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Einig in der Bewertung des Grundstückskaufs: Viktor Wohlmannstetter und Dr. Sigrid Meierhofer.

Anfang ist gemacht, Baustart und Fertigstellung sind offen

LongLeif kauft Grundstück in Garmisch-Partenkirchen: Erstes Etappenziel für drei Projekte erreicht

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Die LongLeif gGmbH hat ein Grundstück am Bahnhofsareal West von Investor Franz Hummel erworben. Dort sollen eine Schule für Pflegeberufe, ein Forschungszentrum für Geriatronik und ein Altenheim der Caritas entstehen. Baustart und Fertigstellung sind völlig offen.

Garmisch-Partenkirchen – Nach der Hektik und den Dissonanzen, die im öffentlichen Teil der Gemeinderatssitzung am Mittwochabend zum Thema Hermann Levi herrschten, verlief jener Punkt, den die Kommunalpolitiker im Anschluss hinter verschlossenen Türen abarbeiteten, vergleichsweise beschaulich. Und er ist so erfreulich, dass man im Gremium beschloss, die Geheimhaltungspflicht wegfallen zu lassen. Die LongLeif GaPa gGmbH, die jene 57 Millionen Euro verwaltet, die die Leifheit-Stiftung dem Markt zukommen ließ, hat das Grundstück „Bahnhofsareal West“ inklusive Gleisdreick erworben. Das befand sich bisher im Besitz der FH-Innova GmbH, der Baulöwe Franz Hummel vorsteht.

Gemeinderat Garmisch-Partenkirchen befürwortet Kauf auf Empfehlung des LongLeif-Aufsichtsrats

Dem Kauf hat der Gemeinderat auf Empfehlung des LongLeif-Aufsichtsrats den Segen erteilt. Wie viele Millionen den Besitzer gewechselt haben, darüber hüllt man sich im Rathaus und bei LongLeif in Schweigen. „Kosten gehören zu den Details, die bei Geschäften mit Privatunternehmen dem Datenschutz unterliegen und nicht öffentlich gemacht werden dürfen“, lässt Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer über ihre Sprecherin Ute Leitner mitteilen. „Zu Geld gebe ich keine Auskunft“, erklärt Viktor Wohlmannstetter, Geschäftsführer der LongLeif gGmbH. Zunächst war geplant gewesen, die Fläche mit einem Grundstück auf dem Abrams-Gelände zu tauschen. Was sich aber nicht realisieren ließ. „Das von uns angedachte Dreiecksgeschäft“, so Leitner, „war bei der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, die das Abrams verwaltet, aus rechtlichen Gründen nicht möglich.

Einig sind sich Meierhofer und Wohlmannstetter auch in der Bewertung des Geschäfts. „Damit haben wir einen wichtigen Meilenstein im Hinblick auf mehrere bedeutende LongLeif-Förderprojekte erreicht“, sagt die Rathaus-Chefin. Wohlmannstetter freut sich darüber, „dass wir dieses wichtige Etappenziel noch in diesem Jahr geschafft haben“. Der Geschäftsführer sieht es „als wichtiges Signal nach außen, durch das uns der Rücken gestärkt wurde“.

Caritas stand vor dem Kauf des Grundstücks in Garmisch-Partenkirchen mächtig unter Druck

Auf dem Grundstück sollen das Bildungszentrum für die Ausbildung von Pflegeberufen, das Forschungs- und Anwenderzentrum Geriatronik sowie das neue Seniorenheim der Caritas entstehen. Die Caritas stand mächtig unter Druck. Hätte der Kauf in diesem Jahr nicht mehr geklappt, der Verband hätte sich wahrscheinlich um ein anderes Grundstück bemüht, um seine Pläne realisieren zu können. Auch der Bau des Bildungszentrums duldet keinen Aufschub, da die Alten- und Pflegeheime sowie das Klinikum Garmisch-Partenkirchen enorm unter dem Fachkräftemangel leiden. Allerdings dürfte sich der Bau so schnell nicht realisieren lassen. Bernward Schröter, Geschäftsführer des Klinikums, geht von einer Eröffnung nicht vor 2026 aus und beschäftigt sich schon mit provisorischen Lösungen, die entweder auf dem Klinik-Campus oder bei der Kinderrheuma-Klinik realisiert werden können. Ganz so schwarz sieht Meierhofer nicht: „Ich hoffe und bin zuversichtlich, dass es schneller geht.“

Diese Hoffnung hegt auch Wohlmannstetter. Beim Bau des Bildungszentrums wird die LongLeif gGmbH federführend sein. Das Projekt muss jetzt schnellstmöglich europaweit ausgeschrieben werden. Was die Kosten betrifft, hüllt sich Wohlmannstetter erneut in Schweigen. „Da muss ich mich bedeckt halten.“ Auch in welcher Höhe er sich am Caritas-Altenheim beteiligt, lässt er sich nicht entlocken. Was bekannt ist: Das Forschungs- und Anwenderzentrum Geriatronik, das unter dem Dach der Technischen Universität mit Professor Sami Haddadin läuft, wird mit rund neun Millionen Euro bezuschusst – verteilt auf zehn Jahre.

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