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Viel Programm: Die Mitglieder des Arbeitskreises Schule Wirtschaft lernen bei einer Führung durch das Oberauer Langmatz-Werk die unterschiedlichen Abteilungen in der Fertigung kennen

Angebot existiert seit zehn Jahren

Langmatz macht‘s Studium in der Heimat möglich

Zum Auftakt ging’s zum Branchen-Primus: Die Mitglieder des neu belebten Arbeitskreises Schule Wirtschaft haben bei Langmatz erfahren, welche Vorteile ein duales Studium hat. Für diesen akademischen Ausbildungsweg in der Heimat wird geworben.

Landkreis – Was haben die Skisprungschanze in Garmisch-Partenkirchen, das Brandenburger Tor, der Kreml in Moskau und Fußball-Stadien in Katar gemeinsam? Überall dort sind Kabelschächte der Firma Langmatz verbaut. Mit den viereckigen Gehäusen aus Kunststoff ist das mittelständische Unternehmen – mit über 400 Beschäftigten einer der großen Arbeitgeber im Landkreis – Marktführer. Die Verbesserung der Schächte und ihres Systems war das Thema der Bachelor-Arbeit von Felix Nunn. Damit war er jetzt der ideale Ansprechpartner für die Mitglieder des Arbeitskreises Schule Wirtschaft. Denn der 23-Jährige kommt aus Oberammergau und hatte während seines Studiums einen Arbeitsplatz im Landkreis. Genau davon soll es künftig mehr geben.

Felix Nunn (r.) erzählt von seiner Ausbildung – im Werk und an der Universität.

„Dafür wollen wir mehr Bewusstsein schaffen“, erklärte Markus Köpf bei dem Besuch bei Langmatz. Dieser hatte sich angeboten, da der Schulrat dem Arbeitskreis mit Ludwig Fischer, dem Bereichsleiter Technik bei Langmatz, vorsteht. Ihrer Einladung sind knapp 30 Gäste gefolgt, Schulleiter, Vertreter von Banken und Lokalpolitiker.

Ihnen allen rief Fischer die Erfolgsgeschichte von Langmatz seit 1963 in Erinnerung. Heute erwirtschaftet die Firma einen Jahresumsatz von 80,5 Millionen, hat 4500 Produkte und 3000 Kunden – auf dem ganzen Kontinent und in Asien. Unter den 408 Mitarbeitern sind 37 Auszubildende. Seit zehn Jahren, erklärte Fischer, gibt es auch das Angebot von dualen Studienplätzen. Das Prinzip: Während des Studiums ist man bereits bei der Firma angestellt, bekommt Gehalt und Zuschüsse. Im Gegenzug arbeitet der Student in der vorlesungsfreien Zeit im Betrieb, absolviert dort das Praxissemester und schreibt seine Abschlussarbeit.

Bei Felix Nunn ging es dabei um das Kühlsystem für die Kabelschächte. 50 000 Euro hat ihm die Firma für das Projekt zur Verfügung gestellt. „Man bekommt Verantwortung übertragen“, sagte der Sohn des Oberammergauer Bürgermeisters Arno Nunn. Vertrauen, das sich lohnt. Die Arbeit – aus 48 Versuchstagen stammen 75 Millionen Daten – brachte dem Absolventen die Note 1,0 ein. Im September 2017 schloss er seinen Bachelor-Studiengang in Maschinenbau ab. Seitdem ist er bei Langmatz als Ingenieur in der Abteilung „Technische Entwicklung Mechanik“ angestellt. Aber es geht noch weiter: Ab September tritt er den Masterstudiengang Wirtschaftsingenieurwesen am Management Center Innsbruck an. Berufsbegleitend. Bis Freitagmittag arbeitet er bei Langmatz, danach und den ganzen Samstag geht es an die Universität.

„Die Freizeit ist überschaubar“, räumte Fischer mit einem Augenzwinkern ein. Das heißt: Wer dual studiert, hat einiges zu leisten, bekommt dafür aber viel. Auch den Vorteil, im Landkreis bleiben zu können. „Ich weiß nicht, ob ich es woanders gemacht hätte“, räumte Nunn ein. Die Heimat sei ein „großer Faktor“ gewesen.

Darauf setzen der Arbeitskreis Schule Wirtschaft und auch die Zugspitz Region mit Wirtschaftsförderer Sebastian Kramer an der Spitze. „20 duale Studienplätze gibt es pro Jahr“, sagte er mit Blick auf zwölf Firmen im Landkreis. Zahlen, die künftig steigen sollen. Um Akademiker und ihre Familien in der Heimat zu behalten.

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