Wann wird endlich aufgemacht? Diese Frage stellt sich nicht nur Philipp Hadler, Wirt des Gasthauses zur Schranne in Garmisch-Partenkirchen. Er vermutet Engpässe bei der Wiedereröffnung.
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Wann wird endlich aufgemacht? Diese Frage stellt sich nicht nur Philipp Hadler, Wirt des Gasthauses zur Schranne in Garmisch-Partenkirchen. Er vermutet Engpässe bei der Wiedereröffnung.

Lockdown-Verlängerung sorgt für Unmut

Corona-Maßnahmen belasten Gastronomen: „Langsam geht es an die Psyche“

  • Josef Hornsteiner
    vonJosef Hornsteiner
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Lockdown-Verlängerung sorgt für Unmut bei Gastronomen und Hoteliers im Landkreis Garmisch-Partenkirchen. Das Warten auf den Tag X zermürbt und geht an die Psyche.

Landkreis – Eine echte Überraschung ist es für Philipp Hadler nicht. Er hat damit gerechnet, dass der Lockdown verlängert wird. Und doch trifft es ihn, als er letztlich Gewissheit bekommt. Weitere zwei Wochen bleibt sein Gasthaus Zur Schranne in Garmisch-Partenkirchen dicht. Die nächsten 14 Tage, in denen er keine Ahnung hat, wann und vor allem wie es wieder losgehen wird.

Hadler sitzt zwischen hochgestellten Stühlen, Staffeleien und Werkzeug. Auch er hat die Lockdown-Zeit bislang genutzt, um Instandhaltungsarbeiten in dem alten, ehrwürdigen Gebäude zu tätigen. Damit wäre er fertig, eigentlich startklar. „Ich könnte innerhalb von zwei Tagen aufsperren“, sagt Hadler. Sofern die Politik mitspielt – natürlich. Doch an eine baldige Öffnung glaubt er nicht. Seiner Meinung nach „wird vor Ostern nicht aufgemacht“. Die Warterei zerrt an den Nerven.

Gastronom vermutet Engpässe bei Wiedereröffnung

Zumal Hadler glaubt, dass ein Start von 0 auf 100 sowieso nicht möglich sein wird. Die Münchner Brauerei Augustiner, das Hausbier der Schranne, hat momentan das Abfüllen von Bier in Fässern ausgesetzt. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass alle Gasthäuser am ersten Tag der Eröffnung dann sofort wieder ausschenken können.“ Er befürchtet Engpässe bei der Anlieferung, wenn alle gleichzeitig den Betrieb hochfahren wollen. Deshalb wünscht sich der Wirt mehr Transparenz seitens der Politik, er will zeitnaher über Entscheidungen informiert werden, „damit wir rechtzeitig reagieren können“.

Das wünscht sich auch Franco Viola. Der Inhaber des Mittenwalder „Ristorante La Viola“ sieht aufgrund der Unwissenheit erhebliche Probleme, vor allem bei seinen Angestellten. „Das Ganze geht langsam an die Psyche“, sagt Viola. „An die Seele.“ Alles haben er und seine Kollegen vor dem Shutdown getan, um den Infektionsschutzmaßnahmen gerecht zu werden. Plexiglasscheiben, Einbahnregelungen, herunter geschraubtes Platzangebot. Alles hat nichts genützt. Es wird weiterhin dicht gemacht. „Unser Abhol- und Lieferservice wirft momentan nur einen Bruchteil der normalen Einnahmen ab“, erklärt Viola. Die versprochenen Gelder der Novemberhilfe sind bei vielen nur in Teilen oder noch gar nicht angekommen. Die Durststrecke ist enorm. Zu Jahresbeginn sind große Versicherungsbeiträge zu zahlen.

„Ich will nicht der 50. sein, der jammert“, meint Alfred Schöttl, der neben dem Sonnenhof Klais seit 2020 auch den Werdenfelser Hof in der Partenkirchner Ludwigstraße betreibt. „Aber das To-go-Geschäft ist eine reine Beschäftigungsmaßnahme.“ Er fordert ebenso wie seine Kollegen Planungssicherheit. Denn vor allem die Angestellten, die sich derzeit in Kurzarbeit befinden, trifft der Lockdown hart, wenn das Trinkgeld ausbleibt.  joho

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