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In Zukunft soll der Zugang in den Kurpark nur noch über den Haupteingang am Richard-Strauss-Platz möglich sein.

So begegnet man den Missständen

Bußgelder und Kontrollen: Jetzt kommt der Strafenkatalog für Kurpark-Sünder

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Im Michael-Ende-Kurpark im Ortsteil Garmisch liegt einiges im Argen. Jetzt reagiert die Gemeinde auf die Missstände, die sich in den vergangenen Wochen und Monaten verschlimmert haben, mit Maßnahmen und Bußgeldern. Die können bis zu 2500 Euro betragen.

Garmisch-Partenkirchen– Der Kurpark Garmisch ist zur Problemzone geworden. Vandalismus, Drogen, Sauforgien, ein angebohrter Flügel, zerbrochene Fensterscheiben, Hundekot – und aufgeregte Bürger, die Klage führen über die Zustände, die dort herrschen. Schreckensnachrichten, die nicht gut ankommen in einem Ort, der vom Tourismus lebt und die einer grünen Lunge schaden, die früher zum Verweilen und Entspannen einlud. Jetzt will die Gemeinde durchgreifen – mit einem eigenen Strafenkatalog.

Münchner Verhältnisse im Kurpark Garmisch? Auch imEnglischen Garten gibt’s Sanktionen für Randalierer und Störer. Was in der Landeshauptstadt das Bayerische Finanzministerium plant, dem der Englische Garten untersteht, nimmt Garmisch-Partenkirchens Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer (SPD) als Vorbild. Sie hat die Causa Kurpark zur Chefsache erklärt und soll zu Beginn dieser Woche im Innenministerium vorstellig geworden sein und ausgelotet haben, was möglich ist. Ihre Anfrage war Teil eines Verfahrens, das sie vor drei Wochen auf den Weg gebracht hat.

Polizeichef Thomas Kirchleitner kennt die Zustände, die im Garmischer Kurpark herrschen. Er sei vor Kurzem bei einer Veranstaltung gewesen und erlebte hautnah, welches Klientel sich dort aufhält. „Mir war nicht ganz wohl, als ich gesehen habe, wer da rumsitzt“, sagte er am Mittwochabend im Gemeinderat, in dem der Polizeidirektor über die Sicherheitslage im Markt referierte. „Der Kurpark ist eine echte Herausforderung, das ist nicht zu leugnen.“ Die Anlage gehört zwar zum Streifenplan seiner Inspektion, doch nicht immer sind seine Beamten dazu in der Lage, dort zu patrouillieren. „Manchmal kommen einfach wichtigere Einsätze dazwischen.“

Strafen bis zu 2500 Euro denkbar

Kirchleitner war Mitglied eines Runden Tisches, der kurzfristig einberufen worden war und am Donnerstag im Rathaus tagte. Die Ergebnisse lassen keinen Zweifel, dass in Zukunft hart durchgegriffen wird. Konkret: Als Sofortmaßnahme beauftragt die Gemeinde einen Sicherheitsdienst, der den störungsfreien Ablauf von Musik-im-Park-Konzerten gewährleisten soll. Diese Maßnahme wird Meierhofer zufolge bereits ab Freitag, 18. Mai,  umgesetzt. „Das wird nicht billig. Aber anders geht’s nicht“, erklärte sie im Gemeinderat. Sobald die Einfriedung des Michael-Ende-Kurparks wieder hergestellt ist, ist der Zutritt nur noch über den Haupteingang am Richard-Strauss-Platz möglich, heißt es in einer Pressemitteilung, die Rathaus-Sprecherin Ute Leitner gestern Nachmittag verschickte. Auch über eine Zugangskontrolle denkt man nach. Zudem ist eine nächtliche Schließung des Michael-Ende-Kurparks geplant. Bürgermeisterin Meierhofer macht deutlich, dass es verstärkte Kontrollen und bei vorsätzlichen Verstößen Bußgeldverfahren geben wird. Die kommen teuer zu stehen. Laut Grünanlagensatzung der Gemeinde können sie sich auf bis zu 2500 Euro belaufen.

Aufenthaltsqualität soll wiederhergestellt werden

„Wichtig ist uns, dass niemand grundsätzlich aus dem Michael-Ende-Kurpark ausgeschlossen wird“, betont Meierhofer. „Die Erfahrungen der vergangenen Jahre, in denen er frei zugänglich war, haben jedoch leider gezeigt, dass die in der Grünanlagensatzung festgelegten Regelungen von einigen Personen nicht eingehalten werden.“ Unter anderem sei der Michael-Ende-Kurpark als Feierzone missbraucht worden. Man habe Alkohol- und Drogenmissbrauch betrieben und laute Musik abgespielt. „Immer häufiger kam es zu Sachbeschädigungen und Verunreinigungen.“ Dies nennt die Rathaus-Chefin einen „unhaltbarer Zustand, dem wir nun entschlossen entgegentreten müssen“.

Dass damit auch Personen von Einschränkungen betroffen sind, die sich bisher immer an die Regeln gehalten haben, sei bedauerlich, aber unumgänglich. Insgesamt soll die Aufenthaltsqualität im Kurpark für alle Bürger sowie Gäste wiederhergestellt werden. Meierhofer ist laut eigener Aussage eine Verfechterin der „Liberalitas Bavariae“. Dass „leben und leben lassen“ jetzt beschnitten wird, lasse sich nicht vermeiden. „Das Problem Kurpark ist explodiert, wir mussten handeln.“

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