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Ein Höhepunkt: die Freilicht-Inszenierung „Die Trutzige“ zum 125-jährigen Bestehen des Partenkirchner Bauerntheaters mit (v. l.) Brigitte Radu, Sepp Hellweger, Georg Witting, Kerstin Grünauer, Peter Maurer und Georg Reindl.

Bekommt Garmisch-Partenkirchen den Zuschlag?

Kultur im Sommer: Mit „Zamma“ einen Neustart wagen

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Zurück zu den Wurzeln – das ist das erklärte Ziel von Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer. Nach dem Ende des Kultursommers will sie die sommerliche Veranstaltungsreihe neu aufstellen. Eine Initialzündung erhofft sie sich durch das Kulturfestival „Zamma“ des Bezirks Oberbayern.

Garmisch-Partenkirchen – Der Kultursommer in Garmisch-Partenkirchen ist offenbar Geschichte. Und das sang- und klanglos. Die 14 Jahre, in denen Künstlerischer Leiter Georg Büttel und Veranstalter Florian Zwipf-Zaharia, dem hiesigen Publikum ein abwechslungsreiches Programm bescherten, scheinen vergessen. Zu den Akten gelegt quasi. Denn Gespräche, wie es zu der Insolvenz des Veranstalters im September 2016 kommen konnte, fanden bis heute nicht statt. Zu Büttels Bedauern. „Wenn einer nicht mehr an Bord ist, muss nicht alles den Bach runtergehen“, hatte er kurz nach Bekanntwerden von Zwipf-Zaharias finanzieller Schieflage gesagt. Auch vor dem Hintergrund, „dass sein Heimatort über sehr viele Hochkaräter in Sachen Kunst und Kultur verfügt, auf die man stolz sein kann“.

Das enorme Potenzial vor Ort ist Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer (SPD) bewusst. Ihr stellt sich aber die Frage, wie die Gemeinde die Kultur im Sommer neu aufstellen kann. Denn eines hat sie längst geklärt: Einen Vertrag, wie ihn Zwipf-Zaharia unterzeichnet hatte, unterschreibt kein anderer Veranstalter. Der Füssener hatte sich auf eine Deckelung eingelassen. Das heißt, der Markt hatte den Kultursommer mit 220.000 Euro bezuschusst, eventuelle Verluste musste der Veranstalter aus eigener Tasche schultern. „Künftig wollen wir die Koordination nicht mehr ganz aus der Hand geben.“

Bewerbung für 2019

Somit tendiert Meierhofer dazu, sich wieder auf die Ursprünge zu besinnen. Den richtigen Weg dafür sieht sie in „Zamma“, dem Kulturfestival des Bezirks Oberbayern. Dieses findet alle zwei Jahre statt, für 2019 hat sich Garmisch-Partenkirchen beworben. Noch ist nicht klar, ob der Markt den Zuschlag erhält. Die Hoffnung ist aber groß. „Mitte, spätestens Ende November erwarten wir eine Nachricht vom Bezirk“, sagt Rathaus-Sprecherin Ute Leitner. Sie hat sich intensiv mit diesem Projekt befasst und mit ihrer Präsentation im Gemeinderat auch die Kommunalpolitiker überzeugt.

Das einwöchige Programm, für das die Gemeinde insgesamt 63.000 Euro ausgeben muss, firmierte bis 2013 unter dem Namen „Oberbayerische Kultur- und Jugendkulturtage“. Das Angebot „hat den Anspruch, allen Menschen einer Region – unabhängig von Behinderung, Alter, Herkunft, Religionszugehörigkeit, Bildung, Geschlecht oder sonstigen individuellen Merkmalen – kulturelle Teilhabe zu ermöglichen“, erklärt Leitner. Am Eröffnungswochenende von Zamma finde zudem die Verleihung des Oberbayerischen Kulturpreises statt, zu dem rund 200 Personen aus Kultur, Politik, Gesellschaft und Wirtschaft geladen werden. Garmisch-Partenkirchen war bereits 1995 erfolgreicher Austragungsort des Festivals – damals freilich noch unter anderen Bedingungen. „Inzwischen wird das vielfältige und innovative Programm nicht mehr ,mitgebracht‘, sondern entsteht im Ort in Zusammenarbeit mit den regionalen Kulturschaffenden, den sozialen und kulturellen Einrichtungen und Jugendorganisationen“, verdeutlichte sie das Konstrukt.

Zwischenlösung für 2018

Ein Ansatz, der Meierhofer überzeugt. „Die Projekte geben außerdem den Impuls für eine nachhaltige Erweiterung des regionalen Kulturangebots.“ Und daraus könne ein Nachfolge-Modell für den Kultursommer entstehen. „Ich sehe Zamma als neuen Auftakt, aus dem heraus sich etwas Neues entwickeln soll.“

Somit steht den Garmisch-Partenkirchnern auch im kommenden Jahr eine Zwischenlösung bevor. Nach den Jubiläen, die heuer den Rahmen für die Kultur im Sommer bildeten, ist guter Rat teuer, was 2018 angeboten werden kann. „Die Landesausstellung in Ettal, an der wir uns erheblich beteiligen, nimmt sicher breiten Raum ein“, meint Meierhofer. Auch das Straßen-Kunst-Festival in der Ludwigstraße, das sich etablieren soll, zählt sie zu den Programmpunkten. „Ansonsten werden wir Einzelprojekte zusammenführen.“ In diesem Jahr habe das gut geklappt. Insbesondere die Freilicht-Inszenierung zum 125-jährigen Bestehen des Partenkirchner Bauerntheaters hebt Meierhofer hervor. „Ein wunderbares Stück, bei dem sich gelohnt hat, dass mit Helmut Schorlemmer ein professioneller Regisseur hinzugezogen wurde.“

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