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Der Bahnhof Griesen soll eine neue Nutzung bekommen.

Kreisjugendring vor großer Aufgabe

Bahnhof Griesen im Wandel: Das sind die Pläne für das Gebäude

  • Manuela Schauer
    vonManuela Schauer
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Der Kreisjugendring plant sein nächstes großes Projekt: Er will den Bahnhof Griesen in ein Jugendübernachtungshaus verwandeln. Doch erst muss die Finanzierung stehen. 

Landkreis/Griesen – Der Bedarf spricht Bände. 200 Tage im Jahr sind das Rißbachhaus bei Vorderriß und die Lichtenbachhütte bei Linderhof belegt. Die Jugendübernachtungshäuser des Kreisjugendrings – heiß begehrt. Wer sie buchen will, muss früh dran sein. „Wir haben eine Wartezeit von zehn Monaten“, sagt Vorsitzender Arno Rauscher. Bald schon könnte es eine Alternative zu den zwei Domizilen geben. Der KJR plant, das Bahnhofsgebäude in Griesen umzugestalten.

Zwei Jahre lang hat die Organisation nach einer geeigneten Unterkunft gesucht. Im vergangenen November bei der Vollversammlung war dazu aufgerufen worden, Ideen einzubringen. Mit Erfolg. „Das ist das beste Objekt“, betont Rauscher, der froh ist, dass es im Landkreis liegt. Für Jugendgruppen sei der Bahnhof Griesen optimal. Umgeben von Natur, in der Nähe von Ehrwald und Garmisch-Partenkirchen, mit einem Zughalt vor der Tür und ein Startpunkt für Wanderungen zum Eib- oder Plansee.

Derzeit gehört die Immobilie Rauscher zufolge noch einer Firma, bestehend aus zwei Personen – einem Berliner und einem Grainauer. Der KJR kauft das Haus, in dem die Deutsche Bahn in einem Raum untergebracht ist, aber nicht, sondern ein Privatmann. Abgewickelt soll das Ganze dann wie beim Rißbachhaus werden, das den Staatsforsten gehört. Der Förderverein schloss damals einen langjährigen Pachtvertrag mit ihnen ab, der KJR tritt als Betreiber auf.

Noch keine Verträge unterzeichnet

Alles Zukunftsmusik. Es liegen noch keine schriftlichen Übereinkommen vor. Nur ein Reservierungsvertrag, sagt Rauscher. „Wir brauchen Zeit, um Notwendiges abzuklären.“ Neben den Abstimmungen mit den Ämtern vor allem die Finanzierung. Um das Gebäude herzurichten, rechnet Rauscher mit Gesamtkosten von etwa 150 000 Euro. Die Suche nach Spendern läuft auf Hochtouren. Auch bei der Marktgemeinde klopfte man an. „Da waren wir zu spät dran mit dem Antrag“, sagt Rauscher. Grundsätzlich sei Unterstützung zugesagt worden – schon allein durch den Bauhof.

Gerade noch rechtzeitig reichte der KJR beim Landkreis sein Ansinnen ein. Der Kreisausschuss behandelte den einmaligen Sonder-Zuschuss in Höhe von 60 000 Euro im Rahmen seiner Haushaltsberatungen. Das Geld soll als Anschubfinanzierung dienen. Die Voraussetzung für Kämmerer Andreas Nebel: „Wir mussten sicherstellen, dass das Haus nicht für eine Privatperson saniert wird.“ Was nicht der Fall ist. Der Pachtvertrag soll rund 20 Jahre laufen. „Für fünf Jahre würden wir kein Geld reinstecken“, machte Rauscher in der Sitzung deutlich. Einhellig stimmte das Gremium der Förderung zu. Im Haushalt wird der Posten aber mit einem Sperrvermerk versehen, solange bis die Verträge abgeschlossen sind.

Jugendliche helfen bei Umbau mit

Läuft alles glatt, haben Rauscher und sein Team einiges vor, bis die ersten Jugendlichen im Bahnhofsgebäude übernachten. Wände, Heizung, Wasser, Küche, Böden – es gibt viel zu tun. Vor allem der Brandschutz muss ertüchtigt werden. Einiges leistet der KJR in Eigenregie. Die Jugend selbst werkelt auch. Das hat sich in der Vergangenheit bewährt. „Sie haben zwar lang geschlafen, dafür aber dann zum Teil bis 23 Uhr gearbeitet“, erzählt Rauscher.

Das komplette Gebäude auf die Schnelle bezugsbereit zu machen, ist dennoch illusorisch. Das weiß der Vorsitzende. Deshalb schwebt ihm ein Zwei-Phasen-Modell vor. Wunsch wäre, heuer ab Juli zu vermieten. Allerdings nur eine bewohnbare Einheit für etwa 20 Personen. Mit den Einnahmen soll dann sukzessive der Rest umgestaltet werden. „Beim Rißbachhaus hat’s auch vier Jahre gedauert, bis wir uns die Gastro-Küche leisten konnten“, sagt Rauscher. Insgesamt kalkuliert er in dem Selbstversorgerhaus mit etwa acht Schlafzimmern und Platz für etwa 30 bis 40 Personen. Und das zu guten Preisen. „Wir wollen unter zehn Euro für die Jugendlichen bleiben.“ Dass die Nachfrage wie bei den zwei anderen Häusern brummen wird – daran hat Rauscher noch keine Sekunde lang gezweifelt.

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