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Tourist-Info: Umbau zu einem modernen Anlaufpunkt für Urlauber

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Von: Andreas Seiler

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Anstehendes Großprojekt: Das Gebäude der Tourist-Info wird umgebaut.
Anstehendes Großprojekt: Das Gebäude der Tourist-Info wird umgebaut. © Hornsteiner

Was lange währt, wird endlich gut: Nach einer mehrjährigen Planungsphase soll heuer der Umbau des Garmisch-Partenkirchner Tourist-Info-Gebäudes am Richard-Strauss-Platz über die Bühne gehen. Das Ziel: eine moderne Service-Stelle samt Büros. Kostenpunkt: fast sechs Millionen Euro.

Garmisch-Partenkirchen – Die Neugestaltung der Tourist-Info in Garmisch-Partenkirchen ist eine Neverending Story, die in der Ortspolitik schon für einigen Unmut sorgte. Zur Erinnerung: Als sich GaPa Tourismus 2019 in ein hundertprozentiges Tochterunternehmen der Marktgemeinde in Gestalt einer GmbH verwandelte, wurden auch die bis dahin weit fortgeschrittenen Planungen für das Bauwerk in bester Lage am Richard-Strauss-Platz umgekrempelt. Besonders ärgerlich dabei: der lange Leerstand nach dem Auszug des Traditionsgeschäfts Spielwaren Zitzmann.

Breite Zustimmung des Gemeinderats

Doch jetzt ist Licht am Ende des Tunnels in Sicht: Heuer soll das umfangreiche Bauvorhaben – die Pläne stammen vom Münchner Büro „Yes Architecture“ – realisiert werden. Bereits in der zurückliegenden November-Sitzung gab der Gemeinderat mit breiter 25:1-Mehrheit hierfür grünes Licht. Die Kostenkalkulation geht von rund 5,8 Millionen Euro aus. Das Gebäude, in dem auch der Olympiasaal untergebracht ist, gehört der Kommune. GaPa Tourismus ist der Mieter der Immobilie.

Dass ein Umbau unumgänglich ist, war schon 2017 klar, als bei einer Kontrolle Verstöße gegen die Arbeitsstättenrichtlinien festgestellt wurden. Der Grund: Die Einrichtung platzte aus allen Nähten. „Die Raumgröße der ehemaligen Tourist-Information war für das Arbeitsaufkommen, das bei 1,5 Millionen Übernachtungen entsteht, zu klein“, berichtet GmbH-Chef Michael Gerber. Außerdem reichte im Sommer die Klimaanlage nicht aus. Mit teilweise über 30 Grad sei es in den beengten Räumen viel zu warm geworden, so Gerber weiter.

Der umgebaute Komplex soll auf zwei Etagen ausreichend Fläche für den Betrieb bieten, der Garmisch-Partenkirchens Schlüsselbranche managt. Im Obergeschoss sind die Büros der Verwaltung vorgesehen – und in den vergrößerten Räumlichkeiten im Erdgeschoss eine moderne Service- und Anlaufstelle für die Urlauber. „Auch wenn man meinen könnte, dass sich die Gäste schon im Vorfeld der Reise ausreichend über die digitalen Medien zu den Freizeitangeboten informiert haben, spricht alles für die Zukunftsfähigkeit der Tourist-Information“, betont Gerber. Denn die Besucher, dies zeigten auch Studien, legten nach wie vor Wert auf eine persönliche Beratung vor Ort.

Doch die Gäste sollen nicht nur Auskünfte erhalten, sondern auch Angebote buchen können, etwa Veranstaltungs- und Bergbahntickets oder geführte Touren in die Natur. Das Konzept sieht neben dem Schalterbereich – im Gespräch sind so genannte Funktions- und Themeninseln – eine Reihe an weiteren Elementen vor. Dazu zählen ein deutlich vergrößerter Merchandising-Shop, Info-Terminals, eine Sitz- und Medienecke sowie sanitäre Einrichtungen.

Gerber freut sich auf den Einzug Ende des Jahres: Ein Großteil der rund 70 GaPa-Tourismus-Mitarbeiter sei dann zusammen unter einem Dach. „Mit diesem Prinzip der kurzen Wege wird unsere Arbeit noch effizienter werden“, ist sich der Geschäftsführer sicher. Für die Übergangszeit während der Bauzeit wurde bereits am Richard-Strauss-Platz ein Ersatzbau mit Holzfassade errichtet, der die Urlaubsberater beheimatet. Ihre Kollegen, die nicht im direkten Kundenkontakt stehen, sind derzeit im Kurhaus und im Kongresshaus tätig.

GmbH-Betriebsform in der Kritik

Der einzige Gemeinderat, der damals gegen das Vorhaben stimmte, war Anton Hofer (Garmisch+Partenkirchen miteinander). Bevor man sich auf diese millionenschwere Investition einlasse, findet der Politiker, sollte genau hinterfragt werden, ob sich das neue Konstrukt und die Ausrichtung von GaPa Tourismus bewährt haben. Hofer hat da seine Zweifel: „Die Vorzüge kann ich nicht erkennen.“ Vor allem mit der Betriebsform der GmbH kann sich der Volksvertreter nicht so recht anfreunden – und wirft die Frage auf: „Wo soll da die Transparenz sein?“ In vielen Bereichen fehle der Einblick. Und die Mitglieder des Aufsichtsrates seien zur Verschwiegenheit verpflichtet. Außerdem sollte es das Ziel sein, so Hofer, dass sich GaPa Tourismus selbst trägt.

Gerber verteidigt hingegen die GmbH-Form und verweist auf die Vorteile dieser privatrechtlichen Struktur. Die Dienstleistungen könnten mit dem Prinzip der Privatwirtschaft besser erbracht werden, argumentiert er. Man sei selbstständiger und flexibler, was sich als kostengünstiger erweisen könne. Und auch in Sachen Transparenz sieht er keine Nachteile – und verweist auf die Gesellschafterversammlung, den Aufsichtsrat sowie auf Berichte, die die Geschäftsführung im Gemeinderat abliefert.

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