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Mit Hilfe des Reuttener Rettungshubschraubers gelangten die Einsatzkräfte zum Lawinenfeld.

Traumwetter lockt viele Tourengeher an

Lawinen im Alpspitz-Gebiet halten die Bergretter auf Trab

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Zwei Lawinen sind am Samstag im Oberkar an der Ostseite der Alpspitze abgegangen. Ein Münchner (41) wurde dabei verletzt, weitere Personen waren zum Glück nicht betroffen.

Garmisch-Partenkirchen – Ein intensives Wochenende liegt hinter den Kräften der Bergwacht-Bereitschaft Garmisch-Partenkirchen. „Gerade am Samstag waren bei dem Traumwetter Massen von Menschen unterwegs“, sagt Thomas „Mulei“ Müller. Vor allem der Schnee in höheren Lagen lockte viele Tourengeher an. Das Problem sei aber, dass diese häufig spät starten, die Sonne somit intensiv auf die Hänge einwirken konnte und es zu Lawinen kommt.

So auch am Samstag: Im Bereich des Oberkars, an der Ostseite der Alpspitze Richtung Stuiben, lösten sich an diesem Tag gleich zwei Schneebretter. Beim ersten, dessen Abgang gegen Mittag zahlreiche Wintersportler beobachtet hatten, wurde ein Tourengeher mitgerissen und teilweise verschüttet. „Er konnte sich aber selbst befreien und den Notruf absetzen“, sagt Müller. Mit Hilfe des Rettungshubschraubers RK-2 aus Reutte gelangten mehrere Einsatzkräfte zu dem verletzten Münchner (41) und brachten ihn ins Klinikum Garmisch Partenkirchen. Anhand der Zeugenaussagen war schnell klar, dass keine weiteren Personen betroffen waren.

Ein etwa 60 Meter breites Schneebrett ist am Samstag im Oberkar abgegangen.

Dieses Glück hatten die Retter wenige Stunden später nicht. Zwei Tourengeher hatten ebenfalls im Bereich Oberkar ein weiteres Schneebrett ausgelöst, was ein Mitarbeiter der Bayerischen Zugspitzbahn (BZB) mitbekommen hatte. Ob die Männer unbeschadet davongekommen waren oder ob es weitere Verschüttete gibt, stand zu diesem Zeitpunkt nicht fest. Deshalb wurden vorsorglich neben den Bergrettern der Hubschrauber aus Reutte, die Lawinenhundestaffel Hochland und ein Polizeibergführer alarmiert. Um das Risiko vor Ort abzuschätzen, aufgrund der extrem hohen Temperaturen musste permanent mit Nachlawinen gerechnet werden, flogen zwei Einsatzleiter der Bergwacht erst einmal zur Unglücksstelle. Mit ihrer positiven Beurteilung begann die Suche auf dem etwa 60 Meter breiten Schneebrett – gut eine Stunde lang. Dann kam der Anruf des Stuiben-Wirts, der zwei Tourengeher bemerkt hatte, die Richtung Bernadein-Lift abgefahren waren. Dort befragte sie der BZB-Mitarbeiter zu dem Vorfall und konnte schnell klären, dass auch hier keine weiteren Personen betroffen waren.

In diesem Zusammenhang bittet die Bergwacht, Lawinenabgänge umgehend zu melden. „Ihr verhindert dadurch eine groß angelegte Suche und die unnötige Bindung von Einsatzmitteln wie Hubschrauber oder Hundestaffel, die anderswo eventuell dringender benötigt werden“, heißt es auf der Facebook-Seite der Bergwacht.

Ein stark angetrunkener Snowboard-Fahrer im Skigebiet Garmisch-Classic forderte die Retter dann am Abend. Per Pistenraupe konnte der Einheimische zur Tonihütte gebracht werden, wo ihn Kräfte der Bergwacht übernahmen und ins Klinikum fuhren. Dort versuchte der Mann jedoch, sich ohne Angabe seiner Personalien einfach aus dem Staub zu machen, weshalb die Polizei zur Hilfe gerufen wurde. Der Hintergrund: Der Snowboarder erhält für diesen selbst verschuldeten Einsatz eine Rechnung.

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