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30.000 Euro wurden für die Konzerte in Ettal ausgezahlt.

Klare Vorgaben bei Zuschüssen

Faulstroh gibt Antworten auf offene Fragen - nicht jede trifft auf Verständnis

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Aufklärungsstunde im Kreistag: Dr. Nikolaus Faulstroh, Koordinator des Rahmenprogramms der Landesausstellung, erklärte in der Sitzung die Vorgehensweise bei Zuschüssen und Vermarktung. Widerworte bekam er dennoch.

Landkreis– Dr. Nikolaus Faulstroh war nicht gerade bester Laune. Das verrieten seine Mimik und Stimmlage. Der Koordinator des Rahmenprogramms der Landesausstellung musste bei der Kreistagssitzung in Grainau antanzen, Antworten liefern. Vor allem auf die Fragen von Thomas Schwarzenberger (CSU). Krüns Bürgermeister hatte im Kreisausschuss Informationen zu Fördergeldern von Veranstaltungen und zur Vermarktung des Großereignisses eingefordert. Jetzt hat er sie bekommen.

Ganz verstehen konnte Faulstroh offensichtlich aber nicht, warum bei diesen Themen Klärungsbedarf herrschte. Zu Werbung, Rahmenprogramm und Finanzplan sei bereits in mehreren Sitzungen berichtet worden. Die Liste der Gremien samt entsprechendem Sitzungsdatum brachte er nach Grainau mit. Faulstroh sprach Klartext, unterrichtete die Kreisräte über Fördergelder in Höhe von 200.000 Euro, die akquiriert worden sind. Für den Koordinator ein großer Erfolg. „Ohne diese gäbe es nur halb so viele Highlights im Rahmenprogramm.“ Wie diese Mittel verteilt wurden und werden, erläuterte er ebenfalls – und entsprach damit Schwarzenbergers Wunsch. In den meisten Fällen seien die Ausrichter mit 500 bis 1000 Euro unterstützt worden. Falls ein höherer Aufwand bestand, gab es mehr Geld – nach hausinterner Abstimmung. „Da ist nichts auf meinem Mist gewachsen“, sagt Faulstroh auf Tagblatt-Nachfrage. Die Regel lautet: Die Höhe des Zuschusses vom Landkreis ist abhängig von den Gesamtkosten der Veranstaltung und den Fördergeldern.

Zuschuss für Konzerte in Ettal: Schwarzenberger kann Argumentation nicht nachvollziehen

Nicht anders lief es ihm zufolge bei den zwei Open-Air-Konzerten in Ettal ab, die im Rahmen des Richard-Strauss-Festivals stattgefunden haben. Ein heikles Thema. Wie berichtet, übte Krüns Rathauschef Kritik an dem ausgezahlten Zuschuss in Höhe von 30.000 Euro, weil die Kreisgremien eine Förderung abgelehnt hatten. Faulstroh versuchte Licht ins Dunkel bringen. Der Antrag auf Beteiligung am Richard-Strauss-Festival habe nichts mit dem Förderbetrag zu tun. Es handelte sich schlichtweg um eine einmalige Zahlung, weil die Konzerte zum Rahmenprogramm der Landesausstellung gehörten.

Schwarzenberger gab sich mit der Antwort nicht einverstanden. „Da bin ich anderer Meinung“, sagte er in der Sitzung. Weil im Antrag auf Förderung damals explizit die Veranstaltungen in Ettal und Elmau erwähnt worden seien. „Das ist eine Missachtung fürs Gremium“, monierte der Krüner. Wofür braucht es dann Einzelbeschlüsse? Diese Frage warf er noch hinterher. Das ließ Faulstroh so nicht auf sich sitzen: „In den Ausschüssen wurden die Open Airs genannt“, entgegnete er. „Da wurde nichts gesagt, dass diese nicht gefördert werden können.“ Auf Tagblatt-Nachfrage verteidigt Faulstroh das Vorgehen nochmals. Es ging nicht um das Richard-Strauss-Festival, erklärte er. Mit den Geldern haben man keinen Institutionen unter die Arme gegriffen. Es wurden dem Koordinator zufolge die Veranstaltungen gefördert, weil die Organisatoren diese passend zum Programm und Thema der Landesausstellung gestalteten. Wäre es nicht so gewesen, hätten auch die zwei Konzerte vor der Basilika in Ettal nichts bekommen, stellt er klar.

„Ich will keine Schuldzuweisungen“

Beim Thema Vermarktung gerieten er und Schwarzenberger gleich wieder verbal aneinander. Während Faulstroh und auch Landratsamts-Sprecher Stephan Scharf neben der Entwicklung der Besucherzahlen weitere Werbemaßnahmen im Detail darlegten (siehe unten), bahnte sich schon der nächste Schlagabtausch an. Schwarzenberger zog eigene Erfahrungswerte heran. Vor kurzem musste er von Krün nach Ettal fahren, achtete unterwegs auf Werbung. Doch erst kurz vor der Ankunft habe er ein Schild entdeckt. „Sonst nix.“ Der Konter ließ nicht lange auf sich warten: Faulstroh bemängelte die zu geringe Plakatierung in Krün – allen voran an Anschlagetafeln und Bushaltestellen. „Jetzt hab’ ich selbst Plakate aufgehängt“, sagte er gereizt, wobei die Exemplare doch bei der Tourist-Info liegen würden. Die Stimmung zwischen den beiden war sichtlich unterkühlt. Schwarzenberger versuchte, die Wogen zu glätten. „Ich will keine Schuldzuweisungen.“ Nur am Ende eine Landesausstellung, die der Landkreis am Ende als Erfolg verbuchen kann.

Zahlen und Fakten

Besucherzahlen: Mai: 16 452 Juni: 31 660
Gesamteinnahmen: Mai: 118 028 Euro Juni: 126 663 Euro

Vermarktungsbeispiele:
-Acht Großwerbebanner im Landkreis, es folgen noch fünf weitere; Werbefläche in Oberau steht ab August 2018 zur Verfügung. -Elf Holzwerbeschilder an exponierten Stellen (Wiese vor Passionstheater, Innenhof Kloster Ettal, Schloss Linderhof).
-Sechs Orte mit Tiefenbacher-Außenwerbung (Standorte in Garmisch-Partenkirchen, Grainau oder Wallgau).
-Acht Orte an den Bundesstraßen, an denen touristische Wegweiser aufgestellt wurden (Standorte beispielsweise Murnau, Oberau, Ettal).

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit:
-Medienpartnerschaft des Haus der Bayerischen Geschichte mit Münchner Merkur mit finanzieller Beteiligung des Landkreises.
-Finanzielle Beteiligung an Pressereisen und Socia-Media-Aktionen der Zugspitz Region GmbH.
-Beispiele für Anzeigenschaltung: Landkreis-Zeitung, bravissimo, s’Fenster zum Ammertal, Kreisbote (Landkreis Garmisch-Partenkirchen, Weilheim-Schongau, Starnberg, Füssen), Programmheft Volkshochschule Garmisch-Partenkirchen, Süddeutsche Zeitung (Sonderbeilage 100 Jahre Freistaat Bayern), tassilo (Magazin rund um Weilheim und die Seen).

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