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Vom Boden aufs Gebäude: Mittlerweile steht der Mobilfunkmast.

Bürgermeisterbrief wurde fehlinterpretiert

Mobilfunk: Anwohner lassen nicht locker

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Das Thema Mobilfunk bewegt die Menschen weiterhin. Nun hat die Marktgemeinde dem Antrag von Martin Schröter entsprochen und versendet das Gutachten an interessierte Bürger. Nur dessen Verfasser soll nicht in der Gemeinderatssitzung vorsprechen. 

Garmisch-Partenkirchen – Vorbei ist die Zeit, in der die Anwohner der Garmisch-Partenkirchner Törlenstraße für das Vorgehen des Bauausschusses applaudierten. So wie damals im Oktober 2016, als das Gremium die Errichtung einer Mobilfunkanlage in dem Gebiet abgelehnt hatte – und damit dem Kommunikationsriesen Telekom eine Abfuhr verpasste. Das Blatt hat sich gewendet. Der Sender steht. Die Gemeinde hat ihren Heldenstatus verloren und über die vergangenen Monate hinweg Vertrauen eingebüßt. Zuletzt mit dem Bürgermeisterbrief, der in einem Wochenblatt veröffentlicht wurde.

Dr. Sigrid Meierhofer (SPD) nahm darin Stellung zu dem Dauerbrenner, erläuterte Hintergründe. Der Stein des Anstoßes diesmal: ein Satz zur Strahlenbelastung. „Ich kann Ihnen jedoch versichern, dass die Einhaltung der gesetzlichen Grenzwerte von unserer Seite im Vorfeld selbstverständlich geprüft wurde“, heißt es. Im Vorfeld? Obwohl der Mast noch nicht aktiv ist? Wie soll das gehen? Alles Fragen der Anwohner. In diesem emotionalen Thema wird alles auf die Waagschale gelegt. Nun sorgt die Gemeinde für Aufklärung. Diesbezüglich sei der Bürgermeisterbrief fehlinterpretiert worden, teilt Sprecher Martin Bader auf Tagblatt-Nachfrage mit. Bei solchen Antragstellungen von Mobilfunkanbietern überprüfe der Markt jeweils das Vorliegen der vorgeschriebenen Standortbescheinigung. In dieser wird „die Einhaltung der zulässigen Grenzwerte durch die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post bescheinigt“ – und wie in diesem Fall nachgewiesen.

Gutachter im Gemeinderat: Meierhofer erwartet sich keine neuen Erkenntnisse

Die besorgten Bürger drängen auf solche Antworten. Und auf Unterlagen. Die Einsicht in das Gutachten des Umweltinstituts München wurde ihnen mittlerweile gewährt. Das reicht ihnen aber nicht. Ihr Bürgervertreter Martin Schröter forderte, die Untersuchung zu verschicken. Vor allem angesichts des laufenden Bürgerantrags, über den der Gemeinderat am 31. Mai entscheidet, halte es der FDP-Politiker für demokratisch geboten, diese an interessierte Bürger schnellstens zu verschicken. Dem stimmt die Gemeinde gemäß der Informationsfreiheitssatzung nun zu. Die Versendung der Datei sei laut Bader am Mittwoch erfolgt, nachdem der Markt als Auftraggeber die Genehmigung des Instituts eingeholt hat.

Während das Gutachten in der Sitzung erwartungsgemäß zur Sprache kommen wird, lehnt Meierhofer einen Wunsch der Anwohner ab. Diese haben gebeten, dessen Verfasser Hans Ulrich Gehör zu schenken. Er solle über die Chancen der Kommunen in einem Rechtsstreit gegen die Telekom berichten. Die Bürgermeisterin erwartet sich davon aber keine neuen Erkenntnisse, wenn sie ihn oder einen weiteren Gutachter einlädt, teilt der Sprecher mit. Zumal in der Sitzung nur der Bürgerantrag – den bereits montierten Masten zu verhindern beziehungsweise zu entfernen – zur sachlichen Auseinandersetzung und Abstimmung anstehe.

Den Anliegern wird Meierhofers Entschluss nicht gefallen. „Wir sind alle Laien“, sagt Rosemarie Rimmelspacher, eine der wortführenden Betroffenen. „Wenn wir eine klare Aussage bekommen, würden wir auch Ruhe geben.“

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