+
Umweltschutz ist Thema am Werdenfels-Gymnasium: Ministerin Ulrike Scharf (l.) mit Uta Hofmann und Brit Angrick-Fried.

Drei Umweltschulen im Landkreis

Naturschutz auf dem Stundenplan

Den Titel „Umweltschule in Europa“ vergibt das Umweltministerium jedes Jahr. Heuer kamen auch drei Einrichtungen aus dem Landkreis zum Zug: Neben dem Werdenfels-Gymnasium und der Grundschule an der Burgstraße in Garmisch-Partenkirchen wurde erstmals die Emanuel-von-Seidl-Grundschule in Murnau ausgezeichnet.

Landkreis – Hau ruck! Mit kräftigen Zügen zieht Hausmeister Ralf Oswald die Fahne am Masten der Emanuel-von-Seidl-Grundschule in Murnau hoch. „Boah“ rufen die Schüler, als sie oben im Wind flattert. Die Augen sind groß. Die Kinder lachen und klatschen. Die Flagge ist wirklich schön, finden sie. Ganz grün. Und das passt. „Umweltschule in Europa“ steht in großen Lettern darauf. So darf sich die Einrichtung am Mayr-Graz-Weg nun nennen – und zwar zum ersten Mal. „Darauf könnt Ihr stolz sein“, sagt Rektorin Angelika Bader. Die Buben und Mädchen haben sich die Auszeichnung des Bayerischen Umweltministeriums redlich verdient, findet sie. Um dieses Prädikat zu erhalten, muss man nämlich etwas für die Umwelt tun. Und das haben die Kinder. Nicht als einzige Schule im Landkreis: Auch das Werdenfels-Gymnasium und die Grundschule an der Burgstraße in Garmisch-Partenkirchen haben sich dem Naturschutz verschrieben.

Zwei Projekte zum Thema biologische Vielfalt, Klimaschutz oder Nachhaltigkeit mussten die Schulen innerhalb eines Jahres im Ministerium einreichen. Das Motto lautete „Global denken – lokal handeln“. 348 Schulen in ganz Bayern haben sich beworben – 28 mehr als im Vorjahr. In Erding hat Umweltministerin Ulrike Scharf (CSU) die Auszeichnungen vergeben.

Die Schüler im Landkreis kamen zum Zug, weil sie sich intensiv mit Wasser, Vögeln, Bienen und der Luft beschäftigt haben. Sie pflanzten Gemüse an, fasteten Plastik, setzten sich mit Milch und deren Herkunft auseinander oder sammelten Spenden für wohltätige Organisationen. Mit ihren Ideen und Engagement wollten die Kinder dazu beitragen, die Welt ein kleines bisschen zu verbessern. Neben Lesen, Schreiben und Rechnen haben die Schüler einiges über die Natur gelernt.

Marie (8), Pia (9) und Luis (8) von der Grundschule an der Burgstraße in Garmisch-Partenkirchen kennen die Vögel in der Region nun ganz genau. Experten vom Landesbund für Vogelschutz in Bayern haben ihnen viel über sie erklärt. Sie wissen, wie der Waldkauz – der Vogel des Jahres – aussieht, was er gerne frisst und wo er schläft. Auch, wie er sich anhört. Bei einer Abendwanderung haben sie seinem Gesang gelauscht. „Das Projekt war voll cool“, schwärmt Marie.

Prämierten Umweltschulen engagieren sich auch weiterhin

Die Viertklässler beschäftigten sich außerdem mit Wasser und dem Ökosystem Teich und besuchten Seen im Landkreis. Dabei mussten sie genau beobachten, welche Tiere und Pflanzen dort leben und warum es so wichtig ist, dass Wasser für sie sauber zu halten. Im Klassenzimmer erarbeiteten sie Regeln dafür.

Bei den Kindern der Murnauer Grundschule stand ebenfalls Wasser auf dem Plan. Mit selbst gebauten Unterwasserlupen beobachteten sie die Lebewesen im Seidlpark-Weiher. Die „Plastikpiraten“ der vierten Klasse machten die Probe aufs Exempel und holten mit einem Fischernetz Plastik aus der Loisach. „Erschreckend, wie viel Teile da herumschwimmen“, sagt Bader. Sie und Konrektorin Birgit Klöck waren beeindruckt, mit welchem Engagement die Kinder bei der Sache waren. „Und zwar freiwillig.“

Das war auch bei der Präsentation der Projekte zu merken. Zum Beispiel die Blumen, Salate, Bohnen und Gewürze die die Kinder im Schulgarten gepflanzt haben, oder das Insektenhotel. „Ich fand das total spannend“, sagt der achtjährige Florian aus der 3 a. Damit das auch andere erfahren, haben die Schüler eine Zeitung herausgebracht. „Umwelttipps von den Seidlkids“ heißt sie. Den Verkaufserlös spendeten sie für ein Hilfsprojekt.

Für gute Zwecke sammelten auch die Werdenfels-Gymnasiasten. Und zwar an verschiedene Einrichtungen weltweit: 1200 Euro für das Prana-Projekt, das Menschen in Indien unterstützt, und Wirbelsturmopfer in Haiti. Der Erlös des Weihnachtsmarkts in Höhe von 4400 Euro ging an die Syrien-Hilfe und die Tafel in Garmisch-Partenkirchen. Klima- und Wasserschutz war natürlich ein wichtiges Thema, genau wie „Plastik-Fasten“.

Aber auch einen Schulgarten haben die Gymnasiasten konzipiert sowie Hochbeete angelegt. Die fünften und sechsten Klassen pflanzten in Kübeln Tulpenzwiebeln, Kartoffeln, Mangold, Radieschen, Kapuzinerkresse und vieles mehr an. Ohne Pestizide, versteht sich. Mit dem Landesverbund für Vogelschutz haben sie ebenfalls zusammengearbeitet. Auf Karten stellten sie etwa das Vorkommen und die Verbreitung von Vogelpopulationen dar. Aber auch die Lehrer haben angepackt. Sie sind in die Pedale statt ins Auto gestiegen – im Rahmen der Aktion „Stadtradeln“.

Um einen Unterschied zu machen, engagieren sich die prämierten Umweltschulen auch in Zukunft. „Wir machen weiter“, sagt Bader aus Murnau. Unter anderem mit einer Projektwoche. Am Werdenfels-Gymnasium wollen die Kinder der Umweltgruppe dafür sorgen, dass beim Kopieren nur noch Recycling-Papier verwendet wird. Das Zauberwort heißt Nachhaltigkeit. Und die funktioniert eben nur, wenn man am Ball bleibt.

Magdalena Kratzer

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Peter Nagel geht nach Berchtesgaden - mit gutem Bauchgefühl
Die nächste Doppelspitze erwartet Tourismusdirektor Peter Nagel an seinem neuen Arbeitsplatz. Zum 1. April 2018 wechselt er nach Berchtesgaden. 
Peter Nagel geht nach Berchtesgaden - mit gutem Bauchgefühl
Murnauer Schwimmbad-Debatte: Manlik gibt Rapp contra
Der Bedarf für ein Schulschwimmbad in Murnau ist vorhanden. Da sind sich die Marktgemeinderäte einig. Ob so ein Projekt auch finanziert werden kann, ist bis dato unklar. …
Murnauer Schwimmbad-Debatte: Manlik gibt Rapp contra
Marco Wanke probt für den Eistanz im rosa Tutu 
Der Countdown läuft. Nur noch zwei Wochen, dann muss sich Marco Wanke im Olympia-Eisstadion beweisen – mit einer Kür im rosa Tutu. Das Training ist hart, sagt der …
Marco Wanke probt für den Eistanz im rosa Tutu 
Lebensmüde: Maskierter Mann klettert auf Kran für diesen Blick über den Eibsee
Dieses Video dürfte für Diskussionen im Netz sorgen: Ein maskierter Mann klettert auf einen hohen Kran, ist dabei völlig ungesichert. 
Lebensmüde: Maskierter Mann klettert auf Kran für diesen Blick über den Eibsee

Kommentare