Bauamt im Falle einiger Hangquellmoore am Kramer. Einstmals gepflegt, schreitet dort die Waldentwicklung voran und begräbt die artenreiche Kraut- und Grasflur. Das Ziel: die ungewollte Entwicklung umzukehren.

Anfang Oktober beginnt eine Firma mit Erfahrung in der Landschaftspflege auf Feuchtflächen mit der Entbuschung des „Sonnenbichlmoors“ und dem „Moor am Schmölzer See“. Die Arbeiten werden sich über mehrere Monate hinziehen und sind mit den Bayerischen Staatsforsten sowie der Unteren Naturschutzbehörde abgestimmt.  

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