Das rät die Polizei

Wieder Falschgeld im Umlauf

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Falschgeld ist ein Dauerproblem. Immer wieder sind unechte Banknoten im Umlauf, zuletzt tauchte eine in Oberammergau auf. Für die Betroffene ein Schock. Für die Polizei Routine.

Landkreis – Natürlich hat die Frau von Falschgeld gehört. Dass Betrüger immer wieder gefälschte Scheine in Umlauf bringen, dass jeder mal beim Einkaufen einen bekommen könnte. „Aber das war für mich so weit weg“, sagt die Oberammergauerin, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen möchte. Bis jetzt. Nun war sie selbst betroffen, „ein Schock“. Weil ein solcher Betrug mit ihren Wertevorstellungen nicht vereinbar ist. Vor allem aber, weil sie am Ende von allen Seiten – Polizei, Bank und auch Geschäftsleuten – hörte, dass so ein Vorfall nicht ungewöhnlich sei.

In einem Einkaufsmarkt muss sie den 20-Euro-Schein vor gut einer Woche als Wechselgeld erhalten haben, dessen ist sie sich sicher. Als sie damit in einem anderen Laden bezahlen wollte, lehnte der Kassierer die Banknote ab. „Sie ist ihm komisch vorgekommen.“ Irritiert stand die Oberammergauerin, Anfang 60, dem Mann gegenüber. „Man kommt sich ja gleich so komisch vor.“ An Falschgeld geglaubt hat sie immer noch nicht. Deshalb marschierte sie mit ihren 20 Euro zur Hausbank. Die Mitarbeiter dort bestätigten den Eindruck des Kassierers: Die Note war nicht echt.

Um solche Fälle kümmert sich die Kriminalpolizei in Garmisch-Partenkirchen. Dort ist von zwei weiteren Vorfällen in jüngerer Zeit die Rede, als zwei falsche 50-Euro-Scheine aufgetaucht sind. Alles aber im Bereich des Normalen, sagt Thomas Schelshorn, Pressesprecher der Polizeidirektion Oberbayern Süd. Ein auffälliger Anstieg im Landkreis sei keineswegs zu beobachten, sagt er in Rücksprache mit dem zuständigen Sachbearbeiter. Für 2017 verzeichnet dieser bis jetzt 76 Falschgeld-Fälle, das entspreche der Zahl aus den vergangenen Jahren. Nur 2014 gab es offenbar einen deutlichen Anstieg. Womit dieser zusammenhing, können die Beamten nicht mit Sicherheit sagen.

Auch die Banken sehen das Problem Falschgeld entspannt – weil es kaum ein Problem gibt. 2017 tauchten in der Kreissparkasse Garmisch-Partenkirchen bislang 32 gefälschte Scheine – überwiegend 50-Euro-Noten – auf, in der dortigen VR-Bank-Geschäftsstelle stoßen die Mitarbeiter Michael Schuldes zufolge auf etwa zwei Fälle pro Monat. In Relation zu den Einzahlungen „ein verschwindend geringer Anteil“, er erreiche nicht einmal den Promillebereich, sagt der VR-Bereichsleiter Vorstandstab. Diese Einschätzung teilt Manuela Petzolt, Sprecherin der Sparkassen-Geschäftsstelle. Die Blüten werden jeweils mittels moderner Geräte bei der Einzahlung der Kunden identifiziert. Die erste Reaktion: Die Bankmitarbeiter verständigen die Polizei.

Dazu rät Sprecher Schelshorn jedem Betroffenen, sollte er Falschgeld im Geldbeutel entdecken. Gibt ein Bürger wissentlich unechte Scheine aus, „ist das kein Kavaliersdelikt“. Ihm droht ein Verfahren und eine Freiheitsstrafe nicht unter einem Jahr. In der Regel bleiben die Betroffenen auf dem Schaden sitzen. So wie die Oberammergauerin. Bislang hat sie nie ihr Wechselgeld überprüft, ob vielleicht eine falsche Banknote darunter sein könnte – bei den jüngsten Einkäufen hat sie es getan. Das werde sie auf Dauer wohl nicht durchhalten, sagt sie. Noch aber sitzt der Schock zu tief.

So erkennt man Falschgeld:

Falschgeld fühlt sich zu glatt an: Zweifeln Verbraucher an der Echtheit einer Banknote, sollten sie mit dem Zeigefinger über den Schriftzug mit den fünf Abkürzungen für Europäische Zentralbank fahren. Die Kürzel „BCE ECB EZB EKT EKP“ oben auf der Vorderseite sind ganz leicht erhaben. 

Falschgeld hat andere Papierqualität: Fühlt sich das Papier komisch an, etwa dünner oder nicht so fest, kann das ein Zeichen für Falschgeld sein. 

Sichtbare Merkmale:  Zum Fühlen kommt das Sehen: In jeden Schein sind mehrere sichtbare Merkmale eingearbeitet. So wird beispielsweise die Wertzahl- auf der Vorderseite oben links- erst im Gegenlicht vollständig sichtbar. 

Das Hologramm prüfen: Wer noch immer zweifelt, sollte den Schein kippen. Auf der Vorderseite muss dann das Hologramm, der glänzende Streifen rechts, in verschiedenen Farben schimmern. Es sieht aus, als wanderten die Farben hoch und runter.

Rubriklistenbild: © dpa

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