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Das Kernstück der B2neu-Planung: der 1,9 Kilometer lange Auerbergtunnel.

Kein Corona-Verzug: Planung für Auerbergtunnel geht nahtlos weiter

  • Christian Fellner
    vonChristian Fellner
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Es geht weiter bei den großen Verkehrsprojekten im Landkreis: CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt gab am Montag bekannt, dass die Auerbergtunnel künftig von der Autobahndirektion weitergeplant wird. Damit wird beim Staatlichen Bauamt wieder mehr Kapazität für den Wanktunnel frei. Beide Projekt stehen laut Dobrindt in einem „zwanghaften Zusammenhang“.

Landkreis– Er ist der Mann der guten Nachrichten, wenn es um die zentralen Verkehrsprojekte in der Region geht: Alexander Dobrindt, Ex-Bundesverkehrsminister, jetzt CSU-Landesgruppenchef in Berlin. Wenn er sich meldet, hat er meist frohe Kunde im Gepäck. Auf dem Papier klingt die Botschaft des gestrigen Tages recht unspektakulär: Die Projektzuständigkeit für das Vorhaben B2neu zwischen Eschenlohe und Oberau samt Auerbergtunnel ist final geklärt. Damit verbunden ist aber eine Kernaussage mit Strahlkraft: „Das Projekt geht nahtlos weiter“, betont Dobrindt im Tagblatt-Gespräch. Schon 2021 soll neben der Anschlussstelle Weghaus bei Eschenlohe sogar mit Vorarbeiten für den Tunnel im Oberauer Norden begonnen werden.

Das Problem hinter dem nächsten Mega-Bauprojekt hatte sich zuletzt mehr hinter den Kulissen entwickelt. Denn: Es war nicht klar, welche Behörde sich um die Realisierung kümmern wird. Grundsätzlich lagen vierspurige Bundesstraßen bisher in der Obhut der Autobahndirektion Südbayern. Mit deren Übergang in eine Autobahn GmbH zum 1. Januar 2021 geht ein Wechsel der Zuständigkeiten einher. Sämtliche Bundesstraße fallen künftig ins Aufgabengebiet der Staatlichen Bauämter, in diesem Fall die Filiale in Weilheim. Eine Tatsache, die dort durchaus für Bauschmerzen sorgt, da die Experten um Behördenleiter Uwe Fritsch bereits gut mit Projekten ausgelastet sind. Allein im Süden von München stehen für die Straßenbauer die Tunnels Kramer, Starnberg und auf Sicht auch der Wank an. Daher wäre das Vorhaben Auerberg grundsätzlich bereits an die Landesbaudirektion abgetreten worden (wir berichteten).

„Die Kollegen haben die Kapazitäten nicht mehr“, bestätigt Josef Seebacher, Pressesprecher der Autobahndirektion Südbayern. „Daher macht es wirklich Sinn, dass wir weitermachen.“ Schließlich sei eine gesamte Führungsmannschaft bereits vor Ort, um die Umfahrung Oberau abzuschließen. „Wir können die Arbeit dort einfach fortsetzen, außerdem haben wir ja auch die gesamte Planungsvorarbeit gemacht.“

Hat keine Bedenken bei den Planungen für die Verkehrsentlastung im südlichen Landkreis: Alexander Dobrindt

So einfach geht ein solcher Wechsel der Zuständigkeiten aber nicht vonstatten. Dobrindt bat Bayerns Verkehrsministerin Kerstin Schreyer (CSU) um Hilfe. Die kam letztlich zu dem Schluss, dass „eine Fortführung des Projekts durch die Autobahn GmbH anzustreben ist“. Das teilte sie dem Parteikollegen in einem Schreiben mit. Das Ministerium stieg daraufhin in die Verhandlungen ein, um den Wechsel einzutüten.

Dobrindt sieht in der Zusage „ein wichtiges Signal“. Vor allem auch hinsichtlich des Wanktunnels, der schließlich das fehlende Puzzleteil in der Verkehrsentlastung der gesamten Region darstellt. „Dadurch hat das Bauamt wieder die Kapazitäten, die Wank-Planungen voranzutreiben.“ Die Ängste einiger Loisachtaler vor dem Verkehrsinfarkt kann er nicht verstehen. „Der Auerbergtunnel bringt uns doch die Garantie, dass auch der Wank realisiert wird“, meint der CSU-Spitzenpolitiker. „Die Verkehrsentlastung in der Region wird nur als Gesamtprojekt gesehen. Der Effekt tritt ja erst ein, wenn alle Tunnel fertig sind.“ Das sei den Entscheidungsträgern auf allen politischen und behördlichen Ebenen auch bewusst. „Da besteht ein zwanghafter Zusammenhang, den wir immer wieder aufzeigen werden.“

Finanziell gerät der Bund ebenso nicht in Probleme. „Der Verkehrshaushalt wurde aktuell nochmals um 600 Millionen Euro aufgestockt, es gibt keine Einsparungsmaßnahmen.“ Denn: Alle Projekte mit Baureife sollen auch umgesetzt werden. „Das ist ein Prinzip, das ich damals noch eingeführt habe.“

Die frohe Kunde, dass seine Behörde nun weiterplanen dürfe, erreichte auch Seebacher erst gestern. Die Autobahndirektion werde sich schnellstmöglich Gedanken zum weiteren Vorgehen machen. „Denn wir müssen jetzt bei der Umfahrung Oberau einige Dinge anpassen.“ Dass 2021 bereits erste Vorarbeiten stattfinden, sind laut Seebacher keine Worthülsen. „Wir haben in diesem Bereich ja nicht viel Platz, also müssen wir uns anschauen, was wir jetzt machen können, da wir jetzt die Baustelle im Norden noch haben.“ Eine Hangbefestigung am künftigen Auerberg-Südportal könnte 2021 bereits stattfinden.

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