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Das  Kandidaten-Logo für die Bewerbung 2025 von Garmisch-Partenkirchen
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2025 - der letzte Versuch? Offenbar nicht. Das erste politische Signal deutet auf eine erneute Bewerbung hin.

Nach der Niederlage für 2025

Erstes Stimmungsbild zu einer Ski-WM 2027: Mehrheit für eine neuerliche Bewerbung zeichnet sich ab

  • Christian Fellner
    vonChristian Fellner
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Wie geht es nach dem Scheitern im Kampf um die Ski-WM 2025 in Garmisch-Partenkirchen weiter? Das hängt in erster Linie vom Marktgemeinderat ab. Der muss grünes Licht für eine neuerliche Bewerbung für 2027 geben. Eine erste Umfrage unter den Fraktionen ergab ein relativ klares Ergebnis.

  • Nach dem Scheitern der WM-Bewerbung für 2025 steht eine neuerliche Kandidatur bereits wieder im Raum
  • Entscheidend dürfte das Votum des Garmisch-Partenkirchner Gemeinderats werden
  • In einer ersten Umfrage zeichnet sich ein klares Ergebnis ab

Garmisch-Partenkirchen – Der WM-Frust dürfte bei den Beteiligten langsam gewichen sein. Einem gewissen Realismus für die Situation, in der Garmisch-Partenkirchen nun steckt. Mitten drin in den Mühlen der FIS, in deren WM-Poker. Der erste Kandidat ist besänftigt, Saalbach beglückt. Wie geht es nun weiter? Überlässt Garmisch-Partenkirchen den Schweizer Kontrahenten aus Crans-Montana das Feld? Eine Frage, die für die heimische Politik bald in den Fokus rücken wird. Wie positioniert sich der Marktgemeinderat in der Frage nach einer neuerlichen Bewerbung für alpine Weltmeisterschaften 2027? Das Tagblatt hat bei den verschiedenen politischen Gruppierungen und Fraktionen ein Stimmungsbild abgefragt. Das Resultat: Es deutet sich eine Mehrheit für eine weitere Bewerbung an.

CSU

Die Bürgermeisterinnen- und Mehrheits-Partei gilt allein nach Elisabeth Kochs Aussagen direkt nach der WM-Vergabe („Wenn es nach mir geht, sofort“) als sichere Bank für eine weitere Kandidatur. Die Katze lässt Anton Witting, der Fraktionschef, aber vorerst nicht aus dem Sack: „Wir treffen uns erst am Mittwoch in der Fraktion. Da werden wir sicher über das Thema sprechen.“ Die stärkste Fraktion im Gremium umfasst zwölf Lokalpolitiker. „Ich kann nicht im Vorfeld für alle sprechen.“ Ein wenig lässt er sich dann aber doch aus der Reserve locken: „Ich denke, ganz vage würde ich sagen, dass wir vielleicht noch einen Versuch starten sollten.“

Bündnis 90/Grüne

Stephan Thiel, der Kopf der Grünen-Fraktion, macht keinen Hehl daraus, dass „ich grundsätzlich nicht so begeistert von Großveranstaltungen bin“. Bei der nun gescheiterten WM-Bewerbung hatte seine Fraktion dafür gestimmt, weil es die Hoffnung gab, dass sich die Gemeinde dann infrastrukturell besser aufstellen würde können. Nun aber habe die Gemeinderatsgruppe ihr Gesicht verändert. „Ich weiß nicht, welche Richtung wir einschlagen. In jedem Fall muss sich Garmisch-Partenkirchen Gedanken machen, wo es hinwill.“ Die Grünen treffen sich wie die CSU am Mittwoch, um das Thema zu diskutieren. Was Thiel ein wenig schreckt, verpackt er in einer Frage: „Welches Signal senden wir aus, wenn wir die WM bekommen, sie dann aber ausfallen würde?“

SPD

Für die SPD scheut sich Michael Simon nicht davor, klar Position zu beziehen. „Es hat mich nicht überrascht, dass es nicht funktioniert hat. Das ist aber nicht tragisch, sondern sollte für uns Ansporn sein, es noch einmal zu probieren.“ Da spreche er durchaus für seine Dreier-Fraktion. Wichtig sei nur, nicht lediglich auf den Sport zu setzen, sondern Themen wie Kultur und Wohnraum nicht aus den Augen zu verlieren. „2011 hat ganz Garmisch-Patenkirchen gutgetan.“ Eine WM sei für den Ort vertretbar. „Das ist im Gegensatz zu Olympia ein Rahmen, der zu uns passt.“

Freie Wähler

Für Lilian Edenhofer, die Chefin der Freien-Wähler-Fraktion, gibt es nur eine Richtung: „Sofort weitermachen für 2027. Wir dürfen uns nicht ausruhen.“ Die Gemeinderätin und Vorsitzende des BLSV-Kreisverbands ist großer WM-Fan. „1978 war ich als Zehnjährige dabei. Wir Kinder haben Autogramme gesammelt.“ 2011 erlebte sie als Journalistin vor Ort. „Das war eine tolle, familiäre Stimmung.“ Edenhofer plädiert für eine schnelle politische Entscheidung. „Wir müssen den Schwung mitnehmen.“ Sie sieht in einer Alpin-WM ein Aushängeschild für die Gemeinde. „Was haben wir denn sonst noch? Es ist doch alles tot.“ Eine WM sei darüber hinaus ein Ziel für die sportliche Jugend in der gesamten Region.

Bayernpartei

„Es ist schade, dass wir die WM nicht bekommen haben, denn wir haben doch alles da“, sagt Andreas Grasegger als Vorsitzender der Fraktion der Bayernpartei. Nur eine Stimme erhalten zu haben, „hat mich schockiert“. Mit dem Blick nach vorne gibt es für ihn eine klare Empfehlung: „Wir sollten uns wieder bewerben. Wir können jetzt nicht auslassen, sonst haben wir gar nichts mehr, dass wir Einheimischen wie auch den Gästen bieten können.“ Auf eine Bewerbung zu verzichten, setzt er mit dem Wegfall des Neujahrsspringens gleich. „Das würde uns richtig wehtun. Wir sind schon noch ein Wintersportort, man muss nicht alles aufgeben.“

CSB

Mit Gänsehaut verfolgte Claudia Zolk am Samstag den Garmisch-Partenkirchner Bewerbungsfilm. Sie pocht auf eine sofortige Neubewerbung für 2027. „2011 ist alles top gelaufen, das kriegen wir wieder so hin“, betont die Vize-Bürgermeisterin vom CSB. „Wenn wir es jetzt nicht tun, ist es vielleicht zu spät. Denn leichter wird es mit dem Klimawandel sicher nicht mehr.“

FDP

Die WM-Pleite war für Martin Sielmann vorhersehbar. „Das konnte man erahnen“, sagt der FDP-Mann. Nun gibt es für ihn nur eine Marschroute: „Wir als FDP stehen hinter der WM, sie würde dem Ort sehr guttun.“ Sielmann hat ein klares Motto. „Garmisch-Partenkirchen kann Ski-WM!“ Titelkämpfe in 2027 würden dem Ruf des Ortes als Sportgemeinde weiter stützen. „Außerdem bringt uns eine WM die Chance, auch wirtschaftlich neue Standbeine aufzutun. So können wir attraktiv und lukrativ bleiben.“

Ga+Pa miteinander

„Ich bin kein Freund von Veranstaltungen, die nicht mehr zeitgemäß sind.“ Anton Hofer bezieht klar Stellung. Er war „froh, dass es nicht mit dem Zuschlag geklappt hat“. Man könne als Gemeinde nicht bei Schulen einen Rückstau von 20 Millionen Euro haben, dann aber auf eine nicht zukunftsfähige WM bauen. „Die Daseinsvorsorge sollten wir endlich höher bewerten.“

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