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Ein echtes Rock ’n’ Roll-Urgestein: Nick Woodland heizte dem Publikum mit seiner Band so richtig ein. Auch die Sängerin Anne Haigis begeisterte.

Rock ’n’ Roll, Blues und Country

30 Jahre Kulturbeutel: Nick Woodland und Anne Haigis begeistern das Publikum im U1

Garmisch-Partenkirchen - 30 Jahre Kulturbeutel in Garmisch-Partenkirchen werden auf der U1-Bühne groß gefeiert: Die Musiker Anne Haigis und Nick Woodland begeistern das Publikum mit Blues und Rock ’n’ Roll.

Seit drei Dekaden veranstaltet der Kulturbeutel in Garmisch Kabarett und Musik qualitativ hochwertiger Künstler. Dies feiert er derzeit gebührend mit einer dreiteiligen Veranstaltungsreihe, die einen künstlerischen Querschnitt bietet. Für den zweiten Abend engagierten die Veranstalter zwei herausragende Künstler, die schon des Öfteren auf der Bühne U1 gestanden waren: Das Blues-Urgestein Nick Woodland und die Vollblutmusikerin Anne Haigis.

Reibeisenstimmen und sanfte Melodien

Die gab zusammen mit der Künstlerin Ina Boo, mit der sie seit Januar durch Deutschland tourt, den Auftakt. Die beiden Powerfrauen ergänzten sich nicht nur instrumental, sondern auch stimmlich perfekt. Während Haigis mit ihrer kräftigen Reibeisenstimme die Perücken in der ersten Reihe selbst ohne Mikrofon hätte wegpusten können, gab Boo mit ihrem samtenen Klang den optimalen Kontrast. Bewusst verzichteten sie auf umfassende musikalische Begleitung, setzten nur ihre Akustikgitarren ein, auf deren Korpussen sie hie und da den Takt trommelten. Ab und an begleitete Boo Haigis am Keyboard.

Haigis bot ein abwechslungsreiches Programm. Einen Querschnitt ihrer Gesangskarriere. Darunter sowohl englischsprachige, als auch deutsche Songs mit Elementen des Blues und Rock, die durch die Gitarren häufig eine angenehme Country- und Folknote bekamen. Auch aus ihrem neuen Album gab sie Einiges zum Besten. Zum Beispiel den Titel „Ich bau Dir ein Schloss“ von Heintje war dabei, den sie einfallsreich zur Rockballade umgestaltete.

Erstklassiger Blues und Rockballaden

Nach einer kurzen Pause kam dann der Rockstar Woodland auf die Bühne. Man munkelt, dass sogar einmal die Rolling Stones bei ihm angefragt haben. Wenn man Woodland auf der Bühne erlebt, ist dies verständlich. Ohne viele Worte zu verlieren kam er zur Sache und legte einen ersten Blues auf die Bühne, der es in sich hatte. Mit unbeeindruckter Körperhaltung und schwarzem Zylinder auf dem Kopf – sein Markenzeichen – bot er ein Gitarrensolo, das eines Rockstars mit fast fünfzigjähriger Bühnenerfahrung absolut würdig ist. Erst nach der ersten Nummer stellte er sich vor: „My name is Edward Snowden. I am a good guy.“ Somit gab der Wahlmünchner einen Vorgeschmack auf seinen trockenen britischen Humor, der sich durch das ganze Programm zog. Nachdem er mit den folgenden Nummern den Saal zum Kochen gebracht hatte, der ein oder andere sogar vom Stuhl aufgesprungen war, rief er begeistert: „Jetzt, wo Ihr alle so richtig gut drauf seid … spiele ich mal ne Rockballade.“

Woodland ist seinem Sound treu geblieben. Blues- und jazzgetränkter Rock, ab und an mit einer gehörigen Portion Country gewürzt. Und immer im knackigen Sound der Siebziger. Woodland und seine Band heizten den Saal so richtig ein. Als ihn dann der Durst überkam, brachte Haigis ihm höchstpersönlich eine Weißweinschorle. Die Zuhörer waren begeistert von diesem musikalischen Hochgenuss.

Beate Berger

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