Kurzarbeit: Noch kein Lichtblick am Horizont

Landkreis Garmisch-Partenkirchen - Die Wirtschaftskrise hat auf die Betriebe im Landkreis Garmisch-Partenkirchen nur geringe Auswirkungen. Derzeit sind 27 Firmen betroffen. Ein Lichtblick lässt aber auf sich warten.

Grundsätzlich unterscheidet die Agentur für Arbeit zwischen konjunktureller, also aktuell durch die Wirtschaftskrise bedingter, und saisonaler Kurzarbeit, die immer wieder, beispielsweise in der Baubranche, auftritt. „Die Anzahl der Unternehmen, die im Landkreis Garmisch-Partenkirchen eine konjunktur-bedingte Kurzarbeit tatsächlich in Anspruch nehmen, ist ziemlich stabil geblieben“, sagt Ferdinand Pilzweger, Leiter der Agentur für Arbeit in Weilheim, die für diesen und die Landkreise Weilheim-Schongau und Landsberg/Lech zuständig ist. „An diesen Zahlen hat sich in den vergangenen zwölf Monaten kaum etwas verändert.“ Im April 2009 seien es 25 Betriebe mit insgesamt 125 betroffenen Arbeitnehmern gewesen, im Juli 33 mit 189 Mitarbeitern, im Oktober 30 mit 168 Menschen und derzeit 27 für ebenfalls unter 200 Arbeitnehmer. „Die Wirtschaftskrise hat im Raum Garmisch-Partenkirchen relativ wenig Auswirkungen. Diese hat sich vor allem in der Metall- und Zuliefererbranche bemerkbar gemacht. Dieser Landkreis verfügt aber über eine Wirtschaftstruktur mit vielen kleinen Betrieben.“ In einem der wenigen größeren Unternehmen, der Kern Micro- und Feinwerktechnik mit ihren Standorten in Eschenlohe und Murnau-Westried, traut man den vielen positiven Meldungen noch nicht. „Auch wir erwarten den Aufschwung, sehen ihn im Moment aber noch nicht so ganz kommen“, meint Geschäftsführer Ekkehard Alschweig. „Ich bin da ein bisschen vorsichtig. Ich möchte neue Aufträge erst einmal tatsächlich sehen. Wir arbeiten permanent in allen Bereichen weiter, um für unsere Kunden da zu sein. Allerdings mit reduzierter Arbeitszeit der Mannschaft.“ Sämtliche Mitarbeiter in Eschenlohe seien derzeit 30 Prozent weniger eingesetzt als sonst. Immer noch baue man Überstunden ab. Entlassungen seien kein Thema, betont Alschweig. „Insgesamt sind wir optimistisch und freuen uns, wenn’s wieder losgeht.“ Damit rechnet Oliver Rebele, Geschäftsführer der Firma Alphaform Claho mit Sitz in Eschenlohe, erst im Herbst. In seiner Firma, die Prototypen für Spritzguß- und CNC-Fräs-Teile herstellt, hätten im Mai und Juni 2009 35 der 44 Mitarbeiter kurzarbeiten müssen. Bis heute kam der Betrieb ohne weitere aus, rechnet aber damit, in Kürze wieder Kurzarbeit anmelden zu müssen. „Ob wir sie dann tatsächlich brauchen werden, stellt sich noch heraus“, sagt Rebele. Insgesamt seien im Bezirk der Agentur für Arbeit Weilheim derzeit noch 252 Betriebe mit zirka 3000 Arbeitnehmern von konjunktureller Kurzarbeit betroffen. Zu Spitzenzeiten habe die Agentur rund 6000 Kurz-Arbeitnehmer verzeichnet. „Wir können eine kontinuierliche Abnahme feststellen. Es kommt zwar noch nicht zu Neueinstellungen, aber immer mehr Betriebe gehen aus der Kurzarbeit raus“, sagt Pilzweger. Auch bei Entlassungen sei der Bezirk mit einem blauen Auge davongekommen. In manchen Betrieben seien zwar einzelne Teilbereiche stillgelegt worden, aber Entlassung im großen Stil habe es nicht gegeben. Sogar die Arbeitslosenzahlen, die 2009 noch steigend waren, gingen bereits zurück. Lag die Quote im Februar noch bei 4,6 Prozent, sei sie jetzt schon bei 4,4 Prozent angelangt.

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