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Aufstand der Bauern: (v. l.) Bernadette Heindl, Martin Kirschner, Lorenz Wittmann, Manfred Reischl, Bas Klein Paste (verdeckt) und Wolfi Hostmann. 

Skala reicht von Held bis Fundamentalist

„Luther für Jedermann“: Gelungene Premiere in der Johanneskirche

Mit der Realisierung des Stücks „Luther für jedermann“ ist Regisseurin Margot Schäfer ein großer Wurf gelungen. Die Premiere in der evangelischen Johanneskirche in Partenkirchen machte alle Facetten des Reformators deutlich, den Hauptdarsteller Christian Hartl treffsicher verkörpert.

Garmisch-Partenkirchen –Das Ziel von Margot Schäfer, mit ihrer Theatergruppe Creme Frech am Ökumenischen Kirchentag etwas Besonderes zu präsentieren, hat sie mit dem Stück „Luther für jedermann“ von Andreas M. Bräu erreicht. Dabei ist der Titel des Theaterstücks Programm. Den 30 Mitwirkenden zwischen 12 und 84 Jahren gelingt es zum einen mit der spannenden und effektvollen Aufführung, jedermann das Wesentliche über Martin Luthers Leben, seinen steinigen Weg sowie die Auswirkungen seines Handels zu vermitteln. Zum anderen auch zu erinnern, dass für Christen die Ausrichtung auf den Glauben, das Evangelium und Jesus Christus das verbindende Element zu Gottes Liebe und Gnade ist.

Gleich die ersten Töne einer Komposition von Josquin Desprez (Luthers Lieblingskomponist) versetzten die Besucher in eine frühere Epoche. Darauf hatte zuvor auch schon der mittelalterliche Markt auf dem Kirchgelände eingestimmt. Zwei Jugendliche, die gläubige Protestantin Magdalena (Lara Schönauer) und der Kritiker Paul (Simon Kauschinger), poltern durch den Kirchenraum auf die Bühne und starten ihren verbalen Schlagabtausch. Mit dem gestalten sie während des gesamten Stückes nicht nur die Veränderung des aus bunten Würfeln bestehenden Bühnenbildes unterhaltsam, sondern bringen den Zuschauern Luthers Person aus weiteren Perspektiven – auf einer Skala von Held bis Fundamentalist – näher und regen zum Nachdenken an. Begleitend gibt Musik aus dem 16. Jahrhundert, wie mehrstimmige Choralmotetten oder Lieder aus Luthers Liedersammlung, immer wieder Raum, um die Eindrücke zu verarbeiten und sich tiefer in das Geschehen hinein fühlen zu können.

Die musikalische Ausführung von Mitgliedern der Kantorei Partenkirchen und dem Cantorix Dekanatschor – unter der Leitung von Wilko Ossoba – unterstreichen dabei die hohe Bedeutung, die Luther neben der Theologie auch der Musik beigemessen hat.

Durch die Nutzung des gesamten Kirchenraumes ist der Zuschauer immer wieder hautnah ins Geschehen integriert. So fliegen einem zum Beispiel Luthers Thesen nicht nur stimmgewaltig an den Kopf, sondern als Handzettel auf den Schoß. Auch kommt der Aufruhr, wie beim Hereinstürmen der schreienden und auf Krawall gebürsteten Masse im Zuge der Bauernaufstände, manchmal erschreckend nah.

Margot Schäfer, die mit viel Applaus für ihre Inszenierung gewürdigt wurde, zeigt mit Christian Hartelt als Reformator einen treffsicheren Besetzungssinn. „Luther ist gut dargestellt“, findet Peter Neuhaus, Pastor der Freien evangelischen Gemeinde Garmisch-Partenkirchen. „Ich bin selig“, betont ein strahlender Bräu nach der Premiere. „Wenn man sieht, was für tolle Effekte eingesetzt sind und was aus dem gemacht wird, was im kleinen Kämmerlein geschrieben wird.“

Die gelungene Aufführung

wird am Freitag, 14., und Sonntag, 16. Juli, jeweils um 19.30 Uhr in der Johanneskirche wiederholt. Karten gibt’s bei GAP-Ticket und beim Kreisboten.

Birgit Schwarzenberger

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