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Schlüsselübergabe: (v. l.) Petra Weckerle, Peter Höldrich, Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer, Ralf Weixler, Michael Gößl, Franz Hummel und Christoph Hack vor der neuen „Moun10-Jugendherberge“ in Garmisch-Partenkirchen.

Jetzt wurden die Schlüssel übergeben

Moun10-Jugendherberge fast fertig: Deshalb ist sie einzigartig

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Das erste Haus auf dem Garmisch-Partenkirchner Bahnhofsareal ist fertig. Investor Franz Hummel hat die Schlüssel der „Moun10-Jugendherberge“ übergeben. Jetzt werden die Mitarbeiter eingestellt, die sich ab Dezember um die Gäste kümmern.

Garmisch-Partenkirchen – Sie ist einmalig. In mehrfacher Hinsicht. Das wird beim Rundgang durch die neue „Moun10-Jugendherberge“ in Garmisch-Partenkirchen immer wieder deutlich. „Wir betreten hier Neuland“, betont Michael Gößl, Vorstand des Landesverbands Bayern im Deutschen Jugendherbergswerk (DJH). Von Franz Hummel übernahm er den Schlüssel für ein Objekt, das mehr an ein Hotel für sportaffine Gäste erinnert. Sie erwarten ab 26. Dezember Zimmer mit Top-Standard im Vergleich zu anderen Häusern unter DJH-Trägerschaft. „Wir testen hier aus, was eine Jugendherberge auch sein kann“, erklärt Gößl. Mit dem Moun10 und der bestehenden Jugendherberge in Burgrain „freuen wir uns, einen touristischen Beitrag zur Weiterentwicklung des Ortes zu leisten“.

Zentrale Lage am Bahnhof ist ein großer Vorteil

25 Jahre läuft der Pachtvertrag mit Bauträger Hummel, der bekanntlich das Bahnhofsareal entwickelt. Er erinnerte an den etwas steinigen Weg, den es zu meistern galt. „Seit dem ersten Beschluss 2013 hat es leider gedauert, bis wir das Objekt fertigstellen konnten.“ Insbesondere die Klage gegen den Bebauungsplan hatte das Ganze verzögert, aber zu seiner Freude nicht gestoppt. Denn wie Gößl ist Hummel überzeugt, dass dieses Angebot bisher in Garmisch-Partenkirchen gefehlt hat und eine Bereicherung darstellt.

„Dieses Haus schließt eine Lücke“, unterstreicht Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer (SPD), die auch daran erinnert, dass sie den Kontakt zwischen dem DJH und Hummel hergestellt hatte. Die zentrale Lage mit Anschluss an die Deutsche Bahn, den Fernbus und die Bayerische Zugspitzbahn nennt sie einen „großen Vorteil“. Zudem sei das Hostel zu ihrer Freude „das erste sichtbare Zeichen, dass die Bebauung dieses Viertels vorangeht“.

Während Hummel und Architekt Peter Höldrich – „ich bin stolzerfüllt, dass wir jetzt hier stehen“ – ihren Teil nun erledigt haben, beginnt für Petra Weckerle erst die Arbeit. „Wir müssen uns vor allem mit dem Haus vertraut machen“, sagt die Herbergsleiterin, die auch für Burgrain zuständig ist. Zudem werden die künftigen Mitarbeiter – die ersten fünf legen heute los – gesucht.

Die Zimmer sind weitgehend eingerichtet und punkten mit liebevollen Details – wie einer Lampe in Form einer Seilbahn-Kabine – sowie frischen Farben.

Weckerle outet sich schon jetzt als großer Fan des Hauses. Vor allem der Blick aus dem vierten Stock fesselt sie. „Als ich das erste Mal hier stand, war’s wolkenverhangen, und dann sind die Waxensteine herausgekommen“, erzählt sie. Eine Aussicht, die sie beeindruckt. Und an der sie sich nicht sattsehen kann, egal zu welchen Bedingungen. Diesen Blick genießen auch die künftigen Sauna-Gäste. Ein Wellnessbereich in einer Jugendherberge – ebenfalls einmalig. „Wir sind die Ersten in Bayern, die das haben“, sagt Weckerle.

Einrichtung mit viel Liebe zum Detail

Das Interesse an dem neuen Angebot ist groß. „Das Haus kommt an“, bestätigt die Leiterin. Unter anderem macht sie das an der ungewöhnlichen Werbe-Kampagne fest, für die sportliche Moun10-Botschafter gesucht wurden. „Wow, das Paradies direkt vor der Tür“ – so sieht Mountainbiker Robert Werner das Hostel. Er und die anderen Sportler finden sich auf überdimensionalen Fotos auch in den Zimmern wieder, die Martin Neumeier und sein Team mit viel Liebe zum Detail eingerichtet haben. Jede Einheit des 200-Betten-Hauses verfügt über eine eigene Dusche und separate Toilette. Alle sind mit heimischen Materialien, funktionellen Möbeln und knalligen Farbakzenten eingerichtet. Neumeier geht’s „um die regionale Identität“. Deshalb finden sich klassische Bauernstühle im Haus – allerdings bunt gestrichen. Und stilisierte Vogelhäuschen, auf denen die Zimmernummern stehen, sowie schwarz-weiße Höhenprofil-Karten in den Gängen. Die Zimmer sind größtenteils fertig, nun arbeiten die Innenausstatter am Foyer samt Bar und Frühstücksbereich – hier gilt ebenfalls die Devise: Tradition modern interpretiert.

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