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Frech und provokant: Monika Gruber in Garmisch-Partenkirchen.  

Sie setzte zum Rundumschlag an

Die Gruberin, ein Wahnsinn 

Mit gemusterter Bluse, enganliegender Jeans und knallroten Plateau-Sandalen hat Monika Gruber bei ihrem ersten Auftritt nach drei Jahren in Garmisch-Partenkirchen einen sensationellen Rundumschlag geliefert. Burn-Out und Piercing waren nur zwei der vielen „kritischen“ Themen.

Garmisch-Partenkirchen – „Haben Sie nicht auch den Eindruck, dass d‘Leut immer blöder werden?“ Monika Gruber, Vorzeige-Kabarettistin und Schauspielerin, stellte gleich zu Beginn diese provokative Frage an ihr Publikum. Und setzte gleich noch eins drauf: „Wenn da Kopf a Depp is, muaß da Körper büßen!“ Mit gemusterter Bluse, enganliegender Jeans und knallroten Plateau-Sandalen war die Bayerin nach über drei Jahren wieder im Kongresshaus Garmisch-Partenkirchen zu Gast – zur großen Freude ihrer Fans. Problemlos füllte sie den Saal an zwei Abenden. Der Beweis, dass sie ankommt.

Nach dem gesanglichen Vorprogramm von Roland Hefter – „I muaß a saubere Stimmung reinbringen“ – ging’s über zwei Stunden lang gehörig zur Sache. Ein wahres Feuerwerk brannte „die Gruberin“ mit ihrem aktuellen Programm „Wahnsinn“ ab. Ohne Umwege und Luftholen reihte sie Witze, Pointen, aber auch kritische Untertöne aneinanderzureihen. Und traf eindeutig den Nerv des Publikums. Dabei ging sie den wirklich wichtigen Fragen des Lebens nach: Ob sich etwa schon bei ihr ein Burn-out eingestellt habe oder nur eine Hypersensibilisierung, ausgelöst durch eine laktosearme Toleranz-Intoleranz. Auch die flippige Jugend mit reichlich Piercing nahm sie ins Visier. „Die sind wohl bei BMW ins Montageband gekommen.“ Die Besucher am Mittwoch- und Donnerstagabend kamen aus dem Lachen gar nicht mehr heraus.

Neben Klischees aus dem persönlichen Umfeld fand auch die aktuelle Politik samt Gesellschaftskritik Platz. Gruber stellte die Frage in den Raum, was denn heutzutage noch genehm ist. „Der Preuße ist nicht mehr korrekt, er ist ein Deutscher mit evangelischem Teil-Migrationshintergrund“, frotzelte sie. Auch weitere Begriffe werden wohl auf den Prüfstand kommen. Nachdem es ja keine Negerküsse und Mohrenköpfe mehr gibt, sorgte sie sich ernsthaft über die Begriffe „heilfasten“ und „Führerschein“, die ja rechtes Gedankengut sein könnten.

Zudem machte sie die großen Veränderungen in der Republik aus. „Der Meinungskompass hat sich um 180 Grad gedreht, von Normal auf Ewiggestrig. Und diejenigen, die Toleranz einfordern, lassen nur ihre eigene Meinung gelten“, schimpfte Gruber. Tosender Beifall.

Sie regte sich aber ebenso über so manche Filmemacher im Lande auf, ging insbesondere mit den Tatort-Schöpfern hart ins Gericht. „Alles so dunkel und so leise, wir schauen jetzt wieder Rosamunde Pilcher und Inga Lindström.“ Bei so viel Granteln durfte natürlich der Hausfrau liebstes Kind nicht fehlen – der Thermomix. „Das ist kein Küchengerät, sondern fast schon Religion. Eines Tages kann man Schnitzel auch lutschen“, schrie sie heraus.

Rund um die Familie gab’s außerdem, viel zu berichten. Gruber prangerte den mit Sightseeing vollgestopften Urlaub, der ja der Erholung dienen soll, ebenso an wie neuzeitliche Essgewohnheiten. „Früher hom d‘Leut vom Russen Angst g’habt, jetzt vo de Kohlehydrate.“ Dabei fand sie gleich die selbstkritische Überleitung zur Ü-40-Party. „Mit 47 Jahren geht‘s bald zum Ü-50-Event – dann rollstuhlgerecht.“ Passend dazu der E-Bike-Trend. „die Harley-Davidson der pensionierten Finanzbeamten“.

„I sch... ma nix mehr“ waren Monika Grubers Schlussworte. Mit einer gesanglichen Zugabe ihres selbst getexteten „Mia tuat’s Mei weh“ nach Frank Sinatras „My Way“ verabschiedete sie sich unter langem Applaus.

Klaus Munz 

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