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Kreissparkasse Garmisch-Partenkirchen: Wechsel an der Spitze - Personalabbau geht weiter

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Von: Christian Fellner

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Kein Blatt passte zwischen sie: Das dokumentieren Grit Fugmann und Peter Lingg auch bildlich.
Kein Blatt passte zwischen sie: Das dokumentieren Grit Fugmann und Peter Lingg auch bildlich. © Sparkasse

Ein herber Verlust für Peter Lingg - mitten in der Krise: Grit Fugman, seine rechte Hand, verlässt die Kreissparkasse Garmisch-Partenkirchen. Die Suche nach einem Nachfolger läuft.

Garmisch-Partenkirchen – Die Corona-Krise hat die Kreissparkasse Garmisch-Partenkirchen bisher ganz gut gemeistert. Nun aber steht das Kreditinstitut vor einer neuen Herausforderung: Grit Fugmann, die rechte Hand von Vorstandsvorsitzendem Peter Lingg, geht zurück in ihre Heimat Sachsen. Die 49-Jährige, die 2016 als erste Frau für Georg Fink in den Vorstand berufen worden war, wird ihren Fünf-Jahres-Vertrag in der Marktgemeinde noch erfüllen, wechselt im kommenden Jahr aber zur Sparkasse Oberlausitz-Niederschlesien in Zittau. Dort bekleidet sie wie in Garmisch-Partenkirchen einen Posten im Vorstand.

„Ein herber Verlust“, betont Lingg, der selbst erst vor Kurzem vom Wechsel seiner Vorstandskollegin erfuhr. „Zwischen uns passte kein Blatt. Wir haben gemeinsam viel bewegt und die Weichen für die Zukunft gestellt.“ Auch Fugmann selbst scheidet nicht gerne. „Ob es so eine Zusammenarbeit so schnell woanders geben kann? Das wird sehr schwierig“ – das räumt sie gerne ein. „Ich habe die Arbeit hier stets genossen, sie war so vertrauensvoll.“

Neue Ausschreibung statt Vertragsverlängerung

Und doch zieht sie von dannen. „Eine Entscheidung der Familie“, macht sie deutlich. Zwei Jahre hatte sie versucht, ihre Eltern zu einem Umzug in die Region Garmisch-Partenkirchen zu überzeugen. Vergeblich. „Auch meine Tochter wollte nicht kommen,“ Also reagierte Fugmann, bewarb sich in der Heimat, als sich die Chance ergab – und bekam den Zuschlag. Die Möglichkeit der Rückkehr nach Sachsen könne sie nicht ausschlagen. „So viele Sparkassen gibt es dort nicht, als dass ich jetzt Nein sagen und auf die nächste Chance warten könnte.“ Dass die Nachricht für alle Beteiligten auch im Verwaltungsrat überraschend kam, ist ihr klar. „Es war ein Schock für sie.“ Lingg hatte sich gerade dafür eingesetzt, dass der im Mai 2021 auslaufende Vertrag Fugmanns erneuert wird.

Statt einer Verlängerung erfolgte nun eine neue Ausschreibung. Die läuft bereits seit gut drei Wochen. Die Bewerbungsfrist endet Anfang November. In der Folge wird sich der Verwaltungsrat mit den Kandidaten beschäftigen. „Er sucht den Vorstand aus“, betont Lingg. Diese Entscheidung muss der Kreistag schließlich bestätigen. Vorgesehen ist dieser Akt für den 17. Dezember.

Personalkosten drücken aufs Gemüt

Wer auch immer der Nachfolger sein wird, ihn erwartet kein leichtes Geschäft. „Wir sind auf einem stabilen und soliden Kurs“, betont Lingg. „Aber die Situation ist und bleibt herausfordernd.“ Das geringe Zinsniveau, das sich auf Sicht nicht ändern wird, macht den Banken das Leben schwer. Zwar laufe der Kreditbereich nicht nur wegen Corona gut, doch das normale Geschäft hinkt hinterher. „Wir hatten ja zwei Monate überhaupt kein Geschäft“, merkt Sparkassen-Sprecherin Manuela Petzold an.

Weiterhin besteht bei der Sparkasse ein gewisser Spardruck. Personalkosten von 13,3 Millionen Euro drücken den Verantwortlichen ein wenig aufs Gemüt. Dabei steht eine neue Tarifrunde gerade erst noch bevor. „Bei den Sachkosten haben wir irgendwann kein Einsparpotenzial mehr“, sagt Lingg. „Durch die Digitalisierung muss man in diesem Bereich sogar eher investieren“, ergänzt Fugmann. Also bleibt der Personalsektor. Um 46 Vollzeitstellen wurde der Mitarbeiterstamm seit 2015 bereits reduziert. Damit ist das Ende der Fahnenstange aber noch nicht erreicht. Lingg spricht Klartext: „In den nächsten zwei oder drei Jahren werden weitere 10 bis 15 Stellen folgen müssen.“ In allen Bereiche – das macht der Sparkassen-Chef deutlich.

Infrastrukturell ist eine weitere Reduktion der Standorte kaum mehr möglich. Von einst 16 Filialen im südlichen Landkreis und Ammertal sind noch sechs erhalten geblieben. Die drei größeren Beratungszentren in Garmisch-Partenkirchen, Mittenwald und Oberammergau sowie die Geschäftsstellen in Krün, Ohlstadt und Bad Kohlgrub.

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