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Aufmerksame Zuhörer: 70 Interessierte lauschen den Ausführen von Dr. Klaus Buchner zum Thema Mobilfunk.

Die Ergebnisse sind alarmierend

Mobilfunk-Experte misst Strahlungen: Höchstwerte in Garmisch-Partenkirchen

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ÖDP-Europa-Abgeordneter Professor Dr. Klaus Buchner spricht in Garmisch-Partenkirchen vor Mobilfunkgegnern. Auch Messungen hat er in der Marktgemeinde vorgenommen. Mit erschreckendem Ergebnis. 

Garmisch-Partenkirchen – Mobilfunk ist immer wieder ein Streitthema. Nicht nur in Garmisch-Partenkirchen. In jüngster Zeit wehrten sich Bewohner und Anlieger der Törlenstraße gegen die Errichtung eines Mobilfunkmastes an ihrer Straße – letztendlich vergebens. Nun referierte der ÖDP-Europa-Abgeordnete Professor Dr. Klaus Buchner auf Einladung der Interessensgemeinschaft Törlenstraße und der Bürgerinitiative Mobilfunk mit Augenmaß im Gasthaus Schatten über „Gesundheitsschäden durch Mobilfunk“. Der ehemalige Professor der TU München gilt als Mobilfunk-Experte. Er berät Bürgerinitiativen und war mit seinem geeichten Hochfrequenzmessgerät nach Garmisch-Partenkirchen gekommen. „Wir haben an vier Stellen gemessen, die Ergebnisse sind alarmierend“, sagte der Fachmann.

Das 20-fache über empfohlenem Wert

Seit zehn Jahren hat Buchner deutschlandweit hunderte gleichartiger Messungen vorgenommen und „noch nie solche hohen Werte wie hier“ erhalten. Den Spitzenwert fand er am Rathausplatz. Dort schnellte die Anzeige auf 20 Milliwatt pro Quadratmeter hoch. Selbst in Großstädten wie München, Hamburg oder Düsseldorf sei ein solch hoher Wert niemals erreicht worden. „Besonders besorgniserregend ist, dass sich in unmittelbarer Umgebung zu den Messpunkten Wohnbebauungen und im Falle vom Rathausplatz auch zwei Schulen befinden“, sagte Buchner entsetzt. „Selbst die eher konservative Empfehlung des Europarats sieht eine maximale Belastung von weniger als einem Milliwatt pro Quadratmeter vor – diesbezüglich liegen wir mit den hier gemessenen Werten über das 20-fache darüber.“

Die Gesundheitsschäden, die durch Mobilfunk ausgelöst werden können, reichten von Konzentrationsproblemen, Kopfschmerzen über hormonelle Störungen bis hin zu einem erhöhten Krebsrisiko. Auch Pflanzen und Tiere würden immens geschädigt, wie viele wissenschaftliche Studien belegten. Da die Strahlen auf Zellebene angriffen, seien nicht – wie beim Rauchen die Lungen – spezielle Organe besonders betroffen.

„Wir dürfen unsere Heimat nicht mit Strahlen verseuchen“

Im Anschluss an den Vortrag diskutierten die etwa 70 Anwesenden – unter ihnen Murnaus Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum), aus Garmisch-Partenkirchen war kein Vertreter erschienen – darüber, ob die deutlich über 30 Funkmasten in Garmisch-Partenkirchen überhaupt notwendig seien. Viele taten kund, dass die nötige Aufklärung und Vorsorge zu wünschen übrig ließen. Als Maßnahmen zur eigenen Vorsorge und Reduzierung von Hochfrequenzstrahlen empfahl Buchner bauliche Veränderungen an Gebäuden. Er warnte auch vor Schnurlostelefonen, WLAN und Bluetooth. In der Regel ginge ab einer Entfernung von 100 Metern vom Mast die Strahlung zurück „aber letztendlich hängt das auch von der Art der Antenne ab“, so der Experte.

„Unser Ziel ist eine Bauleitplanung für ortsbildverträgliche, versorgungstechnisch geeignete und immissionsoptimierte Mobilfunkstandorte im gesamten Gemeindegebiet“, fasste Anton Hofer das Anliegen der Bürgerinitiative zusammen. Der Politikwissenschaftler und Elektroingenieur stellte klar, dass es nicht darum gehe, Technik im Allgemeinen zu verteufeln oder Mobilfunk rundweg abzulehnen. „Wir alle wollen schließlich nicht auf unsere Handys verzichten“, sagte der 39-Jährige. Es gehe um die Abwägung von Versorgung und Vorsorge, von Nutzen und Risiko. „Wir dürfen unsere Heimat nicht mit Strahlen verseuchen“, appellierte der gebürtige Garmisch-Partenkirchner.

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