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Wo heute noch Hotelfachschule drauf steht, ist bald das Geriatronik-Forschungslabor drin. 

TU München mietet Räume an

Modellkommune für Geriatronik: Ab Oktober wird in Garmisch-Partenkirchen geforscht

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Am 6. Oktober wird es offiziell: Ab diesem Zeitpunkt entsteht in einem Gebäude an der Bahnhofstraße in Garmisch-Partenkirchen eine Außenstelle der TU München. In einem Geriatronik-Zentrum soll geforscht werden, wie Assistenzroboter in Zukunft alten Menschen das Leben erleichtern können.

Garmisch-Partenkirchen – Es läuft gut für Sami Haddadin (38). Vermutlich ist diese Einschätzung untertrieben. Es läuft für ihn ausgezeichnet, trifft eher zu. Der Professor, dem als Star der Robotik überall gehuldigt wird, ist als Gastredner bei Kongressen quer durch die Republik top im Geschäft. Noch begehrter ist der Mann, der im November des vergangenen Jahres den Deutschen Zukunftspreis gewonnen hat, seit er an er Technischen Universität (TU) München dem Lehrstuhl Roboterwissenschaften und Systemintelligenz vorsteht und gleichzeitig als Direktor der Munich School of Robotics and Machine Intelligence firmiert. Überall versucht man, sich mit ihm zu schmücken, weil er von Dingen spricht und ihnen nachgeht, die das Leben nachhaltig beeinflussen und verändern werden. „Bei so einer komplexen Technologie müssen wir darauf achten, dass die Menschen eingebunden sind“, sagt er.

Ein bisschen von Haddadins Glanz strahlt in Zukunft auch auf Garmisch-Partenkirchen ab. Die Realisierung eines Geriatronik-Zentrums, das als Ableger der Technischen Universität München laufen wird, treibt Haddadin seit Monaten voran. Jetzt ist es soweit, nachdem zunächst am 1. April der Startschuss hätte fallen sollen. Für den 6. Oktober hat die TU zu einer Pressekonferenz nach Garmisch-Partenkirchen an die Bahnhofstraße in die ehemalige Hotelfachschule geladen, die vor ein paar Monaten Insolvenz angemeldet hatte. Dort soll in Zukunft geforscht werden zu Dingen, die vor allem älteren Menschen zugutekommen. Die Heimat ist gefunden, nachdem sich die Suche danach beschwerlich gestaltet hatte. Lange Zeit befand sich das Abrams im Gespräch, dann wurde über das Bahnhofsareal als Heimat der Geriatronik diskutiert. Geworden ist’s die ehemalige Hotelfachschule, die wohl nur eine Übergangslösung sein wird.

Begehrte Arbeitsplätze

Die Räume mietet nach Auskunft von Ute Leitner, Sprecherin des Marktes, die TU an. „Wir haben damit nichts zu tun.“ Mit der Mietsache nicht, mit der finanziellen Ausstattung sehr wohl. Zehn Millionen Euro erhält Haddadin in den nächsten zehn Jahren von der LongLeif GaPa gGmbH. Daneben hält er die Gemeinde aus weiteren Gründen für den geeignetsten und attraktivsten Standort für Forschung und Entwicklung: Garmisch-Partenkirchen besitze mit Kliniken, Seniorenheimen, und Pflegeschulen eine altersgerechte Infrastruktur, es gebe einen Mangel an Hightech-Firmen und Industrie, und der demografische Wandel sei deutlich bemerkbar. Haddadin hat sich auch schon mit Vertretern des Klinikums getroffen, die einer Zusammenarbeit durchaus positiv gegenüberstehen. „Ich sehe Garmisch-Partenkirchen als Modellkommune für Geriatronik“, sagt er. Hier könne man lernen, wie man mit dieser Technologie der Assistenzrobotik umzugehen hat, die Senioren in der Zukunft die Möglichkeit eröffnen könnte, länger in ihren eigenen vier Wänden zu leben.

Bis zu 60 Mitarbeiter sollen in der Endphase in dem Gebäude an der Bahnhofstraße forschen und bauen. In der Anlaufphase plant Haddadin mit 20 bis 30 hoch qualifizierten Wissenschaftlern. Die Arbeitsplätze sind begehrt, die Bewerber stehen Schlange – nicht nur weil der Name Haddadin zieht, sondern auch, weil das Thema Geriatronik Potenzial besitzt. „Auf eine Stelle gibt’s über 100 Bewerber“, sagt er. Und für die, die zum Zug kommen, besteht die Aussicht, mit dem Chef zusammenzuarbeiten. „Ich werde versuchen, häufig in Garmisch-Partenkirchen zu sein“, meint Haddadin. Wenn ihn nicht gerade seine Lehrtätigkeit an der TU oder Vortragsreisen daran hindern.

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