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Stellte die Zahlen bei der Pressekonferenz vor: Polizeipräsident Robert Kopp. 

Mittenwald übertrifft Garmisch-Partenkirchen - im negativen Sinn

Kriminalitätsstatistik 2016: Über 1300 Verstöße gegen das Aufenthaltsgesetz

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Im Vergleich zu Bayern schneidet der Landkreis gut bei der Kriminalitätsbelastung ab. Dennoch stiegen die Zahlen bei den Straftaten um 15 Prozent an. Trotzdem können sich die Bürger sicher fühlen.

Landkreis/Rosenheim – Kann sich der Bürger im Landkreis Garmisch-Partenkirchen sicher fühlen? Legt man die sogenannte „Häufigkeitszahl“ (HZ) zu Grunde, ein Gradmesser für die Kriminalitätsbelastung der Bevölkerung, so darf man diese Frage mit einem klaren Ja beantworten. Die Region zwischen Staffelsee und Karwendel kommt bei der HZ auf einen Wert von 3876 und liegt damit deutlich hinter dem südlichen Oberbayern (4167) und Gesamt-Bayern (4785). Allerdings macht eine andere Zahl, die am Dienstag bei einer Pressekonferenz des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd in Rosenheim bekannt gegeben wurde, schon etwas nachdenklich: Die Straftaten im Landkreis sind im vergangenen Jahr auf 4720 (Vergleich 2015: 4102) um 15 Prozent angestiegen.

Weitaus extremer stellt sich die Situation im Bereich Oberbayern Süd dar: Hier registrierte die Polizei in 2016 über 213 000 Straftaten – das Jahr zuvor waren es „nur“ 98 000. Polizeipräsident Robert Kopp führte diese Entwicklung „auf die steigenden Einwohnerzahlen sowie die allgemeine Migrationslage“ zurück.

Im Landkreis Garmisch-Partenkirchen kamen Personen am häufigsten mit dem Gesetz in Konflikt, wenn es um Verstöße gegen das Aufenthalts- und Asylverfahrensgesetz ging (1330 Straftaten – Zunahme zu 2015 um über 130 Prozent). Exakt 972 Fälle von Diebstahl registrierte die Polizei vergangenes Jahr, wobei der Anteil der Ladendiebstähle um 38 Prozent gesunken ist. 32-mal wurde in Wohnungen eingebrochen und 39-mal gegen die sexuelle Selbstbestimmung von Personen verstoßen.

Immer wieder ein Thema in der Öffentlichkeit – Straftaten von Asylbewerbern. Bei den Zuwanderern registrierten die Ermittlungsbehörden in 2016 exakt 116 Fälle von Rohheitsdelikten (gefährliche und schwere Körperverletzungen), wobei in 93 Fällen eine Flüchtlingsunterkunft der Tatort war. Einen Anstieg um 78 Prozent auf 130 Fälle gab es bei Urkundenfälschungen, auch diese stehen größtenteils in Zusammenhang mit der irregulären Migration. Hintergrund: Bei der Einreise ins Bundesgebiet wurden häufig Dokumente verwendet, die – wie sich später herausstellte – gefälscht waren. Interessant aus Landkreis-Sicht ist auf jeden Fall, dass die Kriminalitätsbelastung der Bevölkerung im vergangenen Jahr nicht – wie man vielleicht erwarten könnte – in Garmisch-Partenkirchen am höchsten war, sondern in Mittenwald.

Beruhigend für alle Bürger ist, dass jede zweite Straftat aufgeklärt wird: Die Quote der Polizei im Landkreis Garmisch-Partenkirchen lag 2016 bei 62,2 Prozent – Oberbayern Süd: 66,1 Prozent. 

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