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Der Anbau am Werdenfels Museum nimmt Formen an. Überhaupt verläuft das Projekt an der Badgasse abgesehen von geringfügigen Verzögerungen nach Plan.

Geringfügige Verzögerung beim Bau

Meilenstein fürs Werdenfels Museum

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Garmisch-Partenkirchen - Das Dach, bei jedem Bau ein Meilenstein. In wenigen Tagen wird dieser beim Großprojekt Um- und Ausbau Werdenfels Museum erreicht. Nach sieben Monaten Bauzeit steht fest: Die Kosten dürften leicht steigen, die Herausforderungen sind groß – und alle Beteiligten zufrieden.

Für dieses Projekt hat Josef Kümmerle (70) seinen Ruhestand verschoben. Den Um- und Neubau des Werdenfels Museums wollte er schon höchstpersönlich als Museumsleiter erleben – schließlich hat er zehn Jahre lang dafür gekämpft. Also begleitet er das Großprojekt. Begleiten heißt bei Kümmerle: Jeden Tag steht er auf der Baustelle. „Ich wüsste ja gar nicht, wohin ich sonst gehen sollte“, sagt er und lacht. Was er an der Badgasse jeden Tag zu sehen bekommt, sorgt bei ihm für gute Laune.

Schnell kommen die Arbeiter voran – wenn auch langsamer als ursprünglich geplant. Landratsamts-Sprecher Stephan Scharf zufolge hat sich der Baufortschritt an der Landkreis-Einrichtung um etwa zwei Monate und damit geringfügig verzögert. Grund seien die „schwierigen und beengten Verhältnisse im Baudenkmal“ sowie die hohen Anforderungen an den Brandschutz. Diese wirken sich nicht nur auf den Zeitplan aus.

Ursprünglich standen Gesamtkosten von 2,12 Millionen Euro im Raum. Dabei, betont Scharf, habe es sich jedoch lediglich um eine Schätzung aus dem Jahr 2014 gehandelt. Eine Berechnung ergab nun eine Gesamtsumme von 2,39 Millionen Euro; 1,78 Millionen davon entfallen auf den ersten Bauabschnitt. Dieser jedoch kommt laut Scharf leicht teurer als gedacht – den genauen Umfang der Steigerung kann er noch nicht nennen, wohl aber die Ursachen: unvorhergesehene statische Arbeiten, erhöhte Anforderungen an das Klima im Ausstellungsraum sowie besagte Brandschutzmaßnahmen. Auch Projektleiterin und Architektin Alexandra Block vom Atelier Lüps aus Schondorf am Ammersee spricht in diesem Zusammenhang von „besonderen Herausforderungen“. Ihr Fazit nach etwa sieben Monaten Bauzeit aber fällt positiv aus: „Bislang läuft alles ziemlich problemlos.“

Erdgeschoss bereits fertig

Im Dezember 2015 haben sich die Kreisräte einstimmig für das Projekt ausgesprochen. Heuer im Mai starteten die Arbeiten für den ersten Abschnitt. In diesem entsteht südseitig ein Anbau an das Wackerle-Haus für zusätzliche Ausstellungsflächen und Depoträume. Dafür wurde im Sommer erst einmal der bestehende, marode Bau aus den 1920er Jahren abgerissen. Nur der erste Stock blieb erhalten – das Bruchsteinmauerwerk steht ebenso unter Denkmalschutz wie das Wackerle-Haus an der Ludwigstraße 47, in dem seit 1973 das Museum untergebracht ist. Auf dieser historischen Mauer nun sollte in Holzbauweise der barrierefreie, aufgestockte Neubau errichtet werden. Dafür mussten die Planer zunächst die Fundamente mit einem speziellen, sogenannten Düsenstrahlverfahren verstärken.

Mittlerweile ist das Erdgeschoss fertig, der Aufzugschacht betoniert. Der Rohbau wächst schnell. Die ersten Sparren haben die Zimmerer bereits montiert. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis das Dach kommt.

Nach der anfänglichen Verzögerung liege man nun im Zeitplan, sagt Architektin Block. Der sieht vor: In dieser Woche kommt das Treppenhaus, bis Weihnachten ist der Bau winterfest. Eindecken werden die Arbeiter das Dach erst im April oder Mai – das Metall lässt sich bei den kalten Temperaturen nicht verarbeiten. Über den Winter steht die Baustelle aber keineswegs still – der Innenausbau startet. Zudem planen Block und das Team für Januar die ersten Ausschreibungen für Bauabschnitt zwei.

Dieser umfasst einen kompletten Neubau für Museumspädagogik und Büro. Der Sockel des Gebäudes wird wie der Anbau in Massiv-, das Obergeschoss in Holzbauweise errichtet. Über einen Balkon werden die zwei Häuser verbunden. Ebenfalls im April oder Mai will Projektleiterin Block mit dem Rohbau starten, um dann im Dezember 2017 das Gesamtwerk zu präsentieren: ein zum Teil neues, erweitertes und komplett barrierefreies Werdenfels Museum, das nicht nur bei Leiter Josef Kümmerle für beste Laune sorgt.

Gute Nachrichten

was die Um- und Neubaukosten des Werdenfels Museums betrifft, kommen von der Bayerischen Landesstiftung: Diese bezuschusst den Bauabschnitt zwei und damit den Neubau für die Museumspädagogik mit 124 500 Euro. Dies teilen der Stimmkreisabgeordnete Martin Bachhuber (CSU) und der Landtagsabgeordnete Harald Kühn (CSU) in einer gemeinsamen Presseerklärung mit.

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