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Große Trauer um Karl Dall: TV-Ikone und Komiker gestorben

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Ein Schaufenster ist zu sehen, in der Mitte hängt ein Schild: Weltcafé Burgrain.
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Die Räume der ehemaligen Sparkassenfiliale Burgrain hat das Weltcafé schon bisher mitbenutzt – wenn der Platz im Jugendtreff zu knapp wurde. Foto:sehr

Gemeinderätin setzt sich für Treffpunkt der Kulturen ein

Weltcafé Burgrain braucht mehr Platz - Sanierung liegt brach

  • Katharina Bromberger
    vonKatharina Bromberger
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Die Pläne liegen im Schubladen. Alexandra Roos-Teitscheid fürchtet, dass sie dort bleiben. Das darf nicht passieren, sagt sie. Deshalb setzt sie sich für die Sanierung der Bankräume in Burgrain ein. Für das Weltcafé.

Burgrain – Es ist schon noch etwas da vom Image: Burgrain, das Glasscherbenviertel. Ganz verschwunden, sagt Alexandra Roos-Teitscheid, ist dieses Bild noch nicht. Aber es ist nicht mehr ganz so präsent, der Ruf ihrer Heimat wird besser. Roos-Teitscheid merkt das als Lehrerin. Als sie in ihren Anfängen kurz nach dem Studium 2007 die obligatorische Wir-stellen-uns-alle-vor-Runde in neuen Klassen startete, fielen die Reaktionen auf ihren Wohnort am Werdenfels-Gymnasium in Garmisch-Partenkirchen noch ganz anders aus. „Burgrain?“ – Pause. Dann ein leicht abfälliges „Puh. Okay.“ Das hört sie heute seltener. Die Schüler reagieren eher neutral. Oder denken zuerst an den Golfplatz oder das Jugendzentrum. Nicht an soziale Probleme, Menschen mit Migrationshintergrund, Garmisch-Partenkirchens Problem-Anhängsel. „Das Bild manifestiert sich nicht mehr so bei der Jugend“, sagt Roos-Teitscheid.

Weltcafé Burgrain: Ein Treffpunkt, um Kulturen zusammenzubringen

Dafür tun die Burgrainer auch einiges. Roos-Teitscheid als Referentin des Ortsteils und Grünen-Gemeinderätin. Und die Einwohner selbst, die vor gut zwei Jahren das Weltcafé ins Leben gerufen haben. Ein Treffpunkt, um Kulturen zusammenzubringen, von denen es in Burgrain mit seinen rund 2081 Einwohnern zweifellos viele gibt: Etwa die Hälfte der Kinder in Kindergarten und Grundschule hat Roos-Teitscheid zufolge einen Migrationshintergrund, mindestens ein Elternteil besitzt also keine deutsche Staatsbürgerschaft.

Doch das ist eben nicht nur schlecht, schafft nicht nur Probleme, sondern auch große Chancen. „Das ist unheimlich spannend“, sagt Roos-Teitscheid.

Sanierung der ehemaligen Bankräume: Konkreter Plan steht seit Langem

Im Weltcafé mit seinem vielfältigen Angebot lernen sich diese Kulturen kennen, tauschen sich aus. Es wird so gut angenommen, dass die Ehrenamtlichen dringend mehr Platz brauchen. Dafür gibt es bereits seit einiger Zeit einen konkreten Plan. Der allerdings bis heute nicht umgesetzt wurde. Und Roos-Teitscheid fürchtet: Passiert in diesem Jahr nichts, passiert vielleicht gar nichts mehr. Deshalb hat sie nachgehakt. Nun befasst sich der der Ordnungs- und Sozialausschuss mit dem Thema (siehe Infobox).

Konkret geht es um die Räume der ehemaligen Kreissparkassen-Filiale in Burg-rain, die der Marktgemeinde gehören. Schon bisher nutzte sie das Weltcafé für seine wöchentlichen Veranstaltungen und Bürgertreffs. Denn der Platz im Jugendtreff Burgrain (JuBu) reichte oft nicht aus, die Besucherzahlen stiegen stetig. Der Haken: Das Bankbüro ist schmuck-, trost-, lieblos. Saniert müsste es werden. Einige Gespräche hat Roos-Teitscheid dazu schon geführt mit Mitarbeitern des Bauamtes, des Bauhofs, der Liegenschaftsverwaltung und natürlich der Bürgermeisterin. Allerdings hieß die damals noch Dr. Sigrid Meierhofer (SPD). Ihr gefiel die Idee, sagt Roos-Teitscheid, sie wollte sie unterstützen. Auch wurden dafür Mittel eingestellt – 50 000 Euro. In den Haushalt 2020.

Antrag: Ausschuss soll sich für die Renovierung aussprechen

Die Monate zogen ins Land samt Corona – auch das Weltcafé macht Zwangspause –, Wahlen und Machtwechsel. Saniert wurde nichts, der Burgrainer Treff rückte in den Hintergrund. „Jetzt liegt das brach.“ Dabei würde auch das Jugendzentrum Garmisch-Partenkirchen mit seiner JuBu-Außenstelle profitieren: Eine Verbindungstür zum Sparkassen-Büro ist geplant, außerhalb der Öffnungszeiten des Jugendtreffs stünden die Räume für die ehrenamtlichen Helfer des Weltcafés zur Verfügung. Die Pläne, sagt Roos-Teitscheid, „liegen fertig in der Schublade“. Man muss sie nur rausholen. Schnell, fordert die Gemeinderätin. Wenn man das Ganze jetzt nicht anpackt, „wer weiß, ob es überhaupt noch umgesetzt wird“. Deshalb stellt sie den Antrag: Der Ausschuss möge sich für die Renovierung aussprechen und die Verwaltung damit beauftragen, alles Notwendige dafür in die Wege zu leiten. Für ein (noch) lebenswerteres Burgrain.

Sitzung verschoben

Die bereits für 11. November angesetzte Sitzung des Ordnungs- und Sozialausschusses musste aufgrund der aktuellen Corona-Situation abgesagt werden. Die nächste Sitzung ist für Mittwoch, 9. Dezember, anberaumt. Das Weltcafé Burgrain steht auch dann wieder auf der Tagesordnung.

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