+
Gössner vor Dahlmeier: Dieses Foto spiegelt sich später auch im Ergebnis wieder.

Das Duo Dahlmeier und Bischl auf Platz vier - Ergebnis aber Nebensache

21. City-Biathlon: „Riesiger Spaß“ auch ohne Sieg

  • schließen

Garmisch-Partenkirchen – Die Stimmung beim City-Biathlon in der Garmischer Fußgängerzone hat wieder alle begeistert. Besonders die heimischen Biathletinnen Miriam Gössner und Laura Dahlmeier. Auch wenn als Sieger am Ende andere jubelten: die Südtiroler Lukas Hofer mit Partnerin Karin Oberhofer. 

Einen besseren Partner hätte sich Laura Dahlmeier für dieses Rennen nicht aussuchen können: Matthias Bischl. Sein Spitzname sagt alles über den Söcheringer: Mr. City-Biathlon rufen sie ihn auf der Strecke durch die Garmischer Fußgängerzone. Viermal am Stück (2009 bis 2012) hat er gewonnen. Rekord in 21 Jahren. Vor allem aber verbindet man ihn mit Magdalena Neuner. Mit dem Biathlon-Star aus Wallgau bildete der 28-Jährige lange ein Erfolgsduo und fuhr drei Erfolge ein. Wenn einer City-Biathlon kann, dann Bischl.

Dahlmeier will Zuschauern etwas zurückgeben

So jubelt der Sieger: Lukas Hofer auf den letzten Metern vor dem Ziel in der Garmischer Fußgängerzone .

Dahlmeier ging auf Nummer sicher. Sie fragte schon vorher, ob „wir zusammen laufen wollen“, sagt Bischl nach dem Rennen. Damit ihr keiner den Mr. City-Biathlon wegschnappt. Das habe ihn sehr gefreut. Beide trainieren oft gemeinsam in Kaltenbrunn, wenn es der straffe Rennkalender zulässt. Aber „ein spezielles Training haben wir nicht mehr zusammen absolviert“, sagt Dahlmeier. Brauchte es nicht. Denn der Weltklasse-Biathletin war’s wichtig, den Zuschauern etwas zurückzugeben. Vor allem den Einheimischen. Natürlich spricht man auch bei den Weltcups in Oberhof und Ruhpolding von Heimspiel. Doch Dahlmeier stellt klar: Das Rennen in der Marktgemeinde „ist meine Heimveranstaltung. Ich komme aus Garmisch-Partenkirchen“. Das Ergebnis – reine Nebensache. Letzter wurde das Duo. Dennoch betont Bischl, er habe „riesigen Spaß“ gehabt. „Ein Spektakel.“ Und: Es war gewiss keine Schande, in diesem Wettkampf als Vierter ins Ziel zu kommen.

Enges Rennen

Noch nie lag das Teilnehmerfeld so nahe zusammen. Gleichzeitig visierten die vier Männer beim 16. und somit letzten Schießen am Stand auf dem Richard-Strauss-Platz die Scheiben an. Selbst Weltcup-Athleten spüren bei einem solchen Gaudi-Rennen Druck. Sie patzten gemeinsam. Lukas Hofer kam mit einer Strafrunde noch am besten davon, ging als Erster auf die Schlussrunde und sicherte mit Partnerin Karin Oberhofer den ersten italienischen Sieg. Hofer kann man als Pendant zu Bischl sehen. Er jagt schon so lange durchs Garmischer Zentrum, dass er gar nicht genau weiß, wie oft überhaupt. Mehr als fünfmal sicher, betont er beim Sieger-Interview. Im Gegensatz zu Bischl hatte er aber noch nie gewonnen. „Endlich hat’s geklappt“, sagt er. Jetzt müsse er sich nur einmal im Weltcup durchsetzen.

Dahlmeier und Bischl verspielten ihren Erfolg am Schießstand. „Wir haben ein paar Fehler zu viel geschossen“, sagt der Söcheringer. Ein Grund mag auch eine kleine technische Panne gewesen sein. Auf dem Heimweg vom Weltcup in Nove Mesto ging der Waffenkoffer kaputt. Auch Dahlmeiers Gewehr wurde am Schaft beschädigt. Mittlerweile schießt es wieder. Die Biathletin des SC Partenkirchen versichert: „Alles gut. Es gibt keine Probleme.“

Gößner und Graf landen auf Platz zwei

Außerdem ließen ja auch die Konkurrenten Scheiben stehen. Das letzte Schießen sei nicht mehr das kontrollierteste gewesen, sagt Miriam Gössner und fügt an: „Von uns allen.“ Beinahe hätte sie Ausrichter SC Garmisch das perfekte Rennen beschert. Mit Partner Florian Graf landete sie hinter dem Südtiroler-Duo auf Rang zwei. Diesen Schwung möchte sie ins neue Jahr mitnehmen. Über Weihnachten schaltete sie daheim ab. Ein paar gemütliche Tage auf dem Sofa gönnte sie sich, kurierte eine Erkältung aus und aß „viele Plätzchen“. Dazu brachte sie den passenden Glücksbringer an die Strecke mit: Freund Felix Neureuther, der gleich noch den Startschuss abfeuerte. Eine ganz spontane Aktion, wie das Ski-Ass erklärt. Eigentlich wollte er „nur zuschauen“. Dann aber rief Freundin Miri an. Fünf Minuten vor dem Start. Peter Fischer – der Chef-Organisator – hatte nach einem gesucht, der die Biathleten auf den Weg schickt. Neureuther sagte zu, schwang sich aufs Rad, kam noch rechtzeitig an und staunte über „wahnsinnig viele Zuschauer“. Wie viele genau es waren, kann keiner genau sagen. Einige tausend auf jeden Fall. „Die kommen alle nur wegen uns“, sagt Gössner. Deshalb stellt sie klar: „Daheim zu laufen, ist am schönsten.“

Bilder vom 21. City-Biathlon in Garmisch-Partenkirchen

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Wolf – oder nur ein großer Hund?
Im Bereich Hörnle/Aufacker hat ein Jäger Spuren im Schnee gesichtet, die auf einen Wolf hindeuten. Um welches Tier es sich tatsächlich handelt, müssen aber erst die …
Wolf – oder nur ein großer Hund?
Schlägerei vor Nachtlokal
Zu einer Auseinandersetzung ist es vor einem Lokal am Marienplatz gekommen. Dort gerieten ein Australier und ein Garmisch-Partenkirchner aneinander. 
Schlägerei vor Nachtlokal
Glentleiten: Ausstellung über NS-Zeit auf dem Land zu sehen
„Volk. Heimat.Dorf.“ - So heißt die Ausstellung über die NS-Zeit im Freilichtmuseum Glentleiten, die ab dem 19. März 2017 gezeigt wird. Die Schau widmet sich der …
Glentleiten: Ausstellung über NS-Zeit auf dem Land zu sehen
Anlieger-Protest gescheitert: Mobilfunkanlage kommt
Der Protest der Anlieger ist gescheitert: Der Bauausschuss der Marktgemeinde Garmisch-Partenkirchen stimmt dem Plan der Telekom zu, an der Törlenstraße eine …
Anlieger-Protest gescheitert: Mobilfunkanlage kommt

Kommentare