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Kein Konzert in der Konzertmuschel möglich: Der Flügel (hinten links) wurde von Unbekannten beschädigt.  

Jetzt wurde ein Flügel beschädigt

„Ein Wahnsinn“: Ende-Kurpark verkommt zum Schandfleck

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Müll, Vandalismus, Drogen: Vorbei sind die Zeiten, in denen die Marktgemeinde mit der Attraktivität des Michael-Ende-Kurparks prahlen konnte. Die Grünanlage im Herzen des Ortsteils Garmisch wird heute von vielen gemieden. Nicht ohne Grund.

Garmisch-Partenkirchen – Das Thema ist nicht neu, hat aber nun einen weiteren traurigen Höhepunkt erreicht. Seit Jahren verkommt der Michael-Ende-Kurpark im Ortsteil Garmisch zum Schandfleck. Am Sonntag musste jetzt sogar das Konzert der Bigband Edi Schönach nach drinnen verlegt werden. Nicht etwa wegen schlechten Wetters. Den Grund nannte Korbinian Saller auf Facebook. Unbekannte hätten den Flügel auf der Bühne mit einer Bohrmaschine angebohrt und dadurch unbenutzbar gemacht. Die Marktgemeinde als Eigentümer des Instruments bestätigt die Sachbeschädigung und erstattete am Dienstag bei der Polizei Anzeige.

Der Einheimische macht seinem Ärger über die Zustände in der Anlage Luft. Er spricht von schreienden jungen Menschen mit provozierend laut abgespielter Musik, während Auftritte stattfinden. Von Jugendlichen, die Bänke verschieben, bergeweise Müll hinterlassen, sich in den Grünanlagen erleichtern und die Einrichtung zerstören. Sallers Beitrag im Internet hat Elisabeth Koch Aufmerksamkeit erregt. Sie teilte ihn auf der CSU-Facebook-Seite mit klarem Adressaten: Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer (SPD). „Zeit zu handeln! Wie lange wollen Sie noch zuschauen“, schreibt die Fraktionsvorsitzende. Sie möchte die Problematik am  Mittwoch in der öffentlichen Gemeinderatssitzung besprechen. Auch, wenn der Punkt nicht auf der Tagesordnung steht.

Kurpark dürfe kein rechtsfreier Raum bleiben

Koch unterschreibt sofort die Worte Sallers. „Er übertreibt nicht“, sagt die Juristin, die sich in der Vergangenheit ein Bild vor Ort machte. Ihr Fazit: „Das ist ein Wahnsinn da drin. Beschämend.“ Geht es nach ihr, sollte die Gemeinde das Areal künftig für Hunde sperren, wieder wie früher Sperrzeiten einführen und konsequent kontrollieren. „Wir dürfen nicht länger zulassen, dass der Kurpark ein rechtsfreier Raum bleibt“, betont sie. „Das kostet eben.“

Dabei hat die Kommune erst Ende 2017 Ausgaben eingespart und die beiden „Wächter“-Stellen auf 450-Euro-Basis abgeschafft. Einer der zwei ehemaligen Hüter des Geländes ist Anton Huber. Wohl kaum einer kennt die Problematik dort besser. Viel Positives kommt ihm nicht über die Lippen, denkt er an die vergangenen vier Jahre zurück. „Für die Familie Ende ist es eine Schande“, betont er. Vandalismus und Rauschgifthandel – keine seltenen Phänomene. Außerdem feiern ihm zufolge Jugendliche Parties und Exzesse, Toiletten laufen nicht oder Glasscherben liegen herum. „Alles, was verboten ist, wird gemacht“, sagt er. Das in etwa einer Stunde am Tag in den Griff zu bekommen, für ihn und seinen damaligen Kollegen unmöglich. Seiner Aussage nach trauen sich mittlerweile auch kaum noch Frauen in den Kurpark. Er kann es verstehen. Wäre er seinem Job länger nachgegangen, „ich hätte einen Waffenschein gemacht.“ Zum Eigenschutz.

Gemeinde prüft Lösungsansätze

Nicht nur einmal kontaktierte Huber die Polizei. Mehr als Übeltäter des Platzes zu verweisen, gehörte nicht zu seinen Befugnissen. In die Zuständigkeit der Beamten fällt es aber ebenfalls nicht, ein Auge auf das Gemeindeareal zu werfen. Außer bei Ordnungswidrigkeiten et cetera. Trotzdem schauen sie sich dort um, wenn keine vordringlicheren Aufgaben abzuarbeiten sind. Die Probleme bleiben ihnen nicht verborgen. „Es ist eine deutliche Häufung an Sachbeschädigungen festzustellen“, sagt Hauptkommissar Josef Grasegger. Auch Fälle, bei denen Drogen im Spiel sind, streitet er nicht ab.

Ganz klar distanziert sich Grasegger von Vorverurteilungen, bei den Übeltätern würde es sich ausschließlich um Asylbewerber handeln. Das Gegenteil kann er an Beispielen belegen. Koch und Huber teilen seine Auffassung.

Die Rathausverwaltung wird nicht zum ersten Mal mit dem „hausgemachten Thema“, wie es Koch bezeichnet, konfrontiert. „Die auf Facebook geschilderte Situation im Kurpark ist uns leider bekannt und wird auch sehr ernst genommen“, teilt Sprecher Martin Bader mit. Derzeit werden zur Verbesserung bereits viele verschiedene Lösungsansätze – darunter die Einführung eines Sicherheitsdienstes – auf Umsetzbarkeit geprüft und ein Maßnahmenkatalog erstellt. Dieser soll laut Bader alsbald den zuständigen Entscheidungsträgern zur Beschlussfassung vorgelegt werden. Zeit wird’s. Denn der Kurpark sei das Ebenbild des Ortes, sagt Koch. Und der verlottere zunehmend.

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