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Zufrieden mit der Sicherheitslage: (v.l.) Robert Kopp, Eva Schichl und Landrat Anton Speer. 

Sicherheitslage im Landkreis

Polizei registriert mehr Rauschgift- und Gewaltdelikte

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Weit weg vom Wilden Westen: Der Landkreis Garmisch-Partenkirchen ist ein sicheres Pflaster. So fällt das Fazit des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd aus. Trotzdem gab es 2018 negative Entwicklungen.

Landkreis– Sieben Menschen haben 2018 auf den Straßen im Landkreis ihr Leben verloren. Sieben zu viel. Und fünf mehr als noch im Jahr zuvor. Der Grund für die traurige Bilanz? Robert Kopp kennt ihn nicht. Der Präsident des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd und seine Kollegen betrieben Ursachenforschung, hinterfragten sogar ihre eigene Arbeit: Haben sie weniger gemacht? Kopp sagt „nein“. Im Gegenteil.

Ein Muster bei den Todesfällen ist nicht zu erkennen. Sie verteilen sich auf alle Dienststellen im Landkreis, erklärt Kopp. Zwei Menschen starben im Garmisch-Partenkirchner Einsatzbereich, drei im Mittenwalder, sowie jeweils eine Person verunglückte im Murnauer und Oberammergauer Revier. „Da kann man nicht viel rauslesen“, macht Kopp beim Sicherheitsgespräch im Landratsamt deutlich. Sein Ziel ist klar: So viele Tote möchte er nicht noch einmal in der Bilanz registriert haben. „Wir müssen eine Stagnation reinbringen.“ Um das zu erreichen, will das Präsidium weiterführen, womit es bereits begonnen hat. Dazu gehören Lasermessstunden als Lektion für Raser. Kopp bedauert die Statistik im Bereich Verkehr allgemein. Alle Zahlen sind gestiegen (siehe Kasten). 108 Unfälle mehr ereigneten sich.

Mit dieser Baustelle allein war es nicht getan. Ein Plus gibt es unter anderem im Bereich der Gewaltkriminalität zu verbuchen. Sei es bei gefährlichen Körperverletzungen oder bei der Gewalt gegen Polizisten. Die erfreuliche Nachricht dabei: „Wir klären 86,6 Prozent der Fälle auf.“

Als großes Problem sieht Kopp in den zunehmenden Rauschgiftdelikten (plus 52,7 Prozent). Die Bilanz – „so hoch wie noch nie im Landkreis“. Er erinnert dabei an eine Szene in Farchant. Schleierfahnder hatten Anfang März vergangenen Jahres am Tunnel-Südportal ein Taxi aus München kontrolliert. Im Koffer des Fahrgastes entdeckten die Beamten eine größere Menge Marihuana, die für den regionalen Markt bestimmt gewesen war. Nicht nur die Kleinmengen, sondern auch die großen Drogenlieferungen wurden mehr. Von Vorteil sei Kopp zufolge deshalb die Zusammenarbeit mit der Grenzpolizei.

Explizit erwähnt er die enorme Nachfrage nach Cannabis. „Das Dark-Net hat die Verfügbarkeiten erleichtert“, sagt der Polizeipräsident. Den Kontakt zu einem Dealer braucht es kaum mehr. Deshalb vertritt er eine klare ablehnende Haltung zu Legalisierungsbestrebungen. Seine Einschätzung: Der Konsum wird zunehmen. „Da braucht man sich nichts vorzumachen.“

Das „Moloch“ Internet, wie es Eva Schichl, leitende Polizeidirektorin, bezeichnet, wird nicht nur in Sachen Drogen für Delikte missbraucht. „Es ist ein beliebter Tummelplatz für kreative Straftäter.“ Cyber-Crime lautet das Schlagwort. Daten-Klau, Schadstoff-Software, PC-Betrug – all das gehört dazu. Ein undurchsichtiges Feld und somit schwer zu kontrollieren. Spezifische Zahlen für den Landkreis gibt es nicht. Knapp 550 Fälle im Präsidiumsbereich waren 2018 zu verzeichnen. Doch die Dunkelziffer, betont Schichl, sei enorm hoch.

Richtig erzürnt zeigt sie sich bei Abzocken wie dem Enkel-Trick oder den vermeintlichen „Polizei“-Anrufen. „Man ist manchmal fassungslos über die Skrupellosigkeit.“ Mit Aufklärungskampagnen versucht man, die Betroffenen – meist Senioren – zu sensibilisieren.

Diese Teil-Aspekte trüben nicht die Stimmung von Kopp und Co. Weil die Statistik unterm Strich zufriedenstellend ausfällt. Auch, wenn manchmal ein anderes Bild entstehen sollte. Dazu tragen die sozialen Medien bei, meint der Präsident. Sie würden den Eindruck erwecken, dass alles schlimmer werde. Kann er nicht bestätigen und mit Zahlen belegen. Diese dürfen nicht für sich stehen, sondern müssen eingeordnet werden. Heißt: „Die Menschen in schönen Regionen werden mehr, das hat Einfluss auf die Kriminalität“, stellt Kopp klar und weist darauf hin, dass es vor zehn Jahren mehr Straftaten gegeben hatte.

Besonders hebt er die Aufklärungsquote – die „beste ever“ hervor. Sie liegt bei 73,8 Prozent. Das entspricht drei von vier Fällen. Für Kopp eine „wichtige Botschaft“ an die Bevölkerung. Damit rangiert der Landkreis hinter dem Berchtesgadener Land und Rosenheim auf Rang drei im Einsatzbereich des Präsidiums Oberbayern Süd.

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