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Die Marktgemeinde Murnau - hier eine Luftaufnahme des Ortszentrum - wird wieder Mitglied in der Zugspitz Region GmbH. 

Deutliche Mehrheit im Gemeinderat

Murnau kehrt zurück in Zugspitz Region

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Der „verlorenen Sohn“ kehrt zurück: Der Markt Murnau tritt wieder in die Zugspitz Region GmbH ein – nach nicht ganz zwei Jahren der Abstinenz. Dies beschloss der Gemeinderat mit einer erstaunlich breiten Mehrheit.

Murnau – Wer eine hitzige Auseinandersetzung mit anschließender Kampfabstimmung erwartet hatte, wurde in der Sitzung des Murnauer Gemeinderats enttäuscht. Die Debatte über den Wiedereintritt in das umstrittene Landkreis-Bündnis Zugspitz Region GmbH verlief sachlich und unaufgeregt. Eine pragmatische Sichtweise, die Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum) vorgegeben hatte, dominierte die meisten Wortbeiträge.

Der Tenor: Der Zusammenschluss, der den Landkreis vor allem wirtschaftlich und touristisch voranbringen soll, verdiene eine zweite Chance. Und nur als Mitglied könne Murnau Reformen anstoßen. „Außerhalb zu stehen, ändert überhaupt nichts“, gab Rathaus-Chef Beuting eingangs zu bedenken. „Nehmen wir das, was da ist, selbst wenn es nicht optimal ist“, appellierte er an das Gremium. Übergeordnetes Ziel sei es, die Zusammenarbeit zu stärken und eine gemeinsame Identität zu schaffen. Und für diesen Zweck kenne er, so Beuting weiter, nun mal keine Alternative.

Das überzeugte offenbar selbst einstige Befürworter des „Muxits“, wie Murnaus Rückzug aus der Gesellschaft in Anspielung auf das mögliche Ausscheiden Griechenlands aus der Euro-Zone („Grexit“) genannt wurde. „Wir können nur gemeinsam etwas bewegen, wenn wir dabei sind“, meinte etwa Phillip Zoepf („Mehr bewegen“).

Beuting wurde aber in die Pflicht genommen, sich tatsächlich für Veränderungen einzusetzen. Vor allem die Rechtsform einer GmbH – Gesellschafter sind der Landkreis, die Landkreis-Gemeinden sowie Partner – ist vielen Kritikern ein Dorn im Auge. Diese sei undurchsichtig und bürokratisch, ist immer wieder zu hören. Außerdem hielten sich die Erfolge bislang in Grenzen. „Das ist ein total starres Gebilde“, schimpfte in der Sitzung Veronika Jones (Grüne), die aber dennoch für die Rückkehr stimmte.

Das Votum war schließlich eindeutig: Mit 20 zu 3 Stimmen beschlossen die Gemeinderäte den Rücktritt vom Austritt. Lediglich Michael Manlik, Holger Poczka und Stefan Lechner von der Bürgermeisterpartei ÖDP/Bürgerforum waren dagegen. Er erkenne keine positiven Veränderung, begründete Manlik seine Position. Das GmbH-Konstrukt sei „völlig falsch“. Beispielsweise missfällt es Manlik, dass die Sitzungen nichtöffentlich und Arbeitnehmer nicht vertreten seien.

Zur Erinnerung: Murnau hatte 2015 die Reißleine gezogen und die Organisation verlassen, die damals Kreisentwicklungsgesellschaft (KEG) hieß. Doch vor allem CSU und Freie Wähler drängten darauf, wieder mitzumachen. Ihr Argument: Die zweitgrößte Kommune des Landkreises könne es sich nicht erlauben, bei den vielen wichtigen Projekten nicht dabei zu sein.

Landrat Anton Speer (Freie Wähler) zeigte sich darüber erleichtert, dass Murnau wieder mit ins Boot will: „Das freut mich.“ Der Chef der Kreisbehörde ist davon überzeugt: Nur im Verbund könne man die Region weiterentwickeln, etwa mit Blick auf den Tourismus und die Gesundheitsbranche. „Wir müssen gemeinsam auftreten“, betonte Speer. Murnau habe gerade im Bereich der Wirtschaft großes Potential und sollte „so schnell wie möglich“ Teil der Zugspitz Region werden, die dann wieder alle 22 Gemeinden unter einem Dach vereint. Der formelle Akt ist für Februar geplant, wenn die nächste Gesellschafterversammlung ansteht. Den Vorwurf fehlender Transparenz lässt Speer nicht gelten: „Es hat sich schon einiges verändert.“ Der Landrat verweist darauf, dass zum Beispiel in den Beiräten jetzt nicht nur die Bürgermeister sitzen, sondern ebenso Kreisräte und Fachleute.

Auch Beuting ist mit dem Ausgang der Abstimmung zufrieden. „Ich halte das für die richtige Entscheidung“, sagte er. Er wolle sich nun dafür stark machen, in der GmbH einige Dinge nach den Vorstellungen Murnaus zu gestalten. Wichtig sei ihm mehr Transparenz.

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