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Gruß an Laura Dahlmeier: Die Kameraden der Bergwachtbereitschaft Garmisch-Partenkirchen vor der Stuibenhütte

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Die Berge: Kraftquell und Rückzugsort

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Laura Dahlmeier ist das gelungen, was vor ihr noch kein Biathlet geschafft hat. Sie gewann bei einer WM fünf Titel. Dahlmeier ist ein Kind der Berge. Dort fühlt sie sich wohl. Gerne hält sie sich auch im Kreis ihrer Kameraden von der Bergwachtbereitschaft Garmisch-Partenkirchen auf.

Garmisch-Partenkirchen/Hochfilzen – Die Berge sind ihr Kraftquell. Und sie sind ihr Rückzugsort. Dort kann sie sich erholen, dort ist sie ganz bei sich. „Das größte Verlangen ist jetzt, völlig in Ruhe und entspannt in die Berg zu gehen. Heute wird sich das nicht mehr ausgehen. Die nächsten zwei, drei Tage müsste das aber drin sein“, sagte Laura Dahlmeier nach ihrem Fünffach-Gold-Triumph bei der Biathlon-Weltmeisterschaft in Hochfilzen (Österreich). Heimaturlaub in und um Garmisch-Partenkirchen ist nach den Traum-Tagen angesagt, bevor Anfang März in Pyeongchang (Südkorea) der nächste Weltcup ansteht.

Bergsteigen, die Berge überhaupt, ist Dahlmeiers Passion. Bei ihren Touren in Nepal, dem Kaukasus, den Alpen oder in Kalifornien muss sie auch cool sein und das Risiko kalkulieren, diese Fähigkeiten transportiert sie in den Biathlon-Sport. Aus dem Bergsteigen zieht sie ihre Kraft, ihre innere Balance, die sie braucht, um in der Loipe und am Schießstand erfolgreich zu sein. Und sie ist gern unter ihren Kameraden von der Bergwacht. „Sie ist eine von uns“, sagt Franz Dengg. Kassier der Bergwachtbereitschaft Garmisch-Partenkirchen. 40 Bergwachtler hatten ihr gestern nach einer Lawinenübung am Stuiben die Daumen gedrückt. Fernsehen war nicht möglich, ihre Verbundenheit brachten die Männer und Frauen nach getaner Arbeit mit einem Plakat zum Ausdruck, das sie vor der Stuibenhütte präsentierten.

Die Bergwacht ist ein Teil von Dahlmeiers Lebens – ein wichtiger Teil. Vater Andreas ist Bereitschaftsleiter. „Über ihn und ihre Liebe zu den Bergen ist sie zu uns gekommen“, sagt Dengg. Seit Oktober 2012 ist die 23-jährige Powerfrau, die witzig und schlagfertig sein kann, Mitglied. Anfang Januar 2015 legte sie ihre Prüfung ab. „Sie ist eine vollwertige Bergwachtfrau“, sagt Dengg. Eine, auf die man setzen und auf die man vertrauen kann, wann immer es ihre knapp bemessene Zeit erlaubt. Dienst schiebt Dahlmeier vor allem in den Wettkampfpausen. Sie ist sich nicht zu schade, selbst an den Weihnachtsfeiertagen ihre Frau zu stehen. „Im Sommer“, sagt Dengg, „ist sie vor allem im alpinen Gelände eine wertvolle Rettungskraft.“ Er nennt sie voll Hochachtung einen „Super-Alpinistin, in der unheimlich viel Energie steckt“. Während Bergwacht-Kollegen schon mal die Bahn nehmen, um auf ihren Posten zu kommen, läuft Dahlmeier nach oben – und gleich noch ein Stück weiter. „Sie schöpft aus ihrem Hobby viel Kraft“, meint Dengg. Selbst bei Weltcuprennen „befinden sich immer Bergsteigersachen im Auto“.

Sie feiert gern im Kreise ihrer Kameraden. Dann wird auch gesungen. Vor allem die Oberreintal-Hymne, deren erster Satz „die allerlustigsten Leut’ sind vom Oberreintalzweig“ lautet, wird dann mit Inbrunst intoniert. Auch von ihr. Womöglich singen sie die Garmisch-Partenkirchner Bergwachtler beim großen Empfang, der erst für April geplant ist. „Wir machen nichts eigenes. Wir schließen uns der Gemeinde, dem SC Partenkirchen und dem Deutschen Skiverband an“, sagt Dengg. Laura Dahlmeier würde es bestimmt gefallen, käme dann das Oberreintal-Lied zum Einsatz. sport

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