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Jessica Libbertz im Krankenhaus! Ärzte mussten schnell handeln

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Sitzen am Ratstisch im Garmisch-Partenkirchner Rathaus: CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt und Bürgermeisterin Elisabeth Koch
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Erstmals am Runden Tisch: Alexander Dobrindt und Bürgermeisterin Elisabeth Koch.

Letzter Lückenschluss im Loisachtal

Dobrindt macht klar: Für einen schnellen Wanktunnel ist eine maximale Akzeptanz vonnöten

  • Christian Fellner
    vonChristian Fellner
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Es wird der letzte Tunnel sein, der im Verkehrspuzzle des Loisachtals fehlt: der Wanktunnel als Ost-Umgehung von Garmisch-Partenkirchen in Richtung Mittenwald/Innsbruck. Die Bürger sorgen sich um den Stau, Politiker und der Straßenbau hoffen auf wenig Gegenwind, um schnell voranzukommen und eben die Verkehrsbelastung für die Region endgültig herunterschrauben zu können.

Garmisch-Partenkirchen – Ursel Kössel scheute sich nicht, das Wort in den Mund zu nehmen: Angst. Die gehe um in Garmisch-Partenkirchen, beteuerte das Urgestein der 2-Tunnel-Initiative. „Ja, wir haben die große Angst, dass wir den Stau bei uns haben, wenn der Auerberg vor dem Wank fertig ist und dann vielleicht das Geld fehlt.“ Daraus machte die frühere CSB-Gemeinderätin keinen Hehl beim Runden Tisch Verkehr im Garmisch-Partenkirchner Rathaus. Das erste Treffen mit den Vertretern des Staatlichen Bauamts seit längerer Zeit. Das erste mit dem Bürgermeisterinnen-Duo Elisabeth Koch (CSU) und Claudia Zolk (CSB). Thema gab es nur eines: den Wanktunnel. Dafür kam auch Alexander Dobrindt in die Marktgemeinde gefahren, der CSU-Landesgruppenchef in Berlin und Stimmkreisabgeordnete.

Dobrindt konnte Kössels Bedenken gut nachempfinden. Beide kennen sich lange. „Wir waren schon gemeinsam auf Demonstrationen“, erinnerte sich der Peißenberger. Auch für Dr. Reiner Steinbrecher, den Umweltreferent der Gemeinde aus den Reihen von Bündnis90/Die Grünen, zeigte er Verständnis, der wiederholte, dass den Bürgern das Thema unter den Nägeln brenne. „Unter den Leuten gibt es die Idee, dass der Wank doch vor dem Auerberg gebaut werden sollte.“

Dinge, die Dobrindt wie auch die Experten der Straßenbaubehörde in Weilheim nicht zum ersten Mal hören. Doch, und da waren sich Politik und Behörde einig, Letzteres wird nicht passieren. „Wir haben eine Finanzierungszusage für den Auerberg, und daher wollen wir ihn umsetzen“, stellte Dobrindt klar. Stefan Scheckinger, seit sechs Wochen im Amt als Leiter des Staatlichen Bauamts und Nachfolger von Uwe Fritsch (wir berichteten), warnte sogar eindringlich davor, derlei Gedanken zu weit zu treiben. „Sie können sich sicher sein, dass wir alle im Kopf haben, Wank und Auerberg so zeitnah wie möglich fertigzustellen“, betonte er, „aber wir können nicht zum Ziel haben, den Auerberg hinauszuzögern, sondern müssen schauen, dass wir den Wank so schnell wie möglich bauen können.“ Schiebe man das Projekt am Autobahnende hinaus, so könne es am Ende vielleicht sogar sterben.

Dobrindt beruhigt: CSU-Mann sieht Projekt Wanktunnel nicht in Gefahr

Dass der Wanktunnel – die Ost-Umfahrung des Ortsteils Partenkirchen – in Gefahr geraten könne, wie es Kössel hatte anklingen lassen, diese Unsicherheit sieht Dobrindt keineswegs. „Es braucht wirklich keiner den Verdacht zu haben, dass da nun ein Projekt ausgespart wird“, stellt er klar. Allen Verantwortlichen sei bewusst, dass das Vorhaben Verkehrsentlastung Loisachtal auf der Straße nur im Gesamten gesehen werden kann. „Nach dem Auerberg ist der Wank der letzte Lückenschluss auf dieser Trasse.“ Dobrindt nennt den Faktor Zeit nun als größte Herausforderung: „Jetzt geht es darum, diese Dynamik, die wir erreicht haben, auf das Projekt Wank auszuweiten.“ Nur so sei eine zeitnahe Fertigstellung beider Bauvorhaben zu stemmen. „Und das heißt freilich nicht am gleichen Tag“, fügte Dobrindt an.

Nach dem Faktor „zeitnah“ erkundigte sich Steinbrecher nochmals. „Das ist ein sehr dehnbarer Begriff“, merkte er leicht süffisant an. Dobrindt erwiderte lediglich: „Daher ist es so wichtig, dass wir Probleme, die auftauchen könnten, so früh wie möglich behandeln.“

Für Ortsteil Kaltenbrunns soll eine Verbesserung der Situation erreicht werden

Deshalb war auch Stephan Christoph zum Runden Tisch eingeladen worden. Er vertritt die Einwohner des Ortsteils Kaltenbrunn, die künftig mit einer zusätzlichen Belastung rechnen müssen. „Kaltenbrunn vom Verkehr auszuschließen, wird nicht gehen“, betonte Dobrindt, „aber wir müssen die Situation erträglich gestalten.“ Daher soll es baldmöglichst einen Vorort-Termin geben – mit den Bewohnern des Ortsteils, den Behördenvertretern und der Bürgermeisterin.

Generell warb Dobrindt für „maximale Akzeptanz“ unter allen Beteiligten für das Projekt Wanktunnel. „Nur dann können wir es schnellstmöglich realisieren.“ Sich auf Jahreszahlen festzulegen, darauf ließ sich gestern keiner der Beteiligten ein. Rund fünf Jahre Bauzeit müssten für den Wanktunnel mitsamt der Anschlussstellen (Bericht folgt) gerechnet werden. Zum Zeitpunkt 2030, den Scheckingers Vorgänger Fritsch kurz vor seinem Abschied noch erwähnt hatte, hieß es nur so viel: Man werde den Termin im Auge behalten.

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