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Großzügig und farbenfroh: das Foyer der „Moun10-Jugendherberge“ mit gemütlichen Sitzecken und Platz zum Frühstücken.

Der Lückenschluss im Angebot als Tourismus-Destination

Ein ganz neues Format: „Moun10-Jugendherberge“ hat eröffnet

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Sportbegeisterte Reisende, Familien und kleine Gruppen finden in Garmisch-Partenkirchen eine neue Unterkunft. Die kommt an. Viele Gäste, die vor der offiziellen Eröffnung in der „Moun10-Jugendherberge“ übernachteten, haben schon wieder gebucht.

Garmisch-Partenkirchen – Jugendherberge, damit verbinden fast alle Menschen Erinnerungen – an Klassenfahrten, an erste Reisen mit Freunden, an Interrail-Touren. Pfarrer Andreas Lackermeier denkt dabei auch an die Besuche bei seiner Oma in Kreuth-Scharling. Gleich neben ihrem Grundstück: eine Jugendherberge. „Da hab’ ich manchmal voller Mitleid, aber sehr häufig auch neiderfüllt rübergeschaut“, erinnert er sich und lacht. Mitleid wegen der großen Schlafsäle, Neid wegen der Spaghetti mit Ketchup, „die’s da jeden Tag gab“. Weniger kulinarische Köstlichkeiten, sondern vielmehr Stockbetten verbindet Dr. Michael Rapp mit den Unterkünften, die er erstmals 1975 im englischen Whitby besucht hatte. Die neue „Moun10-Jugendherberge“ in Garmisch-Partenkirchen hat damit nichts gemein. „Was für ein Unterschied“, meinte der Vize-Landrat (CSU) bei der Eröffnung des Hauses. „Ich bin völlig begeistert – von der Konzeption, der Offenheit und der Modernität.“

Der Eingangsbereich verbindet alpenländischen Charme mit bayerischer Lässigkeit – der rote Faden, der sich gestalterisch durch das ganze Haus zieht.

Ähnliche Reaktionen hat Herbergsleiterin Petra Weckerle von ihren ersten Gästen erhalten. Die reisten kurz nach Weihnachten an, gut drei Wochen vor der offiziellen Eröffnung. Bis zum Dreikönigstag war „Moun10“ ausgebucht, danach ebenfalls gut besucht. Etliche Gäste haben gleich wieder reserviert – zu Weckerles Freude. „Der Probelauf war aber wichtig, auch wenn wir ein sehr fertiges Haus bezogen haben.“ Manches falle eben erst auf, wenn’s tatsächlich in Betrieb ist. Die Zeit nutzten sie und ihre Mitarbeiter, um zum Eröffnungs-Wochenende perfekte Konditionen zu bieten.

Mit dem neuen Haus an der Lagerhausstraße, dem ersten fertigen Objekt auf dem Bahnhofsareal, hat der Landesverband Bayern im Deutschen Jugendherbergswerk (DJH) Neuland betreten. Die Entscheidung, ob sie neben der Jugendherberge in Burgrain ein zweites Haus in Garmisch-Partenkirchen eröffnen sollen, haben sich die Verantwortlichen nicht leicht gemacht. Letztlich überzeugte aber das Konzept. In unmittelbarer Nähe zum Bahnhof und zur Bayerischen Zugspitzbahn kommen weniger Gruppen unter, sondern sportbegeisterte junge und junggebliebene Menschen sowie Familien. „Das hier ist ein ganz neues Format“, bestätigt Klaus Umbach, Präsident des DJH-Landesverbands Bayern. Das Motto „Gemeinschaft erleben“ sei aber auch in diesem Haus umgesetzt worden. Der Fitnessraum, die bislang DJH-weit einzige Sauna und das großzügige Foyer, in dem sich die Gäste zum Frühstück treffen und in dem sie neben der Bar gemütliche Ecken zum Ratschen finden, machen’s möglich. „Moun10 ist ein Sprungbrett für viele Aktivitäten“, sagt Umbach. „Es bietet aber auch viele Möglichkeiten, um die Seele baumeln zu lassen.“

Für junge Leute „perfekt“

Den Segen für das neue Haus spenden Pfarrer Andreas Lackermeier und seine Kollegin Ulrike Wilhelm.

Für Rapp ist es „ein touristisches Leuchtturmprojekt“. Genau solche brauche der Landkreis. Dem kann sich Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer (SPD) nur anschließen: „Das Haus schließt eine Lücke in unserem Angebot als internationale Tourismus-Destination.“ Für die BZB sei „Moun10“ ein Segen, betont Kaufmännischer Vorstand Matthias Stauch. „Wir kämpfen oft mit dem Luxusproblem, dass wir Anfragen nicht bedienen können, weil keine Unterkünfte zu finden sind.“ Gerade für junge Leute passe das neue Haus perfekt, das zudem optimal an die Zugspitzbahn angebunden ist. „Das Gesamtbild stimmt.“

Den kirchlichen Segen erteilten Lackermeier und seine evangelische Kollegin Ulrike Wilhelm der Jugendherberge. Beim Namen „Moun10“ musste die Pfarrerin gleich an den Berg Sinai denken, auf dem Moses von Gott die Zehn Gebote erhalten hatte. Es gebe aber auch weitere Bezüge in der Bibel, die passen – die Bergpredigt, der Berg Golgata oder der Ölberg. Sie alle stehen dafür, dass Berge die Menschen verändern, ihnen Kraft spenden und vieles relativieren. Das wünscht Wilhelm auch den Gästen: „Sie mögen ihren Horizont erweitern.“

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