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Wollte damals unter bestimmten Voraussetzungen die Fusion: Landrat Anton Speer. 

Kreischef spricht im Interview über Filialschließungen der Banken

Landrat Speer: „Ich kämpfe um jeden Geldautomaten“

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Seit mehr als vier Jahren liegt die Verantwortung für den Landkreis in den Händen von Anton Speer. Im Tagblatt-Interview spricht der Freie Wähler über die Probleme bei der Kreissparkasse.

In vielen Orten gab es für die Bürger Einschnitte: Die Kreissparkasse, deren Verwaltungsrats-Vorsitzender Sie sind, hat viele Filialen geschlossen. Gebäude werden verkauft, um in schweren Niedrigzins-Zeiten nicht ins Minus zu rutschen. War es 2015 ein Fehler, nicht mit den Vereinigten Sparkassen Weilheim zu fusionieren?

Anton Speer: Ich war unter gewissen Voraussetzungen für die Fusion. Aber im Verwaltungsrat ist keine Mehrheit zustande gekommen, sie wurde politisch nicht gewollt. Diese Entscheidung ist gefallen, und es hilft nichts, zu lamentieren. Wir müssen aus dieser schwierigen Situation das Beste machen.

Für die Bürger ist es schwer verständlich, wenn es in Garmisch-Partenkirchen statt sechs Filialen bald nur noch eine gibt.

Speer: Die Situation hat sich völlig verändert. Das ist traurig und tut mir persönlich leid, wenn so viele Filialen schließen. Aber man muss einfach in die Zukunft schauen. Auch wenn die regionalen Banken in Deutschland und Österreich der EU ein Dorn im Auge sind.

Ist das so?

Speer: Ich war vor drei Monaten mit den anderen Landräten in Brüssel. Dort gab es auch Gespräche mit der EZB, der Europäischen Zentralbank. Dabei hat man ganz klar gemerkt, dass die EU keine Kreissparkassen, Raiffeisen- und VR-Banken will, sondern große Strukturen. Deshalb sind die Regularien für unsere Häuser auch so hoch. Das Verhalten der EU-Verantwortlichen hat mich enttäuscht.

Was sind die Folgen?

Speer: Es gibt so viele Themen für die Kreissparkasse zu beackern – zum Beispiel Kontrollen oder der Einsatz eines Geldwäsche-Beauftragten. Zugleich ist die Ertragslage so schlecht. Und beim Zins kann man auch nichts mehr erwirtschaften.

Wie geht es weiter?

Speer: Die Zinspolitik wird sich in den nächsten Jahren ändern, davon bin ich überzeugt. Der EZB-Chef Mario Draghi will nicht als Mann in die Geschichte eingehen, der gerade die kleinen Häuser kaputtgemacht hat. Man macht sich aber natürlich seine Gedanken, wird von der Bevölkerung angesprochen. Gerade für ältere Menschen ist die Situation schon schwierig, wenn keine Bank mehr vor Ort ist. Ich kämpfe um jeden Geldautomaten, jeden Kontoauszugsdrucker.

Ist ein neuer Fusions-Anlauf denkbar, etwa in zwei, drei Jahren?

Speer: Ich weiß nicht, wer nach 2020 das Sagen hat. Wer ist im Verwaltungsrat, wer sitzt im Kreistag? Die Situation kann sich ändern. Wenn Sie mich heute nach einer Fusion fragen, muss ich sagen: Die Entscheidung ist gefallen, momentan nicht.

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