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Kramertunnel: Infoabend mit alten Bekannten

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Erklärungen zum Kramertunnel liefert Bauamtsleiter Günther Graffwallner den Zuhörern.  fotos: sehr
Erklärungen zum Kramertunnel liefert Bauamtsleiter Günther Graffwallner den Zuhörern. fotos: sehr

Garmisch-Partenkirchen - Der Info-Abend sollte Gerüchte über den Bau des Kramertunnels zertreuen - und aufklären. Doch die meisten, die kamen, kennen das Projekt bestens: Befürworter und Gegner.

Aufklärung stand im Vordergrund. Darum ging es Günther Grafwallner, Leiter des Staatlichen Bauamts Weilheim, am Montagabend im Olympiasaal in Garmisch-Partenkirchen. Für ihn sei es „etwas überraschend gewesen, dass es so viele Gerüchte gibt“. Gerüchte zum aktuellen Stand beim Kramertunnel. Jenes 133-Millionen-Euro-Projekt, das den Stau aus dem Ortsteil Garmisch verbannen soll - und somit die Bürger bewegt.

Sollte man meinen. Aber unter den rund 150 Gästen waren vor allem diejenigen, die der Tunnel eh sehr intensiv beschäftigt. Entweder als aktive Befürworter des Projekt oder als ausgemachte Gegner der Trassenführung.

Viel Neues konnte ihnen Grafwallner nicht sagen, dafür aber eine detaillierte und sachliche Zusammenfassung liefern. Vom Beginn der konkreten Planungen über den Ablauf des Baus bis zum aktuellen Stand. Bis zum Winter wollen die Experten die Ergebnisse auswerten, die ihnen der Bau des Erkundungsstollens geliefert hat. Dann müssen sie festlegen, mit welcher Variante die fehlenden 346 Meter Bergsturzbereich zu durchbrechen sind. „Im Frühjahr soll eine Entscheidung fallen.“

Eingesetzt wird die Methode aber erst, wenn auch Geld für die Hauptröhre fließt. Davon ist in naher Zukunft nicht auszugehen. Obwohl Grafwallner betonte, dass der Kramertunnel im vordringlichen Bedarf der Bundesverkehrsprojekte ist und „ich nirgendwo eine öffentliche Stellungnahme gelesen habe, dass sich dies geändert hat“. Allerdings hat Verkehrminister Peter Ramsauer (CSU) erst vor zwei Wochen, wie berichtet, der Finanzierung öffentlich eine klare Absage erteilt. „In den Jahren 2013 bis 2016 reicht das Geld im Straßenbau beispielsweise noch nicht einmal, um die bereits jetzt laufenden Projekte zügig weiterzubauen.“ Deutlicher geht’s kaum.

Deutliche Worte fanden auch die Naturschützer. Im Mittelpunkt der Kritik stand erneut die gewählte Trasse. Die Befürworter, etwa Josef Ostler von der 2-Tunnel-Initiative, hielten dagegen und gaben die Vorwürfe zurück. Ein Schlagabtausch, wie er schon etliche Male stattgefunden hat. Und der zeigt, dass die Wunden längst nicht verheilt sind.

Bürgermeister Thomas Schmid (CSB) beendete die Diskussion dann auch abrupt: „Lassen wir es gut sein und die Vergangenheit ruhen.“ Die Frage nach der Zukunft konnte an dem Abend eh nicht beantwortet werden. Das kann nur Ramsauer persönlich.

Janine Tokarski

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