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Geschichte: Das McDonald’s-Restaurant im Garmischer Zentrum hat nun geschlossen – nach über 41 Jahren.

Schön war die Zeit: Erinnerungen an 41 Jahre Fastfood-Filiale 

McDonald‘s am Marienplatz in Garmisch ist Geschichte

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Garmisch-Partenkirchen - 1971 kam McDonald’s nach Deutschland, 1975 eröffnete die erste Filiale außerhalb einer Großstadt – am Marienplatz in Garmisch-Partenkirchen. Zum Jahresende ist nun Schluss. Die Räumlichkeiten sind zu klein, um das neue Konzept des Fastfood-Riesen umzusetzen.

Das weißblaue Band durchschneidet Schauspieler Maxl Graf 1975 bei der Eröffnung der Filiale am Marienplatz.

Die Großeltern, an die denkt Margarethe Jaklitsch gern zurück. Die Omas und Opas, die mit ihren Enkeln zu McDonald’s gekommen sind und erst einmal rein gar nichts mit den in Papier und Styropor eingepackten Burgern anfangen konnten. Und auch damit nicht, ihr Mittagessen mit den Händen zu verspeisen. „Nett war, wenn sie die Kinder an die Kasse geschickt haben, um nach Besteck zu fragen“, erzählt Jaklitsch und lacht. Gerade dieser Gäste hat sie sich besonders angenommen, um sie mit den Gepflogenheiten eines amerikanischen Fastfood-Restaurants vertraut zu machen. 1978, als sie und ihr Mann Howard die Filiale am Marienplatz in Garmisch-Partenkirchen übernommen haben, war der Schnellimbiss noch etwas Besonderes. Und auch der Name der Kette längst nicht so bekannt wie heutzutage. „Auf der Straße wurde ich häufig als Frau McDonald’s begrüßt“, erinnert sich Jaklitsch.

Erster McDonald’s außerhalb einer Großstadt 

Sieben Jahre zuvor hatte der erste McDonald’s in Deutschland, genauer gesagt in München, eröffnet. Weitere Restaurants folgten. Das erste außerhalb einer Großstadt war dann am 11. Oktober 1975 das in Garmisch-Partenkirchen. Maxl Graf, der beliebte Volksschauspieler, durchschnitt das weißblaue Band, verteilte Autogramme und probierte sicher auch einen Hamburger. Es war ein Fest mit Musik, Luftballons, Ronald McDonald und jeder Menge Zuspruch vonseiten der Garmisch-Partenkirchner. Und dabei blieb’s. Das bestätigt Jaklitsch und auch Michael Heinritzi, der jetzige Betreiber der McDonald’s-Filialen im Landkreis, sagt: „Das Restaurant am Marienplatz ist immer gut gelaufen.“

Die Räume sind zu klein

Sein Beruf ist sein Hobby: Michael Heinritzi genießt seine Restaurants.

Daran liegt’s also nicht, dass jetzt zum 30. Dezember Schluss ist mit Hamburgern, Big Mac und Co. Keine wirtschaftlichen, sondern rein rationale Überlegungen haben den Unternehmer veranlasst, die Zweigstelle im Garmischer Zentrum zu schließen. „Die Räumlichkeiten sind einfach viel zu klein.“

Ein Dilemma, mit dem auch die Jaklitschs zu kämpfen hatten. „Besonders schwierig war, wenn ein neues Produkt eingeführt wurde, und dafür eigene Maschinen erforderlich waren“, sagt Margarethe Jaklitsch. Mehrfach wurde das Lokal, das bis Ende Februar 2006 in Händen ihrer Familie war, umgestaltet. Dazu kommt, dass am Marienplatz kaum Lagerflächen vorhanden sind. Erst 1986, durch den Neubau des McDrive-Restaurants an der Hauptstraße in Partenkirchen, entspannte sich die Lage, endlich gab’s Stauraum für das große Angebot und die vielen Verpackungen.

Neue Küchen und neues Bestellsystem

Nur noch das gelbe M erinnert daran, dass hier McDonald’s untergebracht war. Der Großteil der Einrichtung und Technik ist bereits ausgebaut. 

Nicht allein ein neues Produkt, sondern eine komplette Systemumstellung beschäftigt Heinritzi aktuell. Ein McCafé gehört inzwischen zum Standard. „Wir bauen auch die Küchen um und führen vor allem die neue Bestelltechnik ein.“ Dafür werden Terminals installiert, an denen der Gast seine Wünsche individuell zusammenstellen kann. Nachdem die Garmischer Filiale nun geschlossen ist, hat sich Heinritzi vorgenommen, den Umbau an der Hauptstraße vorzuziehen. „Auch um den Garmisch-Partenkirchnern etwas zu bieten“, unterstreicht er. Im Frühjahr soll das Ganze über die Bühne gehen, mit möglichst wenig Einschränkungen und Schließzeiten für den Betrieb.

49 Filialen in Bayern und Österreich gehören zu „Heinritzis Welt“. Noch. Ab 1. Januar 2017 sind es nur mehr 48. Dass mit dem Restaurant am Marienplatz ein Stück McDonald’s-Geschichte endet, bedauert er. „So ein historischer Betrieb ist etwas Besonderes.“ Aber Heinritzi lässt sich eben nicht allein von Emotionen leiten. Trotz seiner Liebe zum Beruf. „Das ist mein Hobby“, sagt der Wahl-Kitzbüheler. „Ich habe richtig Spaß an dem, was ich mache.“ Dazu trägt auch sein Team bei, das derzeit aus 1600 Mitarbeiter besteht.

Zweite Filiale in Garmisch-Partenkirchen nicht ausgeschlossen

Weitaus weniger waren es natürlich, als die Jaklitschs die beiden Filialen in Garmisch-Partenkirchen geführt hatten. „Das nette, herzliche Miteinander“ bleibt Margarethe Jaklitsch in guter Erinnerung. „Das war wie eine große Familie.“ Zu der Gemeinschaft trug auch ihr Mann Howard, der 2013 im Alter von 81 Jahren gestorben ist, bei. Durch seine freundliche, offene Art im Umgang mit Menschen – egal ob Fremde oder Freunde. Die Zeit sei schön gewesen, trotzdem überkommt sie keine Wehmut, dass das große gelbe M nun vom Marienplatz verschwindet. „Es ist einfach zu klein. Ich kann die Entscheidung absolut nachvollziehen.“

Auch wenn das Restaurant von 1975 nun Geschichte ist, schließt Heinritzi nicht aus, irgendwann doch wieder ein zweites in Garmisch-Partenkirchen zu eröffnen. „Das kann durchaus passieren, vorausgesetzt, es findet sich eine geeignete Immobilie.“

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