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Braune Brühe: Die Partnach war an Fronleichnam nicht sonderlich einladend.

Schwarze Schafe im tosenden Wasser

Wasserwacht warnt Freizeitsportler vor Leichtsinn

  • Josef Hornsteiner
    vonJosef Hornsteiner
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Gleich mehrere Rettungsaktionen hat die Wasserwacht an Fronleichnam bewältigt. Mehrmals fehlte die Einsicht der Sportler, die sich teils bewusst in Gefahr begaben. 

Landkreis – Es ist ein Ritt auf der Rasierklinge. Szenen wie an Fronleichnam sorgen für Kopfschütteln – vor allem bei den Rettungskräften. Mit Kajaks und Schlauchbooten sind Menschen auf den Flüssen unterwegs – bei Hochwasser. Das Wasser ist braun und aufgewühlt. Mitgespülte Äste und Stämme unter der Oberfläche machen eine solche Fahrt selbst für erfahrene und gut ausgerüstete Wassersportler unberechenbar. Abgehalten hat das am Donnerstag nicht alle. Auf der Loisach mussten zwei Schlauchbootfahrer gerettet werden. Das Dreiste: Sie wollten nach der Rettung weiter. Ein Kajak-Fahrer kenterte. Am Himmelfahrts-Wochenende mussten die Helfer zahlreiche Segler vom Staffelsee holen. Steigt die Zahl der Unvernünftigen?

Marc Lehmann verneint. „Es hat schon immer solche Vorfälle gegeben, und es wird sie immer geben“, resümiert Leiter der Kreiswasserwacht resigniert. Fünfmal mussten die Helfer allein an Fronleichnam raus – viermal in fließendes Gewässer. Dennoch: Eine Tendenz zu mehr Einsätzen kann er noch nicht ausmachen. Alles sei wie gehabt. „Die üblichen Probleme.“ Lehmann verwundert die Leichtsinnigkeit einiger. Möglichkeiten, um sich über die aktuelle Lage zu informieren, existieren mittlerweile haufenweise. Fast jeder besitze ein Smartphone, es gibt Apps. Die könnten sogar Leben retten, meint Lehmann.

Menschenverstand einschalten

Scheint manchen Hobbysportler aber nicht zu interessieren. Die riskieren trotz aufziehender Gewitter und tosender Wassermassen ihr Leben. Derweil reicht beispielsweise ein Blick auf das Infoportal www.hnd.bayern.de. Die Seite informiert über die Hochwasserlage – auch im Landkreis Garmisch-Partenkirchen. „Die Seite sollte halt auch beachtet werden“, betont Lehmann. Das legt er den Wassersportlern ans Herz. Und wenn nicht, „dann sollte zumindest vor Ort der gesunden Menschenverstand eingeschalten werden“.

Der Wasserwacht-Chef ist gespannt auf diesen Samstag. Der Wetterbericht prognostiziert für Nachmittag wieder Unwetter. Und die können sich sehr schnell zusammenbrauen. „Wir haben schon Gewitter erlebt, die innerhalb von 15 Minuten aufgezogen sind“, betont Lehmann. Dann mit dem Boot auf dem Staffelsee zu sein, drei Kilometer vom Ufer entfernt – „das kann schon zu lange dauern“.

Braucht es Warnschilder?

Deshalb fahren die Helfer stets vor Gewittern die Seen ab und schauen nach dem Rechten. „Viele sind umsichtig, fahren teilweise schon eine Stunde vor einer Gewitter-Ankündigung an Land.“ Doch ist ihm klar, dass es im Wassersport wie überall in der Gesellschaft schwarze Schafe gibt, die selbst Sturm und Regen auf dem Wasser trotzen wollen.

Nicht selten kommt es in der Folge auch zu Fehlalarmen. Wenn bei Regen noch Kleidung an einem Seeufer liegt, rufen Passanten schnell die Wasserwacht. An sich richtig, versichert Lehmann. Aber oft sitzt der vermeintlich Vermisste auf einer Insel oder wartet in einem Restaurant bei einem Bier das Unwetter ab. Die Suchaktion war dann umsonst.

Müssen also mehr Warnschilder her? Wie können Sportler mehr für das Thema sensibilisiert werden? Mit diesen Fragen wird sich kommende Woche das Landratsamt als zuständige Behörde für Sicherheit und Ordnung sowie Wasserrecht im Austausch mit Rettungsorganisationen beschäftigen.

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