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Auszüge des Briefs, der bei vielen Firmenkunden für Unmut sorgte.

Kreissparkasse muss Kosten senken

Strafzinsen für Firmenkunden

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Landkreis - Die Zeiten sind schlecht. Die Kreissparkasse muss die Kosten senken und neue Einnahmequellen erschließen. Not macht erfinderisch. Jetzt werden Firmenkunden, die über eine Kreditlinie verfügen, zur Kasse gebeten.

Peter Lingg ist Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse.

Briefe an Kunden hat die Kreissparkasse Garmisch-Partenkirchen in den vergangenen Jahren mehrere verschickt. In den meisten pries das Kreditinstitut seine eigenen Produkte und seine Leistungsfähigkeit an, in einigen standen unangenehme Dinge. Es ist noch gar nicht so lange her, da kündigten die Vorstände die Schließung von Filialen an, von denen zumeist Privatkunden betroffen waren. Jetzt sind Firmenkunden die Zielgruppe, die ins Visier der Kreissparkasse geraten sind und mit Wahrheiten konfrontiert werden, die ihnen nicht gefallen. „Ich konnte es zunächst gar nicht glauben, was ich gelesen habe“, sagt eine Geschäftsfrau, die ihren Namen lieber nicht in der Zeitung lesen möchte, weil sie Schwierigkeiten befürchtet. Ihrem Ärger macht sie trotzdem Luft. „Ich halte das für eine Sauerei.“

Die Sauerei: Ab dem 1. Januar 2017 verlangt die Kreissparkasse von den Betrieben, die einen Kontokorrentkreditvertrag abgeschlossen haben, um schnell reagieren zu können, wenn sie Geld für größere Anschaffungen benötigen, und ihn nur teilweise oder nicht nützen, eine Provision von einem Prozent. Die nennen die Betroffenen – davon gibt es etwas mehr als 1000 – Strafzinsen. „Sie „waren nicht erfreut“, räumt Peter Lingg ein. „Wir haben uns diese Entscheidung nicht einfach gemacht“, sagt der Vorstandsvorsitzende, der am Dienstag den Verwaltungsrat unterrichtete.

„Wir haben versucht, im Gespräch Lösungen zu finden“

Martin Maurer verantwortet den Firmenkundenbereich.

Als Prellbock für aufgebrachte Kunden mussten Martin Maurer, der Leiter des Firmenkundenbereichs und stellvertretender Vorstand, sowie seine zehn Mitarbeiter herhalten. Pro Tag hatte jeder fünf bis zehn aufgebrachte Chefs von Handwerker-Betrieben, Handels- und Gewerbegeschäften sowie Firmen an der Strippe. „Mit 80 bis 90 Prozent konnten wir ganz vernünftig reden“, sagt Maurer. „Und wir haben versucht, im Gespräch Lösungen zu finden. Wir sind flexibel und gehen auf die Bedürfnisse ein.“ Das Angebot, die Kreditlinie zu kürzen oder vom Sonderkündigungsrecht – fristlos und kostenfrei – Gebrauch zu machen, will die Geschäftsfrau, die dem Tagblatt den Brief zur Verfügung stellte, nicht annehmen. „Wir brauchen das Geld und wollen auch nicht von der Sparkasse weg.“ Die Strafzinsen stellten für ihren Betrieb, der aus fünf Beschäftigten besteht, eine große Belastung dar. „Für uns ist das viel Geld.“

Die Not – seit die Zinsen gegen Null tendieren und die Geschäfte deshalb nicht mehr so laufen wie in den fetten Jahren – macht die Kreissparkasse erfinderisch. „Wir sehen uns zu dieser Maßnahme gezwungen“, sagt Lingg. „Wir geben nur die Kosten weiter, weil wir Liquidität vorhalten müssen.“ Er sieht sich dabei in guter Gesellschaft. Rund zehn Prozent der Sparkassen in Bayern und zahlreiche Großbanken sind in den vergangenen Monaten bereits diesen Weg gegangen, weil die Erlöse sinken. Mitbewerber aus der Region, die ein ähnliches Geschäftsmodell betreiben, verfolgen das Vorgehen mit Argusaugen und bezeichnen es als „mutigen Schritt. Wir hätten uns das nicht getraut“. Und ein bisschen wirkt die Kreissparkasse wohl als Trendsetter. Tenor in der Branche: Wenn die das machen, können wir das auch.

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