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Der erste Eindruck überzeugt: die Schulleiter (v. r.) Otmar Würl und Wolfgang Mühldorfer sowie ihre Kollegen.

Erster Blick ins „Castel Gandolfo“ in Garmisch-Partenkirchen

Lehrer, Schüler und Eltern sind begeistert von den St.-Irmengard-Containern

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Zwei Jahre lang muss die St.-Irmengard-Schulfamilie ihren Stammsitz an der Hauptstraße verlassen. Während der Umbauphase nutzt sie ein Übergangs-Domizil, das ein erlesener Kreis schon einmal unter die Lupe nehmen durfte. Der große Einzug folgt nach den Faschingsferien.

Garmisch-Partenkirchen – Drei Aufträge hat Tanja Bauer mit auf den Weg bekommen. Drei Fotos sollte sie mit ihrem Smartphone machen. „Vom Klo, von der Aula und vom künftigen Klassenzimmer“, zählt die Elternvertreterin die Wünsche ihrer Tochter Katharina auf. Erfüllen konnte sie nur zwei, die Toiletten waren beim Rundgang durch das Übergangs-Domizil der St.-Irmengard-Schulen an der Garmisch-Partenkirchner Bahnhofstraße noch versperrt.

Der Bericht vom ersten Einblick ins „Castel Gandolfo“, wie Otmar Würl, Leiter des Gymnasiums, die Residenz auf zwei Jahre liebevoll nennt, wurde nicht nur von Bauers Tochter gespannt herbeigesehnt. Auch die Klassenkameradinnen von Hannah Jeschke und Barbara Mayr warteten neugierig auf deren Eindrücke. „Die waren ganz neidisch, dass wir schon rein durften“, sagt Jeschke. Vor dem Umzug, der kommende Woche während der Faschingsferien über die Bühne geht, hatten nur Lehrer, Elternbeiräte, Mitarbeiter der Verwaltung und eben Schülersprecher dieses Privileg.

Und die nutzten die Möglichkeit ausgiebig, sich in den Containern, aus denen die dreigeschossige Übergangs-Schule in wenigen Monaten errichtet worden war, umzuschauen. Der Bau mit 3000 Quadratmetern Grundfläche besteht aus zwei Flügeln, die nach der Gründerin des Ordens der Armen Schulschwestern, Maria Theresia Gerhardinger, benannt sind. Der eine, Maria, ist 60 Meter lang, Theresia misst 100 Meter. Verbunden sind sie durch eine Aula, in die man auch ins Gebäude gelangt. Während innen, abgesehen von Möbeln und anderer Ausstattung, alles fertig ist, „hat das bei den Außenanlagen witterungsbedingt nicht geklappt“, sagt Architekt Robert Scheck. Der Zaun wird noch bis zum ersten Schultag am 19. Februar errichtet, der Rest folgt, sobald es das Wetter zulässt.

Zwei Jahre lang sind die drei St.-Irmengard-Schulen – Realschule, Gymnasium und Fachoberschule – in den Containern untergebracht. In dieser Zeit wird ihr Stammsitz an der Hauptstraßefür 60 Millionen Euro saniert und erweitert. Dass sich Schüler und Lehrer in ihrem „Castel Gandolfo“ wohlfühlen werden, war bei der gemeinsamen Besichtigung schnell klar. „Innen vergisst man fast sofort, dass man in Containern ist“, meint Realschul-Leiter Wolfgang Mühldorfer. „Hier können wir sicher sehr angenehm arbeiten.“ Nach Schecks kurzer Einführung schwärmten die Besucher aus. Maria Wellenhofer und ihre Kolleginnen zog’s in den Musiktrakt – im Erdgeschoss des Maria-Flügels. „Geräumig, sehr hell, so hätte ich mir das gar nicht vorgestellt“, sagt Wellenhofer. Nachdem sie noch ein eigenes Lehrerzimmer entdeckt haben, strahlten die drei Pädagoginnen. „Wir werden wirklich verwöhnt“, betont Isabella Zebura.

Begeistert vom „Castel Gandolfo“: die Schülersprecherinnen Hannah Jeschke (l.) und Barbara Mayr.

Hanna Jeschke und Barbara Mayr starteten ebenfalls, um ihr Schülersprecherzimmer zu suchen. Nach dem verwinkelten Altbau, in dem sie bislang an der Hauptstraße unterrichtet wurden, sind sie begeistert von den klaren, modernen Räumen. „Mit jedem Tag, den ich vom Bahnhof aus vorbeigelaufen bin, ist die Spannung gewachsen“, erzählt die Riegseerin Mayr. Ähnlich ging’s Jeschke, die aus Mittenwald kommt. „Das hier ist purer Luxus“, betont sie. Dem Umzug fiebern beide wie ihre Mitschülerinnen seit Monaten entgegen. „Ein großes Abenteuer“ nennt Jeschke das Ganze. Dieses habe schon beim gemeinsamen Ausmisten und Kisten packen begonnen, schließlich musste jede Klasse eigenständig entscheiden, was mit darf ins „Castel Gandolfo“.

Am Montag, 19. Februar, erobern 1500 Schüler ihr neues Domizil an der Bahnhofstraße. Schriftlich wurden sie bereits im Vorfeld informiert, wo ihre Klassenzimmer zu finden sind. Damit sich wirklich jeder zurechtfindet, empfangen außerdem die Lehrer schon ab 7 Uhr die Ankommenden. Generalstabsmäßig haben die Verantwortlichen den Umzug vorbereitet. „Großartig, wenn’s aufgeht“, findet Stefanie Maier, stellvertretende Schulleiterin des Gymnasiums. Monatelang konnten sie und ihre Kollegen das Ganze nur anhand der Pläne koordinieren. Jetzt ist auch sie begeistert vom ersten Eindruck. „Ganz perfekt wird’s erst, wenn die Kinder die Räume erobert haben, und alles bunt wird.“

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