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Ehrungen beim Technischen Hilfswerk Garmisch-Partenkirchen: (v.v.l.) Bereichsgeschäftsführer Manfred Bock, Kreisbrandrat Hannes Eitzenberger, Hansjörg Schrallhammer, Tobias Löser, Andreas Nicolosu, Sepp Burger, Anton Schickl, Toni Huber, Pius Bader und Martin Wohlketzetter, Stellvertreter des Landrats, (h.v.l.) Max Merget, Nico Papadopoulos, Johannes Oswald und Ortsbeauftragter Bernhard Schrallhammer.  

Unschätzbare Hilfe, unschätzbares Engagement

Mehr Ausstattung für das Technische Hilfswerk

Das Technische Hilfswerk leistet bei Katastrophen – und nicht nur dort – unschätzbare Dienste. In den kommenden Jahren soll es besser ausgerüstet werden. 

Garmisch-Partenkirchen – Ein Flugzeug stürzt ab, ein Haus explodiert, ein Eisenbahnunglück passiert, Hochwasser überschwemmt das Land, eine Lawine begräbt Menschen unter sich. Katastrophen dieser Art, im heutigen Amtsdeutsch „Großschadenslage“ genannt, sind ihre Spezialität, mit ihnen umzugehen, dafür sind sie ausgebildet und ausgerüstet: Die Vielfachkönner vom Technischen Hilfswerk (THW), das schon seit 1954 auch in Garmisch-Partenkirchen einen Stützpunkt hat.

2174 Stunden Aus- und Weiterbildung für die engagierten Helfer

Zwar sind es nur gut 80 Mann, die in der Breitenau, genauer gesagt am „Schinderanger“ ihre Technikräume, ihre Garagen und Fahrzeuge samt Übungsgelände haben, doch als sie jetzt wieder im Garmischer Kolpingheim ihre Jahresversammlung hielten, überzeugte vor allem eine Zahl: 14 302. „Soviele Stunden nämlich“, sagte Bernhard Schrallhammer, der Ortsbeauftragte, „haben sich unsere Helfer im abgelaufenen Jahr ehrenamtlich und unentgeltlich damit beschäftigt, in Notfällen aller Art schnell und qualifiziert zu helfen.“ Wobei allein die ungemein vielseitige Ausbildung, die vom Schweißen über den Umgang mit schwerem Gerät, beispielsweise Radladern, Kränen, Beton- und Motorsägen, großen Stromerzeugern, Abstützsystemen, Pumpen und natürlich den schweren Last- und Gerätekraftwagen, in unzähligen Trainingseinheiten und Lehrgängen im vergangenen Jahr 2174 Stunden in Anspruch nahm.

Die Politik genehmigt 100 Millionen für neue Fahrzeuge

Von Bereichsgeschäftsführer Manfred Bock (Bad Tölz) kam am Ende des Abends noch eine Mitteilung, die die Herzen vermutlich höherschlagen lässt: Die Zeit der jahrelangen großen Sparsamkeit beim THW sei zumindest vorübergehend vorbei: „Wir haben in den letzten Jahren einen Mittelzuwachs bekommen, wie seit langem nicht mehr: Die Politik hat für die kommenden vier Jahre 100 Millionen Euro für neue Fahrzeuge genehmigt, womit der Beschaffungsstau, unter dem wir zu leiden hatten, zumindest vorerst reduziert ist“.

Größere Ernstfälle sind Zugführer Lorenz Setzpfand zufolge „glücklicherweise nicht zu vermelden gewesen“. Dennoch gab es mehrere Einsätze, beispielsweise Pumparbeiten an den bei einem Starkregen im Juni 2016 zum verheerenden Hochwasser gewordenen Bächen in Polling und nur ein paar Tage später bei einer ähnlichen Situation auf einem Firmengelände in Eglfing.

Beim Hornschlittenrennen kamen Helfer bis aus Landsberg und Schongau

Im Heimatlandkreis wiederum war das THW in erster Linie bei Großveranstaltungen gefragt: Etwa beim BMW-Bikermeeting, wo 30 Einsatzkräfte zur Ausleuchtung von Rettungs- und Fluchtwegen sowie zur Verkehrslenkung benötigt wurden. Die neu beschafften Hochleistungs-LED-Leuchten und -strahler des Technischen Hilfswerks waren auch bei der Vorbereitung des Neujahrsspringens unabdingbar. Beim Hornschlittenrennen wurden sogar Helfer bis aus Landsberg und Schongau geholt. Besonders geübt worden sei die Verletztenbergung aus einem Gebäude, in dem kein Treppenhaus mehr ist, oder aus einem Haus, dessen Decke man erst durchbrechen musste, um einem Verschütteten näherzukommen, schilderte Ausbildungsbeauftragter Markus Dobler. Er ist im übrigen mittlerweile auch kommissarischer Chef der zehnköpfigen THW-Jugendgruppe, nachdem deren langjähriger Leiter Peter Wagenbach im vergangenen Jahr gestorben war.

Lobende Worte sprach Martin Wohlketzetter (SPD) als Stellvertreter des Landrats. Ihm schloss sich Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer (SPD) mit der Bemerkung an, dass ihr ganz besonders die Jugendarbeit der Organisation gefalle. Kreisbrandreat Hannes Eitzenberger gab seiner großen Freude Ausdruck, dass es mittlerweile längst gelungen ist, das einstige Gegeneinander zwischen Feuerwehren und THW in ein vertrauensvolles Miteinander zu verwandeln.

Wolfgang Kaiser

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