+
Reise ins Mittelalter: Daniel Neuner (l.) und Florian Wagner beim Kaltenberger Ritterturnier.

Ur-Bayer gegen Trendsetter - wer gewinnt?

„Mannsbild & Pfundskerl“ läuft an:  Daniel Neuner stellt sich dem Duell durch Bayern

  • schließen

Zwei Männer, wie sie unterschiedlicher nicht sein können. Rustikaler Werdenfelser trifft auf modernen Münchner. Daniel Neuner und Florian Wagner liefern sich in der neuen BR-Produktion „Mannsbild und Pfundskerl“ ein umkämpftes Duell durch Bayern.

Vollgas voraus! Daniel Neuner kämpft beim Wartenberger Soafakistl Grandprix um den Challenge-Sieg.

Garmisch-Partenkirchen – Er greift in die Trickkiste und frisiert sein Gefährt. Klammheimlich. Mit einer bleiernen Platte beschwert Florian Wagner sein Seifenkisterl. Gewicht macht Geschwindigkeit. Rein physiognomisch wäre ihm Daniel Neuner ein paar Kilos voraus. Doch die Schummlerei fliegt auf. „Na warte. Was du kannst, kann ich schon lang“, hat sich Wagners Kontrahent gedacht. Neuner packt eine Kiste voll mit Apfelschorleflaschen in seinen Flitzer. Geradeso passt der Brackl von Mann noch rein. Möge der schwerere und schnellere Schwindler gewinnen.

Der Wartenberger Soafakistl Grandprix gehört zu den 18 Wettkampf-Orten, an denen Wagner und Neuner gegeneinander antreten. Der Moderator („Heimatrauschen“) und der Musikkabarettist aus Garmisch-Partenkirchen sind „Mannsbild & Pfundskerl“, die Protagonisten des neuen gleichnamigen Unterhaltungsformats des Bayerischen Fernsehens (BR). Wer ist der bessere Bayer? Typ Hipster aus der Stadt oder Typ urwüchsiger Lederhosenjunkie vom Land? In diesem Kampf geht’s um mehr als nur den Sieg. Es geht um Ruhm und Ehre. Und um die eigene Überzeugung.

Vor etwa zwei Jahren bekam Neuner das Angebot vom BR und der Produktionsfirma „Wige South and Browse“. Er willigte ein. Das Konzept traf seinen Geschmack. Wild und witzig, informativ und abenteuerreich. In dem Format kann der Werdenfelser mit seinen „strammen 45“ beweisen, dass Tradition die Moderne schlägt. Er bezeichnet sich als altmodisch. Geboren – 100 Jahre zu spät. „Ich würd’ no mitm Ochs zum Einkaufen gehen“, sagt der Volksmusikant und lacht in seinen Vollbart.

„Manchmal blamiert man sich“

Gedreht wurde den ganzen Sommer 2017, in verschiedenen Orten im Freistaat. Oft klingelte in der Früh das Telefon. Die zwei Männer erfuhren nur Tag, Uhrzeit und Treffpunkt. „Mehr wussten wir nicht.“ Es gab keine Möglichkeit, sich auf die verschiedenen Challenges vorzubereiten. Eine anstrengende Zeit für Neuner, schließlich hatte er auch mit der Wirtshaus-Musi „Knedl & Kraut“ mit Toni Bartl junior oder dem Show-Programm „Alpin Drums“ jede Menge Auftritte zu absolvieren. „Einmal“, sagt er. „ging’s 14 Tage Vollgas durch“. Das schlaucht. Trotzdem musste Neuner fit sein für die Härtetests, für die „ganz verruckten Sachen“.

Mannsbild trifft auf Pfundskerl: Florian Wagner und Daniel Neuner duellieren sich. 

Das Mannsbild und der Pfundskerl robbten bei Tough Mudder – einem Extrem-Hindernislauf – durch den Schlamm, bekriegten sich bei den Kaltenberger Ritterspielen im Kettenhemd mit den Schwertern oder lieferten sich beim Fischerstechen einen feuchtfröhlichen Kampf. Schmerzen inklusive. Neuner brach sich bei den Übungseinheiten für die Disziplin den großen Zeh. So etwas haut einen Ur-Bayern wie ihn nicht um. Die beiden Duellanten mussten aber nicht nur ihre Kondition und Kraft unter Beweis stellen. Bei kniffligen Ratespielen über das blau-weiße Vaterland war Grips gefragt. „Manchmal blamiert man sich“, sagt Neuner. „Aber da muss man drüberstehen.“

Sechs Folgen sind im Kasten. Jede dauert 50 Minuten und enthält drei Wettkämpfe. Wer bei diesen die meisten Punkte abräumt, zieht als Sieger von dannen. Wer die Challenges dominiert hat, verrät Neuner natürlich nicht. Nur, dass die Dreharbeiten „voll viel Spaß“ gemacht haben. Zum einen, weil er Wagner sofort sympathisch fand, zum anderen, weil er keine Rolle spielte. „Ich hab’ mich nicht groß verstellt“, betont er. Es gab keine Vorgaben, keinen aufoktroyierten Text. Die zwei durften sprechen, wie ihnen der Schnabel gewachsen ist. „Da gibt’s Sachen, da brichst ab.“

Trotz der ganzen Gaudi entwickelte sich bei Mannsbild und Pfundskerl eine gewisse Rivalität. Der Ehrgeiz war geweckt, der Kampf zwischen dem Trendsetter und Mister Lederhosen eröffnet.

Die erste Ausstrahlung

von „Mannsbild und Pfundskerl“ ist am Montag, 5. März, um 20.15 Uhr im BR. Bereits um 17.15 Uhr wird die Sendung in der Abendschau vorgestellt. Alle weiteren Folgen laufen jeweils am Montag zur gleichen Zeit. Am Freitag, 9. März, um 19.30 Uhr moderieren Florian Wagner und Daniel Neuner gemeinsam die BR-Produktion „Heimatrauschen“.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Das Handy als Hilfe! Diese App soll Asylbewerbern den Alltag erleichtern
Fast alle Asylbewerber haben Smartphones. Deshalb wird auf diesem Weg nun probiert, die Integration zu fördern. Das Landratsamt hat die neue App „Integreat“ vorgestellt.
Das Handy als Hilfe! Diese App soll Asylbewerbern den Alltag erleichtern
Vereidigung: Degele will „Bürgermeister für alle sein“
Es ist viel passiert. Nun beschwört Bad Kohlgrubs neuer Bürgermeister Franz Degele den Gemeinderat, nur mehr nach vorn zu schauen.  Zugleich bat er um eine „faire und …
Vereidigung: Degele will „Bürgermeister für alle sein“
Heute vor 75 Jahren: Bruchlandung auf einem Mittenwalder Haus 
Es gibt Geschichte, die kann es eigentlich nicht geben. Zum Beispiel jene, dass ein Flugzeug auf einem Haus notlandet -  und niemand dabei verletzt wird. Doch so ist es …
Heute vor 75 Jahren: Bruchlandung auf einem Mittenwalder Haus 
Schienenbruch: Anwohner hört lautes Geräusch - Strecke lange gesperrt - SEV-Busse überfüllt
Zwischen Weilheim und Huglfing verkehren keine Züge mehr. Der Grund ist ein Schienenbruch bei Polling, den ein Anwohner entdeckt hat. Die Strecke stand bis zum frühen …
Schienenbruch: Anwohner hört lautes Geräusch - Strecke lange gesperrt - SEV-Busse überfüllt

Kommentare