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Fröhliche Runde: die „Posthocker“ (v.l.) Christoph Falk, Josi Stöckerl, Hubert Wörmann, Dr. Nicki Henkel, Otto Kastenhuber, Dr. Manfred Zapp, Matthias Winkler, Hansjörg Hofmann, Werner Pirner, Andreas Hagl und Richard Riedel.

Geschichten von einem Garmisch-Partenkirchner Stammtisch 

Der Mittwochabend ist heilig

Seit 40 Jahren treffen sich die „Posthocker“ in einem Garmisch-Partenkirchner Hotel. Im Mittelpunkt stehen dabei Spaß und Diskussionen über Gott und die Welt.

Garmisch-Partenkirchen – Lachen und laute Stimmen sind aus der Gaststube des Garmischer Posthotels zu hören. Es ist Mittwoch und elf „Posthocker“ sitzen an ihrem Ecktisch beieinander. Sie sind alle ortsbekannte Unternehmer, Praxis- und Geschäftsinhaber, waren erfolgreiche Eishockeyspieler, Curler, Skispringer und Golfer. Bei einer Weißweinschorle oder einem Glas Rotwein über Gott und die Welt, hauptsächlich aber über die Ortspolitik und alles, was die Menschen im Werdenfelser Land so bewegt, zu reden, das machen sie seit 40 Jahren. Und manchmal mischen sie sich – dass sie alle parteilos sind, darauf legen sie großen Wert – auch direkt ein. Nach ihrem Leserbrief Pro Olympia kamen die damaligen Gemeinderätinnen Dr. Sigrid Meierhofer (SPD) und Elisabeth Koch (CSU) in die Runde, um mit ihnen das Für und Wider zu diskutieren.

Der Mittwochabend ist den elf Männern des Stammtischs jedenfalls wichtig und heilig. Da lassen sie kaum etwas dazwischenkommen. „Sogar einen Preußen dulden wir Einheimische in unseren Reihen“, sagt Otto Kastenhuber und lacht. Dr. Manfred Zapp, der ehemals ‚Zuagroaste‘, winkt ab. Den Spott ist er gewohnt.

Nomen ist jedenfalls Omen: „Der Name deshalb, weil der frühere Posthotel-Besitzer Maik Clausing uns in die Stube seines Hauses am Marienplatz eingeladen hatte. Hier haben wir unseren Stammtisch gegründet“, erklärt Hubert Wörmann. „Maik hat das Hotel vor 20 Jahren verkauft, ist weggezogen, aber wir hocken immer noch da“, lacht Josi Stöckerl. Er kam erst später dazu, Wörmann und Christoph Falk gehören mit Clausing, der ihnen aus dem Spreewald die Treue hält, zu den sieben Gründungsmitgliedern. Zwei Verstorbene, Kurt Hornung und Franz Müller, wurden inzwischen betrauert, andere haben das Werdenfels verlassen, Neue sind dazugekommen und genießen die Männerfreundschaft.

Sogar ein Stammtischzeichen gibt es. „Eines Tages brachte der Schrallhammer Hannes das bronzene Posthocker-Symbol daher. Während wir noch darüber diskutierten, verschwand unser Steinmetz Falk und kam mit einem kleinen Steinsockel zurück“, erinnert sich Wörmann. „Seitdem steht das ‚Ding‘ auf unserem Tisch“, ergänzt Falk.

Und dann schwelgen die Posthocker in Erinnerungen. Da sind die Hornschlittenrennen, an denen sie zweimal teilgenommen haben, und die Grasberg-Schlittengaudi. Auch um die Maibaum-Aufstellung 1982 und 1987 – „Wisst ihr noch, wie wir den Maibaum mit dem Tieflader gerettet haben?“ – ranken sich Geschichten. Tradition ist seit 30 Jahren der Besuch der Münchner Wies’n. Noch länger gibt es die Golf-Reisen. Denn ein festes Band verbindet die elf Männer besonders: die Liebe zum Golfsport. Dazu geht’s nicht nur zu Turnieren im Münchner Raum, sondern auch alljährlich ins Ausland. In diesem Jahr führt die Reise im November nach Marokko. „Das gehört einfach zur Geselligkeit dazu“, sagt Matthias Winkler. Er ist mit 80 Jahren der Älteste in der Runde, Falk mit 57 der Jüngste. Aber bei so viel Unternehmungsgeist und Sport spielt das Alter eh keine Rolle. Die Posthocker, die 40 Jahre zusammengehalten haben, wollen mindestens auch das goldene Jubiläum noch feiern.

Margot Schäfer

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