Wetter in Deutschland: Wetterdienst mit drastischer Unwetterwarnung

Wetter in Deutschland: Wetterdienst mit drastischer Unwetterwarnung
+
Ein bewegender Moment: Edwin Aldrin steht auf dem Mond vor der US-amerikanischen Flagge, die er mit Apollo-11-Kommandant Neil Armstrong aufgestellt hat. Auf den meisten historischen Bildern ist Aldrin zu sehen, der als zweiter Mensch den Mond betrat.

Astronaut Duke hat auf dem Mond „Spaß seines Lebens“

50 Jahre Mondlandung: Für diese zwei Männer ist nicht Neil Armstrong der Mondastronaut

  • schließen

Am 20. Juli 1969 betrat Neil Armstrong den Mond. Millionen verfolgten den Moment. Auch Dr. Günter Steinebach aus Garmisch-Partenkirchen und Asbjörn Raupach aus Oberammergau. Doch verbinden sie mit dem Mond andere besondere Erinnerungen und Menschen.

Helden einer Nation: die Astronauten (v. l.) Neil Armstrong, Michael Collins und Edwin „Buzz“ Aldrin. Die Besatzung der Apollo 11 landet 1969 erstmals auf den Mond.

Landkreis – Es ist Olympiajahr. 1972. Sommerspiele in München. Irgendwo da unten auf der Erde. Naheliegend, dass man da auch auf dem Mond olympische Rekorde aufstellen will. Charles Duke jedenfalls und Kommandant John Young haben es getan. Im Speerweitwurf und Stand-Hochsprung. Zudem veranstalteten sie – zwischen zweifellos wichtigen wissenschaftlichen Arbeiten – eine kleine Rallye in ihrem „Lunar Rover“, dem Mondauto.

„Charles Duke ist mein Mondastronaut“ - nicht Neil Armstrong

Eine Freundschaft und die Raumfahrt-Passion verbindet (v. l.) Günter Steinebach, Gerhard Hirzinger, Charles Duke, Wolfgang M. Heckl und Ulrich Walter.

Schon so oft hat Dr. Günter Steinebach Geschichten wie diese gehört – und könnte sie immer und immer wieder hören und weiter erzählen. Charles Duke – „er ist mein Mondastronaut“. Nicht Neil Armstrong, wie für Milliarden anderer Menschen. Vor genau 50 Jahren stand der US-Amerikaner als erster Mensch auf dem Mond. Auch Steinebach, seit über 20 Jahren Vizepräsident des Internationalen Förderkreises für Raumfahrt (IFR), saß nachts zu Hause in Garmisch-Partenkirchen über Stunden vor dem Fernseher. Starrte auf den Bildschirm, wie Armstrong gegen 4 Uhr morgens von der Leiter auf den staubigen Sandboden stieg. Hörte den berühmten Satz vom kleinen Schritt und dem großen Sprung. Steinebach vernahm die Stimmen im Kontrollzentrum in Houston, das Schweigen vor der Landung, das Murmeln. Den Jubel der Crew am Boden. Dort saß auch der Mann, der zu Steinebachs Mondastronauten, zu seinem guten Freund werden sollte: Charles Duke. 1969 war er für die Kommunikation zwischen den Astronauten und dem Kontrollzentrum in Houston verantwortlich. Drei Jahre später stand Duke selbst auf dem Mond.

Dave Scott als persönlicher Mondastronaut - wieder nicht Neil Armstrong

Asbjörn Raupach nutzt das Wort nicht. Doch auch der Oberammergauer hat seinen persönlichen Mondastronauten: David „Dave“ Scott. Einmal hat er ihn getroffen, wenige Sätze mit ihm gewechselt. Darüber, ob ihm das Essen geschmeckt hat. Doch hat der Amerikaner den 72-Jährigen geprägt.

Viele Zeitungsberichte hat Asbjörn Raupach aus Oberammergau über seine Mondhelden gesammelt.

Am Dienstagabend, 50 Jahre nach dem Start der Apollo 11, beobachtete Raupach, wie der Mond durch den Erdschatten wanderte. Am ganzen Körper hat es ihn geschüttelt bei der partiellen Mondfinsternis. Er hat jemanden bedient, der schon einmal dort oben war! Immer wieder ruft er sich das selbst beim Blick auf den Mond zu, als könnte er es bis heute nicht glauben. Vor vielen Jahren servierte er im ehemaligen Von-Steuben-Hotel in Partenkirchen jemandem Shrimp-Cocktail, ein Chateaubriand mit Spargel und Kartoffeln, der 1966 mit Neil Armstrong ins All geflogen ist. Der im August 1971 selbst den Mond betreten hat.

Oberammergauer bedient USAstronauten - Unterschrift auf Menükarte

Unterwegs mit dem Luna Rover, dem Mondauto: Erstmals kommt es 1971 zum Einsatz. Dave Scott fotografiert James Irwin bei der Arbeit.

Dave Scott auf all seine Erlebnisse anzusprechen, das hat sich der junge Kellner mit seinen gerade einmal 24 Jahren nicht getraut. Dass er zufrieden war mit dem Essen, so viel hat er in Erfahrung gebracht. Bis heute könnte sich Raupach in den Hintern beißen, dass er im November 1971 kein Foto gemacht hat, als US-Astronauten wenige Monate nach ihrer Mondlandung – wie Duke steuerten sie das Lunarmobil über den Satelliten – in dem Hotel während ihrer Europatour Station in dem US-Quartier machten. Am nächsten Morgen war es zu spät, sie reisten weiter. An eines hat der junge Mann immerhin gedacht: Mit einer Menükarte marschierte Raupach an den Tisch der Raumfahrer und bat um ein Autogramm. „Für Asbjörn. Beste Grüße, Dave Scott“ steht darauf. Mit Füller, etwas verwischt. Das macht dieses Stück Erinnerung für Raupach noch wertvoller. Auch die anderen beiden Astronauten der Apollo-15-Mission, James Irwin und Alfred Worden, saßen dabei, haben auch unterschrieben. Raupach erwähnt sie nur am Rande. Zurückhaltend seien sie gewesen, zu Scott „hatte ich gleich einen Draht“. Wiedergesehen hat er ihn nie mehr. Auch sonst keinen All-Besucher kennengelernt.

Steinebach aus Garmisch-Partenkirchen in der Welt der Raumfahrt und Astronautenzu Hause

Günter Steinebach dagegen ist in der Welt der Raumfahrer zu Hause. Seit vielen Jahren organisiert er für den Förderkreis IFR eine Tagung, 2020 findet sie zum wiederholten Mal in Garmisch-Partenkirchen statt. Hochkarätige Gäste gehören stets zu den Rednern, darunter die beiden ehemaligen deutschen Astronauten Dr. Sigmund Jähn – er flog vor 41 Jahren als erster Deutscher ins All – und Professor Ulrich Walter. Beide zählt Steinebach zu seinen Freunden. Hätte der Internist selbst die Chance, auf den Mond zu fliegen: Er würde es sofort tun. „Wer nicht?“, fragt der 72-Jährige. Asbjörn Raupach zum Beispiel. Er bewundert den Mond nur von unten. „Rauf will ich da nicht.“

Lesen Sie auch: US-Vize Pence würdigt Mondlandung - ISS-Mission zum Jubiläum

Jubel im NASA-Kontrollzentrum in Houston. Dort sitzt während der Mission Mondlandung auch Charles Duke. Drei Jahre später fliegt er mit der Apollo 16 selbst dort oben.

Armstrongs Heldentat verfolgte auch er vor dem Fernseher. In der norwegischen Heimat seiner Mutter fesselten ihn damals stundenlang die Schwarz-Weiß-Bilder. Die Raumfahrt heute mit dem Riesenprojekt Mars interessiert ihn nicht. Seine Begeisterung gehört dem Mond. Steinebachs Begeisterung gehört allem, was mit dem Weltall zu tun hat. Seit dem russischen Sputnik, dem ersten künstlichen Satelliten im All. Nie mehr aber hat er so mitgefiebert wie in der Nacht auf den 21. Juli 1969. Mit manchem Glas Rotwein, vermutet Steinebach, hat er das Warten auf Armstrongs Ausstieg damals überbrückt. Die Spannung vor dem Fernseher spürt er noch heute. Wie enorm muss sie für seinen Freund Charles Duke in der Kommandozentrale gewesen sein. „Enorm“, sagt Steinebach. Und fügt hinzu: „Dieses Ereignis hat die Welt verändert.“

Unendlichkeit des Weltraums fasziniert

Den Garmisch-Partenkirchner fasziniert die Unendlichkeit, die ihm Raumfahrer beschrieben haben. Die Welten, in denen noch niemand war. Ob es irgendwo noch Leben gibt? Keiner weiß es. Ulrich Merbold, der zweite Deutsche im All, fand für den Garmisch-Partenkirchner einmal besonders eindrückliche Worte. Man schwebe in einer toten Welt, überall leblose Gestirne – und blicke auf die Erde. „Da kann man sich einfach nicht vorstellen, dass es Lebewesen gibt, die sich bekriegen.“ Jeder Astronaut habe diesen besonderen Blick auf die Welt, sagt Steinebach. Mehr als jeder andere haben sie gespürt, wie winzig der Mensch ist. Sein Mondastronaut Charles Duke hat noch etwas anderes erlebt, wie er in Interviews gerne erzählt: „Wir hatten auf dem Mond den Spaß unseres Lebens.“
 
Lesen Sie auch: 

Verschwörungstheorien zur Mondlandung: Ist da was dran?

Themenseite zu 50 Jahre Mondlandung 
 

Das Megaprojekt Apollo 11

Noch vor Ende des Jahrzehnts soll ein US-Amerikaner den Mond betreten und sicher zur Erde zurückkehren. Dieses Ziel gibt Präsident John F. Kennedy am 25. Mai 1961 aus. Damit beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit, vor allem gegen die Russen – sie haben mit Juri Gagarin nach dem ersten Hund 1961 auch den ersten Menschen ins All geschickt. Ein Wettlauf, der etwa 25 Milliarden US-Dollar (das entspricht heute etwa 100 Milliarden) verschlingt – und den die USA gewinnen. 

Am 20. Juli 1969, vier Tage nach dem Start, ertönt um 20:17,58 Uhr Weltzeit (21:17,58 mitteleuropäischer Zeit) in Houston und auf der ganzen Welt der berühmte Satz: „The Eagle has landed.“ Über sechs Stunden später, um 02:56,20 Uhr Weltzeit – in den USA war noch der 20. Juli – folgte der noch berühmtere Ausspruch: „That’s one small step for (a) man, one giant leap for mankind!” – „Es ist ein kleiner Schritt für einen Menschen, ein großer Sprung für die Menschheit.“ In diesem Moment steht Neil Armstrong (gestorben 2012) als erster Mensch auf dem Mond. 20 Minuten später steigt Edwin Aldrin, heute 89 Jahre alt, aus. Zweieinhalb Stunden arbeiten sie auf der Oberfläche, sammeln Daten und Gesteinsproben. Nach knapp 22 Stunden kehren sie zum Mutterschiff „Columbia“ zurück. Michael Collins war dort geblieben und umkreiste alleine den Mond. Der 88-Jährige gilt als der in der Öffentlichkeit vergessene Astronaut. 

Am 24. Juli 1969 wasserte die Columbia im Pazifik. Mit einer riesigen Parade wurden die drei Helden gefeiert. Weltweit verfolgten etwa 600 Millionen Menschen die Fernsehübertragung der Mondlandung – ein Megaprojekt. Die Apollo-11-Mission beschäftigte einem Spiegel-Bericht zufolge insgesamt 400.000 Menschen in 20.000 Firmen. 

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Pestkapelle muss saniert werden: Jetzt tauchte ein vergessener Vertrag auf - mit einer Überraschung
Das hatte niemand mehr auf dem Schirm: Nicht die Pfarrei Partenkirchen, sondern die Marktgemeinde ist für die Sanierung der Sebastianskirche zuständig. Hintergrund war …
Pestkapelle muss saniert werden: Jetzt tauchte ein vergessener Vertrag auf - mit einer Überraschung
Filmkulisse Isartal: eine bayerische Traumfabrik
Hunderte TV-Produktionen, Werbefilme und sogar Streifen für Erwachsene wurden im Isartal gedreht. Die Buchungen von Urlaubern nehmen nach jeder Ausstrahlung sprunghaft …
Filmkulisse Isartal: eine bayerische Traumfabrik
166 Fingerhakler am Kampftisch: Einer holt sich den 11. Meistertitel in Folge
Schmalz im Finger und die richtige Technik waren gefragt, als an Mariä Himmelfahrt in Garmisch-Partenkirchen die 60. Deutschen Meisterschaften im Fingerhakeln anstanden. 
166 Fingerhakler am Kampftisch: Einer holt sich den 11. Meistertitel in Folge
Sie wollte nach Bierzelt-Besuch nach Hause fahren - Taxi-Fahrer vergewaltigt 24-Jährige
In Garmisch-Partenkirchen wollte eine junge Frau Montagnacht nach Hause fahren. Sie stieg am Marienplatz in ein Taxi - und wurde von dessen Fahrer vergewaltigt.
Sie wollte nach Bierzelt-Besuch nach Hause fahren - Taxi-Fahrer vergewaltigt 24-Jährige

Kommentare