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Der Gesang spielt eine wichtige Rolle in dem Musical „Oliver!“, auch die Kinder glänzen mit ihren Stimmen. 

Voller Leidenschaft und Spielfreude

Mit Musical „Oliver!“ einen Volltreffer gelandet

Was Laien an Gesang und schauspielerischen Fähigkeiten zu leisten vermögen, wenn sie nach vielen Proben auf der Bühne stehen, dafür liefert das Musical „Oliver!“ im Kongresshaus Garmisch-Partenkirchen ein Paradebeispiel. Und das Sahnehäubchen: Alle Darsteller kommen aus der Region.

Garmisch-Partenkirchen – „Bravourös“ – „Super“ – „Großartig“: Schon zur Pause überschlagen sich die Reaktionen eines begeisterten Publikums. Der Truppe des Kulturvereins im Pfarrverband Zugspitze um Pfarrer Josef Konitzer und dem ganzen Organisationsteam ist wiederum ein Volltreffer gelungen: Die Umsetzung des Musicals „Oliver!“, jener Klassiker mit Texten und der Musik des Engländers Lionel Bart (1930-1999), besticht beim Gesang durch eine große Gemeinschaftsleistung der Schauspieler, einer geglückten Choreographie und einem gut abgestimmten 15-köpfigen Orchester unter der souveränen Stabführung von Thomas Näbauer, das in dieser Besetzung zuvor noch nie zusammengespielt hat.

Entsprechend berührte das Stück mit ausschließlich einheimischen Kräften am vergangenen Wochenende die Gäste im Garmisch-Partenkirchner Festsaal. Sylvia Meggyes, in der Region als Chorleiterin bestens bekannt, hatte dazu die musikalische Leitung, verbunden mit einer über Monate währenden Einstudierung, übernommen. Und sie kann – wie das ganze Ensemble – stolz sein auf das Ergebnis!

Im Mittelpunkt steht in dem Stück die Titelfigur „Oliver“, couragiert und kindlich-natürlich vom erst elfjährigen Hannes Bohlke dargestellt. Bestechend auch die Leistung seiner „Wohltäter“ Benedikt Ehrenberg (Fagin) und Ferdl Brunnenmayer als Mr. Sowerberry, die beide zuvor noch nie derart anspruchsvolle Rollen samt tänzerischen Einlagen und Gesang inne hatten. Auch ein Verdienst von Julia Goldstern, die in dem Stück nicht nur Regie führt, sondern ebenso für die Choreographie und künstlerische Inszenierung verantwortlich zeichnet. Die erfahrene Musicaldarstellerin und Entertainerin formte die bunte Darstellerschar, überwiegend aus dem Pfarrverband Zugspitze und darüber hinaus stammend, über viele Wochen der Vorbereitung zu einem eingeschworenen Team.

„Es macht einen Riesenspaß“, freute sich der Grainauer Ministrant Jakob Kaufmann am Ende der Aufführung. Er verkörpert die jugendliche Figur „Charley“ und durfte wie viele weitere der insgesamt fast 100 Mitwirkenden schon die ein oder andere Theaterluft bei einem Konitzer-Musical schnuppern. Bereits im ersten Akt muss Titelheld Oliver im Waisenhaus im London der 1850er Jahre unter Mrs. Corney (Angela Eggers) und dem pompösen, hartherzigen Mr. Bumble (Harry Ehrenberg) äußerste Disziplin und Gehorsam erdulden. Als er vergeblich um einen Nachschlag bei der Hafergrütze bettelt, fällt er in Ungnade. Für drei Pfund wird er an das Sarghändler- und Bestatter-Ehepaar Sowerberry (Ferdl Brunnenmayer und Stefanie Schilling) verkauft. Bei seinem neuen Herren ergeht es Oliver nicht viel besser. Sein Schlafplatz ist der Sargdeckel, die Essensreste sind eigentlich für den Hund bestimmt. Der Bub nimmt Reißaus und gerät in die Fänge von Fagin, der Kinder zu Taschendieben anleitet und ihnen dafür Obdach gewährt.

Besonders beeindruckend sind die Massenszenen, in denen auf mehreren Ebenen gesungen und getanzt wird. Der Zuschauer erlebt ein ernstes, sozialkritisches Stück, durchaus auch mit humorvollen Dialogen versetzt und mit guten dramaturgischen Kulissen-Lösungen. „Tausendfachen Dank“ sprach Pfarrer Konitzer, selbst in der Rolle des Mr. Brownlow zu sehen, seiner höchst engagierten Laientruppe aus. Lang anhaltender Applaus der Premierengäste war der Dank für einen wunderschönen Abend.

Weitere Aufführungen

Wer die ersten beiden Aufführungen verpasst hat, hat noch zweimal die Gelegenheit, „Oliver“ im Kongresshaus zu erleben. Und zwar am morgigen Freitag, 3. November, und am Samstag, 4. November, Beginn ist jeweils um 19 Uhr. Die Abendkasse ist eine Stunde vorher geöffnet.

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